Futur vor Ort Futur vor Ort: Wie sieht es 2020 in Deutschland aus ?

Realschule ist bei 6 auserwählten Schulen des Projekts futur dabei

 

Angefangen hat alles vor einem Jahr. Da hat sich das deutsche Bildungsministerium Gedanken über das Projekt futur: gemacht. Man überlegte, woran die Forschung arbeiten soll, also in welche Richtungen geforscht werden soll. Vor allem haben sie auch über die Probleme im Jahr 2020 nachgedacht. Über diese und andere Inhalte haben sich Lehrer, Unternehmer, Künstler, Studenten und natürlich Forscher im Auftrag des Bundesbildungsministeriums unterhalten. Aus diesen Bereichen wurden insgesamt 1500 Leute zur Zukunft befragt. Das hat soweit noch nichts mit uns zu tun, doch bei der Zukunftsarbeit sollte auch die Jugend beachtet werden. Schließlich sind sie die „nächste Generation“. In 20 Jahren sind wir betroffen von den vielen Problemen, die uns jetzt noch keine Sorgen machen.

Es ist unsere Zukunft. In diesem Gedanken wurde, im Auftrag des Bildungsministeriums, das
Projekt „futur - der deutsche Forschungsdialog“ ins Leben gerufen. Dann wurden sechs verschiedene Schulen aller Art, also Sonderschulen, Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien ausgesucht.

 

Und als einer dieser Standpunkte wurde die Realschule Rockenhausen ausgewählt.





Schüler entwickeln Zukunftsszenarien zum Thema "Prävention"

 Am Montag, den 16.12.02 um 13.30 war es dann soweit. Die Vertreter von futur: waren in der Realschule zu Gast. Das waren Nicole Pollakowsky und Michael Jaspers mit der Praktikantin Andrea Eckert. Da das Projekt direkt nach Schulschluss begann, fingen wir mit dem Buffet an. Als alle etwas gegessen hatten, konnte es losgehen. Eingeladen waren Vertreter der SV, die Schülersprecherinnen, unser Schülerladen „Flotter Euter“, die Mathematik – Naturwissenschaften Gruppe 9, die Streitschlichter, einige Klassensprecher und die Chefredaktion der Penne. So waren wir eine muntere Gruppe aus ca. 15 Schülern.

 

Zu Beginn wurde sich gegenseitig vorgestellt, damit die Leiter uns kennenlernten. Des Weiteren sollte jeder die Wünsche und Ängste des Partners nennen. Nach zehn Minuten hatten wir einige interessante Punkte an der Tafel. Häufig genannte Ängste waren schlimme Krankheiten, Angst vor einem Krieg oder Terror und die Befürchtung keinen oder einen schlechten Arbeitsplatz zu bekommen.

 

Für die Zukunft entstanden aber auch viele Wünsche. Dabei waren wieder einige Punkte dabei, die häufiger genannt wurden. Das war nochmals der Wunsch nach einer sicheren Arbeitstelle und ebenfalls genannt wurde die Technik, die in zwei Teile gespalten wurde. Zum einen wünscht man sich, dass sie nicht überhand nimmt, zum anderen ist sie aber auch als (Lebens-) Verbesserung anzusehen.

Nachdem wir über diese Sammlung diskutiert hatten, wurden wir gefragt wer dafür sorgen kann, dass diese Probleme nicht auftreten. Schnell einigten wir uns darauf, dass wir alle etwas tun können. Angefangen von jedem selbst, bis hoch zum Bundeskanzler. So kann ich selbst gegen die Umweltverschmutzung etwas tun, indem ich meinen Müll nicht in den Wald werfe, während Gerhard Schröder etwas gegen die Staatspleite tun kann.

Nun wurde uns der bisherige Verlauf von futur: erklärt. Als erstes wurde 10 000 Ideen von den 1500 befragten Leuten gesammelt. Daraus wurden dann 25 Themen erstellt. Diese wurden wieder in 12 aufgeteilt. Da man nun aber immer noch zuviel hatte, wurden diese noch mal in vier Blöcke zusammengefasst. Das war ein weiter Weg, wenn man bedenkt, dass in diesen vier Themenblöcken Denken, Lernen, vernetzte Welt und Gesundheit je ca. 2500 Einfälle stecken.

