BORIS  - Schulerkundungstag

ROCKENHAUSEN: Realschule und Wirtschaft
-- Wochenblatt, 07. März 2002  --

Unternehmer lernen Schulbetrieb kennen


Im Rahmen des Bundesprojekts BORIS (Berufliche Orientierung - Regionale Initiativen zur Schulentwicklung) besuchten an die 20 Vertreterinnen und Vertreter der Wirtschaft, der Kammern, des Handwerks und der Verbände die Realschule Rockenhausen, um an einem Schulerkundungstag schulische Arbeit zu erleben und einmal hinter die Kulissen zu schauen.

 
Schüler, Unternehmer und Lehrer im Gespräch

"Wir hatten hatten endlich Gelegenheit, Unterricht von heute zu sehen", begründeten Martina Putsch und Marlies Mohr von der Fa. Keiper - befragt von der Schülerpresse der Realschule - ihr Interesse an der Veranstaltung. Dies wurde ermöglicht durch 2 Unterrichtshospitationen, um sich zu informieren, wie Schülerinnen und Schüler von heute lernen und wie der Unterricht von heute gestaltet wird.

"Wichtig war es für uns Besucher zu erfahren, dass es nicht nur auf Noten, sondern auch auf Vermittlung von sozialen Kompetenzen ankommt," so Maria-Theresa Kless, Juristin und Mediatorin, die mit anderen Besuchern die Streitschlichtergruppe der Klasse 5 im Deutschunterricht besuchte.

Auch die Lehrkräfte empfanden die "umgekehrte Kontaktaufnahme" von Schule und Wirtschaftsunternehmen positiv, da durch regelmäßigen gegenseitigen Austausch die Schülerinnen und Schüler, die demnächst in Betriebe entlassen werden, noch besser auf ihr Berufsleben vorbereitet werden können. Walter Schaaf, der als Mathematiklehrer von der Schülerpresse befragt wurde, was er vom Besuch anderer Erwachsener im eigenen Unterricht halte, äußerte sich positiv: "Ich finde das toll, und Besuch bin ich ja - wie auch andere Kolleginnen und Kollegen - gewohnt."

"Ich bin für jeden Vorschlag froh, um meine Schüler auch mit gutem Gewissen in das Berufsleben schicken zu können." So Barbara Junge, Deutschlehrerin und momentan Klassenleiterin einer zehnten Klasse. In einer gemeinsamen Gesamtkonferenz am Nachmittag, an der auch Eltern- und Schülervertreter teilnahmen, wurden im Plenum und in einzelnen Workshops die Unterrichtshospitationen bilanziert und anhand von unterschiedlichen Themenschwerpunkten ausführlich diskutiert. Die Teilnehmer am Mathematik-Workshop forderten beispielsweise, "nur ein Grundgerüst an Wissen" zu vermitteln oder noch öfter auf den Taschenrechner zu verzichten. Ein Workshop ‚Naturwissenschaften' bestätigte, dass die Realschule mit ihrem vielfältigen Praxisbezug in den unterschiedlichen naturwissenschaftlichen Fächern auf dem richtigen Weg sei. Theorie in der Schule mit anschließender Anschauung im Betrieb macht den Lernenden deutlich, wofür gelernt wird. Die dadurch erreichte erhöhte Motivation wirke sich wiederum positiv auf Lernverhalten aus.

Sich gegenseitig besser verstehen und voneinander lernen durch gemeinsame Aktionen von Realschule und regionaler Wirtschaft - so kann das Ergebnis dieses Schulerkundungstages umschrieben werden, was wiederum Anregung für weitere Schulentwicklungsarbeit gab.

07.03.2002


 
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