Pressebericht: Lernwerkstatt Berufsorientierung


Alles rund um die Berufswahl künftig in einem Raum
-- ROCKENHAUSEN: Realschule eröffnet ¸¸Lernwerkstatt" - Neue PCs und Internetanschluss - ¸¸Jobagenten" machen Einstellungstests -



Etwas nervös waren sie schon, vor ihrem ersten Auftritt als ¸¸Jobagenten": Julia, Verena und Maike, Schülerinnen der neunten Realschulklasse, sind Mitglieder der gleichnamigen AG. Als solche führten sie am Freitag mit ihren Mitschülern fiktive Einstellungstest durch.

Die ¸¸Jobagenten" sind jedoch nur ein Teil der berufsorientierenden Aktivitäten der Realschule, die jetzt unter dem Begriff ¸¸Lernwerkstatt Berufsorientierung" zusammengefasst wurden.

Einweihung der Lernwerkstatt

Einweihung der Lernwerkstatt Berufsorientierung - zum Vergrößern klicken...



 

Denn nicht alles an der ¸¸Lernwerkstatt" ist neu: Bereits seit einigen Jahren existiert an der Schule ein ¸¸Berufswahlteam", bestehend aus den Lehrkräften Ulla Bußweiler (zuständig für Praktika), Walter Schaaf (Gymnasien) und David Vogel (allgemeine Ausbildung/weiterführende Schulen). Unter anderem war die Realschule gemeinsam mit der Firma Keiper Teilnehmer des Projekts ¸¸Boris", eine Initiative, um Schülern schon früh Einblicke in den beruflichen Alltag zu gewähren und sie gezielt darauf vorzubereiten.

Vogel ist der erste Ansprechpartner der Schüler bei allem, was mit dem Thema Berufswahl zu tun hat. Er erklärt, was es mit der ¸¸Lernwerkstatt" auf sich hat: ¸¸Das besondere ist zunächst, dass wir nun einen eigenen Raum zur Verfügung haben, der für alles genutzt werden kann, was mit der Vorbereitung der Schüler auf die Berufs- und Arbeitswelt zu tun hat. Vorher mussten wir für diese Dinge das Computerlabor mit benutzen."

3000 Euro für neuen Raum

Für die Gestaltung des Raumes erhielt die Schule einen Landeszuschuss in Höhe von 3000 Euro. Angeschafft wurden zunächst zwei PCs mit Laserdrucker. Ein weiteres Netzwerk mit zwei PCs, die vom ¸¸Schülerladen" mitgenutzt werden, wird im Februar installiert. Dann gibt es in der ¸¸Lernwerkstatt" auch Internetanschluss. Zudem haben die Schüler Zugang zum Programm ¸¸Berufsnet" des Arbeitsamtes, wurde eine eigene Bibliothek mit Büchern, CD-Roms und Videos zum Thema Berufswahl installiert. Vogel: ¸¸Die Schüler können sich hier über die Berufe informieren, die sie interessieren. Sie können auch Bewerbungen schreiben und ausdrucken, die Beratungen durch das Arbeitsamt finden hier statt, unsere "Jobagenten-AG" ebenfalls. Also alles konzentriert in einem Raum."

¸¸Schüler in alles mit einbeziehen"

Mit der Einweihung der ¸¸Lernwerkstatt" in der vergangenen Woche fiel der erste Einsatz der ¸¸Jobagenten", Schüler der Klassen acht bis zehn, zusammen. Auch hier wird das Rad nicht neu erfunden, wie Vogel, der die AG leitet, betont: ¸¸Fiktive Einstellungstest haben wir ja auch in den vergangenen Jahren mit dem Berufswahlteam durchgeführt. Hier geht es darum, dass die Schüler in Planung und Durchführung aller Aktivitäten, die sie auf ihre zukünftige Berufswahl vorbereiten sollen, eingebunden werden." In Gesprächen mit den Jugendlichen habe man zum Beispiel festgestellt, dass in der Vergangenheit viele Schüler den Probe-Einstellungstest nicht deshalb gemieden hätten, weil sie Angst vor den Fragen, sondern vor der vorher abzugebenden Bewerbung hatten. Vogel: ¸¸Das haben wir jetzt in den Test mit hineingenommen. Es geht einfach darum, dass wir das komplette Berufswahlkonzept hinterfragen in Bezug auf die Bedürfnisse der Schüler und entsprechend verbessern." Im Anschluss an den Test erhält jeder der freiwilligen Teilnehmer eine schriftliche Auswertung. ¸¸Auch ein schlechter Test kann eine wichtige Rückmeldung sein für die Schüler. Sie sollen einmal ohne Druck ausprobieren, wie sie in einer solchen Situation zurechtkommen", sagt Vogel.

Zu den Jobs der ¸¸Jobagenten" zählt außerdem die Organisation von Betriebsbesichtigungen - auch ein Aspekt, der von den Schülern ausdrücklich gewünscht wurde -, von nachgestellten Vorstellungsgesprächen sowie die Beteiligung an den jährlich stattfindenden Berufswahltagen der Realschule im Februar mit zahlreichen Workshops. Nicht alle ¸¸Jobagenten" sind an allen Projekten beteiligt. Jedes Mitglied kann Schwerpunkte setzen. Und auch hier gilt, was Vogel ganz allgemein für alle die Berufswahl betreffenden Bemühungen der Schule konstatiert: ¸¸Die Freiwilligkeit steht bei allem im Vordergrund. Wir können den Schülern nur ein Angebot machen, die Hilfe zur Selbsthilfe geben. Um ihre Zukunft müssen sie sich letzten Endes selbst kümmern." (kra)


Quelle: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Montag, den 15. Dezember 2003

 


Startseite BORIS     MN-Schwerpunkt     Schulentwicklung      Berufsorientierung      Kooperationspartner

    Presse     Fotos      Zur BORIS-Homepage des PZ