 

Wir haben uns mit dem Szenario Gesundheit näher befasst.

Als erstes wurde gesammelt, was uns daran hindert gesund zu leben. Nach etwas Nachdenken, hatten wir schnell einige Punkte gefunden. Bei der Besprechung wurden genannt: (Gruppen)zwang, Fast Food, Stress, Faulheit, Abgase, Armut, keine Informationen, Lust auf Ungesundes, ungesunde Nahrung.

 

Daraufhin sollten wir für unsere Probleme eine Lösung suchen, sodass Ratschläge für das gesunde Leben in 20 Jahren entstanden. Es wurden genannt: viel Zeit für bewusstes gesundes Essen, an sich arbeiten nicht zu faulenzen, viel Bewegung, sich selbst Grenzen setzen, Therapie für Arbeitssüchtige, einfache gesunde Rezepte und Möglichkeiten gesundes Leben anzuregen.

 

Da wir nun das Pro und Kontra für die Zukunft aufgearbeitet hatten sollten wir zu verschiedenen Themen Zeitungsartikel schreiben. Diese sollten keine gewöhnlichen Artikel, sondern Berichte aus der Zeitung vom 16. 12. 2020 sein. Nach 20 Minuten Arbeit stellten wir unser zu Papier Gebrachtes vor. Dabei wurden folgende Überschriften präsentiert: Britney Spears macht Werbespott für McDonalds; der persönliche Planungshelfer, ob menschlich oder mechanisch, eine große Hilfe !; Jetzt gibt es endlich Schokolade zum Abnehmen.

 

In diesen Berichten wurden zum größten Teil Verbesserungen, aber auch schlechte Eigenschaften der Zukunft erläutert. Und wer gerne Zukunftsgeschichten schreibt, für den ist das Gewinnspiel auf www.futur.de interessant. Dort werden nämlich solche Szenarien gefordert und für das beste gibt es einen Laptop, für das zweitbeste eine Digitalkamera und viele weitere attraktive Preise.

Es stellte sich nun die Frage: „Wie geht es mit unseren Anregungen weiter?“ Herr Jaspers antwortete uns darauf: „Wir werden ein Protokoll erstellen und einen zusammenfassenden Bericht dem Bundesministerium für Bildung und Forschung vorlegen.“ 

 

Und dann war es schon 15.40 Uhr. So schnell kann ein Nachmittag vergehen. Zum Schluss wollten die Leiter aber noch eine Rückmeldung bekommen. So gingen wir die Reihe durch und jeder konnte etwas zu dem Nachmittag erzählen. Es wurde oft erwähnt, dass es ein interessantes und informatives Thema ist und man ohne diese Anregung wohl niemals einen Blick in die Zukunft gewagt hätte.

 

Aber auch wir bekamen ein Feedback. Die Vertreter des Projekts äußerten sich positiv zu unserer Gruppe: "Ihr seid eine recht muntere Gruppe und es hat Spaß gemacht mit euch zusammenzuarbeiten. Wir haben einige Übereinstimmungen mit der bisherigen Ergebnissen von futur: gefunden, aber auch einige neue Diskussionspunkte." 

 

Übrigens gibt es in unserem Schülerzeitungsarchiv auf www.penne-online.de einen Artikel, der von 1970 stammt, also gut 30 Jahre alt ist. In diesem hat ein Redakteur seine Gedanken zur Schule im Jahr 2000 geäußert. Wenn man diesen Artikel so liest, merkt man, dass nicht alles ganz so verlaufen ist. Aber woher sollte er auch in die Zukunft schauen können? Oder kannst du in das Jahr 2020 blicken?  

 

Anna Schückler & Sebastian Rzepka, 9b - Chefredakteure der Schülerzeitung Penne
Wochenblatt, 08. Jan. 2003

 

Hier geht’s zum ausführlichen Protokoll des Tages (Pdf-Datei) - erstellt von "ifok" im Auftrag des Bundesbildungsministeriums