Pressekonferenz zu |
| Die Uhr tickt: Heute ist der
letzte Tag, an dem ¸¸Boris" aus öffentlichen Töpfchen gespeist wird. Die
dreijährige Förderung des Projekts Berufliche Orientierung - Regionale
Initiativen zur Schulentwicklung (kurz: Boris) durch das Bundesministerium
für Bildung und Forschung und die Europäische Union endet am 30.
September.
Für die Realschule Rockenhausen und die Firma Keiper GmbH und Co aber geht die enge Zusammenarbeit zwischen Schule und Betrieb weiter. Gemeinsame Projekte von Keiper-Auszubildenden und Schülern, Betriebspraktika von Lehrern, ein Wandertag von Keiper-Ausbildern und Lehrern sowie ein alljährlicher Unternehmertag der Realschule: Zeichen für ein Miteinander von schulischer Ausbildung und Unternehmenspraxis. Boris ist eine Initiative, um Schule und Wirtschaft enger miteinander zu verzahnen, Schülern schon früh Einblicke in den beruflichen Alltag zu gewähren, um sie gezielt darauf vorzubereiten. ¸¸Wir wollen das im Interesse unserer Kinder", sagt Bernd Knipper, Leiter Personalförderung/Bildungswesen bei Keiper. Ziel des Schulunterrichts müsse es sein, so Knipper, sich auf Dinge zu konzentrieren, die im Leben gebraucht werden. ¸ ¸Eine Boris-Erkenntnis ist es, Abschlussarbeiten über ein ganzes Schuljahr schreiben zu lassen", berichtet Christiane Schönauer-Gragg, Konrektorin [sic] der Realschule Rockenhausen. In den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch lasse man die Schüler der Klassen fünf bis zehn so ein ganzes Schuljahr Revue passieren, künftig mit doppelter Gewichtung für die Jahresnote. Den positiven Effekt dieses kontinuierlichen Arbeitens merke man bei den Einstellungstests, betont Walter Schwab, Leiter der Keiper-Lehrwerkstatt. Die Realschule stelle in letzter Zeit regelmäßig das größte Kontingent eines Keiper-Azubi-Jahrgangs, so Schwab. Nicht zuletzt dank Boris sei es gelungen, dem Trend zurückgehender Bewerberzahlen für gewerblich-technische Berufe entgegenzuwirken. Viele Schüler hätten festgestellt: ¸¸Der vermeintliche Blaumann-Beruf ist ja gar kein Blaumann-Beruf", weiß Knipper. ¸¸Schüler haben sich bei uns vor Ort informiert, beispielsweise über den Beruf des Werkzeugmechanikers. Sie konnten auch an CNC-Messmaschinen unter Anleitung mitarbeiten", berichtet Schwab über Betriebsbesuche von Realschülern bei Keiper. So hätten sich die Schüler ein Bild machen können, was später im Beruf auf sie zukomme. Schranken abbauen |
Ausbildungsleiter Schwab, Herr Knipper, Leiter der
Personalförderung sowie Herr Trautvetter der Firma KEIPER GmbH % Co KG
kommen zur Pressekonferenz der Realschule Bernd Knipper, Leiter der Personalförderung, erläutert die enge Zusammenarbeit Bei der Pressekonferenz: ¸¸Wichtig ist, dass man sich
nicht gegenseitig Vorwürfe macht, sondern zusammenarbeitet",
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¸Der
Hintergedanke ist, dass die Schüler merken, dass sie das, was sie im
Unterricht machen, später im Beruf auch anwenden können", sagt
Schönauer-Gragg und baut darauf, dass die Schüler durch diese
Praxiserfahrung zusätzlich motiviert werden. ¸¸Die Schranken abzubauen",
ist für Knipper dabei entscheidend. ¸¸Wir müssen weg davon, uns
gegenseitig den Schwarzen Peter zuzuschieben", betont die
Realschul-Konrektorin hinsichtlich des schwachen Abschneidens deutscher
Schüler in der Pisa-Studie und der jüngst veröffentlichten Untersuchung
der OECD. Die enge Zusammenarbeit ¸¸gibt mir Hoffnung, die Ohrfeigen OECD
und Pisa" zu verwinden, sagt Knipper. ¸¸Wichtig ist, dass man sich nicht
gegenseitig Vorwürfe macht, sondern zusammenarbeitet", betont
Schönauer-Gragg. Bei der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen
und Schulen seien die Schulen oft der ¸¸Hemmschuh", berichtet
Chemielehrerin Alexandra Brüchert, Boris-Koordinatorin an der Realschule:
¸¸Man muss es nur wollen und sich kümmern." Mittlerweile werde Boris an
der Realschule Rockenhausen, die als einzige Realschule unter elf Schulen
in Rheinland-Pfalz an dem Projekt teilgenommen hat, durchweg akzeptiert,
auch bei den anfänglichen Skeptikern. Eine weitere Konsequenz aus dem
Projekt war es, in einigen Klassenstufen Mädchen und Jungen in Chemie
getrennt - und somit gezielter - zu unterrichten, berichtet Brüchert.
Veränderungen hat es auch in der Ausbildung bei Keiper gegeben. Es werde
auch Wert auf Sprachkenntnisse gelegt, vor allem im Hinblick auf die
Keiper-Standorte in Kanada, Spanien und England, wie Frank Trautvetter,
Leiter der Personalverwaltung in Rockenhausen berichtet. ¸¸Wir lassen die
Wochenberichte auch in Englisch schreiben", erzählt Schwab, der zudem bei
jedem Einstellungstest die Kandidaten einen Text laut vorlesen lässt. Ganz
entscheidend beispielsweise ist für viele Berufe - unabhängig von Keiper -
das Dreisatzrechnen, weiß Knipper. Er ist mit Schönauer-Gragg Vorsitzender des
Projekts Schule-Wirtschaft im Donnersbergkreis, und bei einer Tagung im
Schlosshotel Mitte Oktober will er ein Internet-Programm vorstellen, mit
dem Bewerber für einen Beruf, beispielsweise Bäcker, sehen, welche
mathematischen Fähigkeiten in der Praxis gefordert werden. Kooperation
geht weiter Am 6. Oktober steigt in der Donnersberghalle auch wieder der
¸¸B.O.S.S."-Tag (¸¸Berufliche Orientierung Schüler als Selbständige") der
Realschule und der IGSMR. Und am 8. Oktober kommen Lehrer aus ganz
Rheinland-Pfalz in die Realschule, um den Schülerladen ¸¸Flotter Euter" zu
besichtigen. Am 14. November steigt der Unternehmertag als ¸¸Tag der
Chemie" im Jahr der Chemie 2003 mit Experimentalshow in der
Donnersberghalle. Die Idee von Boris lebt also weiter und hat
vor allem eine wichtige Funktion erfüllt, wie Knipper unterstreicht:
¸¸Boris war Türöffner für Kontakte zwischen Schulen und Firmen."
SPERKO / SPERKO Quelle: Verlag: Rheinpfalz
Verlag GmbH & Co. KG Publikation: Donnersberger Rundschau Ausgabe:
Nr.227
Dienstag, den 30.
September 2003