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    / Energie / Energie / Regenerative Energien: Biomasse

    Zuständige Mitarbeiter

    Herr Uwe Welker

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    Gebäude: Kreishaus
    Raum-Nr.: 219
    Stockwerk: 2. OG
    Uhlandstraße, 2
    67292 Kirchheimbolanden 

    Aufgaben

    Abteilungsleitung Bauwesen

    Details
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    Zugeordnete Abteilungen

    Allgemeine Beschreibung

    Biomassennutzung: Erläuterung

    Biomassennutzung im Donnersbergkreis

    Biomasse wird in Fachkreisen als Energieträger der Zukunft bezeichnet. Grundsätzlich kann man Biomasse in die Gruppen "Restholz und Stroh" (feste Biomasse), "Biogas" und "Energiepflanzen" unterteilen.

    Die Nutzung der Wärme durch das Verbrennen von Holz ist eine seit Generationen intensiv angewandte Form der festen Biomassenutzung.

    Betrachtet wird das bei der Waldbewirtschaftung anfallende und bislang kaum genutzte dünne Ast- und Stammmaterial sowie der aus Privathaushalten herrührende Strauch- und Heckenschnitt, der zur Zeit über die im Donnersbergkreis vorhandenen Grüngutsammelplätze entsorgt wird.

    Ein Teil des Strohs wird unmittelbar nach der Ernte dem Boden als Dünger zugeführt oder als Einstreu in der Tierhaltung eingesetzt. Stroh kann dennoch anteilig (z. B. überlagertes Stroh) in eine energiewirtschaftliche Nutzung einbezogen werden.

    Biogas kann aus Mist und Gülle oder aber als Sonderform aus Deponien und Kläranlagen gewonnen werden. Es entsteht durch anaerobe Gärung organischer Stoffe. Landwirtschaftliche Betriebe können in eigenen kleineren Anlagen durch Mist und Gülle Methangas, das in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (BHKW) zur Erzeugung von Strom und Wärme eingesetzt wird, erzeugen. Als Nebeneffekt der Vergärung wird die Gülle qualitativ verbessert, da die ausgegärte Gülle u. a. pflanzenverträglicher ist.

    Flüssige Brenn- und Kraftstoffe aus Biomasse (Energiepflanzen) haben eine hohe Energiedichte und lassen sich einfach transportieren, speichern und lagern. Beim Einsatz von Kraftstoffen aus Pflanzenöl liegt derzeit das Hauptaugenmerk auf Raps, dessen Öl kalt gepresst gewonnen wird.

    Um sich einen Überblick über das vorhandene Biomassepotential im Donnersbergkreis zu verschaffen, wurden u. a. Erhebungen, z. B. bei den Forstämtern sowie dem Bauern- und Winzerverband, durchgeführt.

    Stroh

    Die Fruchtsorten Weizen und Roggen werden auf einer Fläche von 8.700 ha angebaut; Gerste und Hafer auf 6.500 ha.

    Bei einem Ertrag von 5 t Stroh/ha ergibt sich eine jährliche Menge von 75.000 t, die in der Praxis allerdings nur anteilig als Überschussmenge vorliegt und somit für eine energetische Nutzung einsetzbar wäre.

     

    Holz

    Im Donnersbergkreis sind die Waldflächen (19.900 ha) zu 87 % im Besitz der öffentlichen Hand, wovon 4.600 ha Kommunalwald und 12.700 ha Staatswald, verwaltet durch die Forstämter in Kirchheimbolanden und Winnweiler, sind.

    Das zur energetischen Nutzung zur Verfügung stehende Holz (z. B. Gipfelholz) wird derzeit im Wald belassen oder je nach Holzart ab Waldweg veräußert. Die Gesamtmenge wird überschlägig mit 5.500 t/Jahr angesetzt.

    Gebrauchtholz der Gruppen H1 (naturbelassen, unbehandelt) und H2 (behandelt: verleimt, beschichtet, lackiert etc.) sowie geringe Mengen der Gruppe H3 (behandelt/imprägniert) wird zweimal jährlich im Rahmen der Sperrmüllsammlung eingesammelt, geschreddert und extern, zu einem Großteil thermisch, verwertet.

