Neuem DiMeZ-System gehört die Zukunft
Während noch überall in der Bundesrepublik mit zum Teil hohem finanziellen Aufwand nach technisch überzeugenden Systemen für die schultaugliche Versorgung mit
digitalen Bildungsmedien gesucht wird, ist man in Rheinland-Pfalz – seit geraumer Zeit in Kooperation mit Mecklenburg-Vorpommern – längst einer Lösung nahe, die sowohl von ihrer praktischen Umsetzung als auch finanziellen Machbarkeit
kaum Wünsche offen lässt. DiMeZ ( Digitales Medienzentrum) ist
das Zauberwort für eine reiche Medienquelle, die aus einem kleinen, eleganten Blechgehäuse heraus direkt im Computerraum für die Schüler sprudelt. Kein Lehrer muss sich mehr die Medien vorher besorgen, alles liegt hundertfach in bester
didaktischer und optischer Qualität auf der DiMeZ-Festplatte bereit – der Unterricht ist sozusagen medial angerichtet.

Was Wunder also, dass Harald Pitzer, im Landkreistag Rheinland-Pfalz zuständig für Schule und Kultur, sich bei der Vorstellung des Systems vor einigen Tagen in
Zell sehr angetan zeigte. Sein erstes Urteil: „Ich finde die Idee toll, weil die Medien sehr schnell und flexibel im Unterricht einzusetzen sind.“ Pitzer lud die Initiatoren des DiMeZ vom LAK Medien Rheinland-Pfalz e.V. nach einer
Phase der geschäftlichen Konkretisierung zur offiziellen Vorstellung des Modells vor den Gremien des Landkreistages im Sommer ein.
Das neuentwickelte System wurde im Rahmen der Medienbörse 2008 im Zeller Hotel „Kollektur“ von Uwe Schnabel vom Medienzentrum Nordwest-Mecklenburg
(Arbeitskreis Mecklenburg-Vorpommern) in seinen technischen Einzelheiten erläutert. Beigeordneter Pitzer, der eigens aus Mainz angereist war, gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass DiMeZ einmal weiter trage als nur in den beiden genannten
Bundesländern. Für ihn stelle sich derzeit noch die Frage nach der Nachhaltigkeit des Systems, die in der Praxis erprobten Vorteile im Handling sowie die Kosten für Weiterentwicklung und Lizenzvergabe.
LAK-Vorstandsmitglied Dietrich Reuter (Ahrweiler) wies darauf hin, dass die Kosten für Programmierung und Lizenzrechteerwerb durch die Medienzentren im
Umlageverfahren getragen würden, insofern bleibe die Situation „preislich überschaubar“. Das System sei von Lehrern für Lehrer gemacht. „Wir haben darauf geschaut, was effektiv machbar ist und auf optische Effekte verzichtet. Was zählt,
ist der pädagogische Mehrwert“, betonte er.
Uwe Schnabel führte aus, dass in Mecklenburg-Vorpommern bisher vor allem Gymnasien ihr Interesse an DiMeZ bekundet hätten. Er sieht den Vorteil des Systems
in der schülerzentrierten Unterrichtssituation. Was die schulische Ausstattung mit Computern und Medien anbelange, herrsche in Mecklenburg-Vorpommern als Flächenland noch großer Entwicklungsbedarf. Laut Schnabel, der die Drähte zu der
Programmierfirma von DiMeZ unterhält, ist es – zur Beruhigung der Medienproduzenten - nicht möglich, das Gerät zu öffnen, um sich an den auf der Festplatte liegenden Filmen rechtswidrig zu bedienen. Die versuchte Öffnung habe
die automatische Zerstörung aller abgespeicherten Daten zur Folge.
Das System wartet übrigens mit einem programmiertechnischen Leckerbissen auf: Es ist möglich, mit zwei Mausklicks aus einem Film eine Szene
„herauszuschneiden“, um diese Szene anschließend in digitale Arbeitsblätter oder Präsentationen einzubinden. Für regelmäßige individuelle Updates und die stetige Erweiterung des Angebots mit
neuen Lizenzen sorgen die kommunalen Medienzentren. Weil DiMeZ fest im Schulnetz verankert ist, gibt es keine umständlichen Downloads aus dem Internet (sog. Online-Distribution), kein Miniaturbild auf dem Monitor; stattdessen sind
alle Medien im Nu verfügbar am Einzelrechner oder per Beamer, für Partner- und Gruppenarbeit, ganz gleich wie groß die Lerngruppe ist.
Interessierte Zuhörer fanden sich in den Schulmedien-Anbietern, die bei der Medienbörse 2008 ihre neuesten didaktisch aufbereiteten „Scheiben“ zur Auswahl und
Lizenzierung durch die Medienzentren darboten. Eine Produzentin meinte: „Was ich bei dem System gesehen habe, war super benutzerfreundlich.“ Die Macher vom LAK gehen davon aus, dass im Schuljahr 2008/09 mit etwa 1000 Medien aus der Box,
die auf sehr einfache Weise im schulinternen Computernetz eingeklinkt wird, fast alle lehrplanrelevanten Themen abgedeckt werden, oft durch DVDs, die mit einem beeindruckenden Spektrum an Material aufwarten.
Seit Herbst vergangenen Jahres hat sich übrigens der renommierte Unterrichtsmedien-Produzent FWU (München) als erster deutscher Anbieter bereit erklärt, über 450 seiner Medien zu einem „Leasingpreis“ für die Erprobung des DiMeZ-Systems
zur Verfügung zu stellen.
Ansprechpartner für alle Schulen, die sich für das DiMeZ-System interessieren, sind die kommunalen Medienzentren.
(Wilfried Jakobi)
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Konzeption:
Wilfried Jakobi / Medienzentrum des Donnersbergkreises.
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