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ROCKENHAUSEN: Realschule und Wirtschaft
--RON - RHEINPFALZ ONLINE, 8. Jun. 01 --
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Sich gegenseitig besser verstehen und voneinander lernen. So kann der Tenor der Zusammenarbeit zwischen regionaler Wirtschaft und der Realschule Rockenhausen umschrieben werden. Am Mittwoch drückten rund 20 Unternehmensvertreter einen Morgen lang die Schulbank, schauten hinter die Kulissen des Schulalltags. |
Unternehmer der Region
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"Berufliche Orientiertung: Regionale Initiativen zur Schulprofilentwicklung (BORIS)", lautet der etwas sperrige Titel einer von den Bildungsministerien von Bund und Land gestarteten Initiative, die den Schulabgängern den Einstieg in die Arbeitswelt und Universität erleichtern sollen.
Seit einem Jahr beteiligt sich auch die Realschule an dieser Initiative. Diesmal stand die Teilnahme der Unternehmer an Schulstunden auf dem Programm. Sie sollen nicht den aktuellen Lehrstoff büffeln, sondern sich darüber informieren, wie Unterrichte gestaltet werden und heutzutage gelernt wird. Denn für Unternehmer liegt die Schulzeit weit zurück. Da die Schüler jedoch nach der "Penne" in den Betrieben ihre Ausbildung anfangen, wird der gegenseitige Austausch von beiden Seiten gewünscht.
"Ich hatte endlich Gelegenheit, Unterricht von heute zu sehen"' begründte Karsten Kroll von der Internet-Firma Kreutz&Kroll aus St. Alban sein Interesse an der Veranstaltung. Er finde es wichtig, "dass die Schüler Teamfähigkeit und konzentriertes selbstständiges Arbeiten lernen. Auch der "Ehrgeiz, Projekte anzunehmen und dann durchzuziehen", sei in der Berufswelt gefordert, sagte Kroll. Dietmar Keller vom gleichnamigen Heizungs- und Sanitärbetrieb aus Münsterappel nutzte den Besuch, um speziell für das Handwerk zu werben. Es gebe zu wenig Bewerber aus Gymnasien und Realschulen, obwohl Handwerksberufe in den letzten Jahren immer anspruchsvoller geworden seien. Angesichts der häufig beklagten Schwierigkeit, Nachfolger für ausscheidende Firmeninhaber zu finden, müsse in den Schulen verstärkt auf die Perspektiven im Handwerk hingewiesen werden, so Keller.
Die Bilanz des morgendlichen Schulbesuchs fiel bei den Unternehmern insgesamt positiv aus. Doch einiges gebe es auch zu verbessern, machten sie in einer Gesprächsrunde deutlich. "Viele Azubis sind kaum in der Lage, etwas im Kopf zu rechnen", berichtete beispielsweise Dirk Paulus von der Firma Keiper aus Rockenhausen aus der Betriebspraxis und ergänzte: "Was da rauskommt, das ist oftmals grausam." Bei der Klasse, die er besucht hatte, sei ihm jedoch die Konzentration und Disziplin positiv aufgefallen. Ein anderer Teilnehmer forderte, den Schülern "nur ein Grundgerüst an Wissen" zu vermitteln. Solide Grundkenntnisse seien wichtiger als ein breites Themenspektrum, das in der Schule gar nicht vertieft werden könne. Für Rektorin [sic] Christiane Schönauer-Gragg ist das Boris-Programm Teil einer langfristig angelegten Schulentwicklung. "Wir müssen uns entwickeln. Schulen können sich keinen Stillstand leisten", sagte sie. Die "intensive Zusammenarbeit mit Betrieben in der Region" solle zu beiderseitigem Nutzen sein. Wie das in der Praxis aussieht, machte sie an Beispielen deutlich: So finde beispielsweise der Unterricht im Technischen Zeichnen der achten Klassen teilweise in der Technischen Lehrwerkstatt der Firma Keiper statt, zu der es besonders enge Kontakte gebe. Regelmäßig nehmen Azubis und Ausbilder am Unterricht teil, sagte sie. Außerdem hätten sich drei Lehrer für Betriebspraktika gemeldet.
Dass die Realschule auf dem richtigen Weg
ist, wird offenbar auch vom Bildungsministerium anerkannt: Anfang nächster Woche
wird die Schule im Rahmen des Landeswettbewerbs "Qualität schulischer Arbeit in
Rheinland-Pfalz" von Bildungsministerin Doris Ahnen ausgezeichnet. (mohn)