     

    Grünschnitt

    Der im Donnersbergkreis anfallende Grünschnitt (Strauch-/Heckenschnitt) wird zweimal jährlich gesammelt, zu fünf Grüngutsammelplätzen verbracht, geschreddert und anschließend in der Forst- und Landwirtschaft ausgebracht.

    Von den ca. 7.000 t/Jahr (2000) eignen sich in etwa 70 % ("astartiges" Material) als Biomassebrennstoff. Die verbleibenden 30 % (Friedhofsabfälle, Grasschnitt, Laub etc.) wären weiterhin land-/forstwirtschaftlich zu verwerten oder alternativ anaerob zu vergären (Biogas).

     

    Biogas

    Im Donnersbergkreis sind von den 950 landwirtschaftlichen Betrieben 65 (7 %) als größere Betriebe (> 100 ha) und 150 (16 %) als mittlere Betriebe (50 - 100 ha) registriert.

    Während bei den kleineren Betrieben die Anzahl stetig abnimmt, ist bei den o. g. Betriebsgrößen eine leichte Steigerung zu verzeichnen.

    Der Viehbestand stellt sich wie folgt dar (Stand 1998/99):

    ·       11.000 Rinder (davon 2.700 Milchkühe)

    ·       22.000 Schweine (davon 2.500 Zuchtsauen)

    ·       1.400 Pferde

    ·       9.000 Schafe

    ·       85.000 Hühner

    Die Entsorgung von Mist und Gülle bereitet aufgrund des Flächen-Tierbestand-Verhältnisses im Donnersbergkreis (0,4 GVE/ha) noch keine Probleme (ab 3 GVE/ha); mengenmäßig ist jährlich von ca. 40.000 t Mist sowie 40.000 m³ Gülle auszugehen.

     

    Klärgas

    Das im Donnersbergkreis anfallende Abwasser wird teils extern (Kläranlage Monsheim) sowie zu geringen Teilen über kleinere Pflanzenkläranlagen entsorgt. Der Großteil dagegen wird in den Kläranlagen Alsenz, Eisenberg, Rockenhausen und Winnweiler gereinigt.

    Die Behandlung erfolgt überwiegend aerob (ohne Klärschlammfaulung), so dass kein Methan anfällt.

    Lediglich die Kläranlage Eisenberg beschreitet den anaeroben Weg bereits seit mehreren Jahren, wobei eine energetische Nutzung des Klärgases bereits für eigene Heizzwecke erfolgt.

     

    Energiepflanzen

    Auf einer Fläche von 1.500 ha wird im Donnersbergkreis Raps zur Herstellung von Futtermittel etc. angebaut.

    Auf einer weitaus geringeren Fläche (80 ha) wird sog. Non-Food-Raps mit einem Ertrag von ca. 2,5 t Rapskörner/ha für übrige Einsatzgebiete - Rapsöl, Biodiesel (Rapsmethylester RME) - angebaut.

     

    Fazit

    Basierend auf den finanziellen Vorteilen (Einsparung der Entsorgungskosten) bietet sich der Einsatz der Gebrauchthölzer (H1 - H3) als Brennstoff geradezu an. Das Altholz wird derzeit in Anlagen außerhalb des Donnersbergkreises zur Energiegewinnung verwendet.

    Für eine private/kommunale Verwendung eignet sich demgegenüber anteilig der Strauch- und Heckenschnitt, da auch hier zunächst der Vorteil der Entsorgungskosteneinsparung direkt dem Vorhaben/Projekt zufließen kann.

    Dezentrale Biogasanlagen (Hofanlagen), zu deren wirtschaftlichem Betrieb ca. 40 - 50 Großvieheinheiten (GVE) nötig sind, erzeugen regenerative Energie und können als zusätzliche Geldquelle für Landwirte betrachtet werden. Parallel dazu wird mit der ausgegärten Gülle ein qualitativ verbesserter Dünger hergestellt.

    Derzeit befinden sich im Kreis drei größere und eine kleine Biogasanlage in Betrieb. Im Jahr 2015 wurden in diesen Anlagen insgesamt fast 10 Millionen kWh Strom produziert.

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