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"BORIS" heißt eine neue Initiative, die seit diesem Schuljahr an der Rockenhausener Realschule umgesetzt wird. "BORIS" steht für Berufliche Orientierung: Regionale Initiativen zur Schulentwicklung. Im Mittelpunkt des Projektes steht die Verbesserung der Ausbildungs- und Berufschancen und die Entwicklung einer dauerhaften und engen Zusammenarbeit von Schulen und Betrieben. Schwerpunkt bei der Realschule ist dabei der Bereich Mathematik, Naturwissenschaft und Technik. Schon vor "BORIS" hatte die Realschule außerschulische Projekte fest im Lehrplan verankert, sie sollen jetzt unter "BORIS" konsolidiert werden. Dazu gehören beispielsweise der Physik-Chemieunterricht der sechsten Klasse in der Kläranlage Rockenhausen, jährliche Betriebspraktika der achten Klassen bei Keiper in Kaiserslautern, oder die Besuche der zehnten Klassen bei den Bio-Solar-Häusern der Firma Becher in Sankt Alban. Erreicht werden soll so, dass sich die Schüler stärker für Naturwissenschaften interessieren. In einer Kooperation mit der Universität Mainz soll vor allem das Interesse der Mädchen an den Naturwissenschaften gefördert werden. So besuchen zum Beispiel Studentinnen den Schulunterricht, stellen sich und ihre Tätigkeit vor, zwei Monate später verbringen die Schülerinnen einen Tag an der Uni, an dem sie im Labor arbeiten. Ein weiterer Schritt, um vor allem das Interesse der Mädchen zu wecken, ist die Auflösung der Koedukation: die achten Klassen wurden so gekoppelt, dass Mädchen und Jungs getrennt in Physik unterrichtet werden, in der neunten Klasse in Chemie. Dieser Versuch wird wissenschaftlich begleitet, die Schülerinnen sollen dabei Eigenständigkeit und Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten entwickeln. Im Laufe des Schuljahres soll aus den einzelnen schon vorhandenen Ansätzen ein stimmiges Konzept fertig gestellt werden, das dann als Schulprogramm zum Selbstläufer werden kann. Dazu gehört dann auch, dass bislang auf bestimmte Klassenstufen beschränkte Projekte wie Lerntage, bei denen das Medien- und Kommunikationstraining im Mittelpunkt steht oder die Leseförderung auf alle Klassenstufen ausgedehnt werden. Mit Hilfe von "BORIS", das von Bund und Land gefördert wird, sollen die bestehenden Verbindungen zwischen der Schule und der Wirtschaft ausgebaut, die Schule nach außen geöffnet werden. Erste Ansätze sind bereits vorhanden. So hat die Realschule Keiper-Angestellte und die Rockenhausener VG-Verwaltung in der neuen Rechtschreibung geschult, multimediale Fremdsprachenkurse, die Keiper einsetzt, werden zuerst von Realschülern getestet. Ihre Projekte wird die Realschule Rockenhausen auch bei der ersten "BORIS"-Bundestagung, die am Freitag, 22. September in Mainz stattfindet, vorstellen. (daa)
RON
- RHEINPFALZ ONLINE, Samstag, 16. Sep. 2000 |
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