BORIS  - Pressekonferenz --------
22.11.2000: Lehrer an Werkbank, Azubis in Schulbank
Realschule und Firma Keiper besiegeln "BORIS-Verbrüderung"


BORIS-Pressekonferenz an der Realschule





"Keiperianer" und Realschulteam besiegeln Partnerschaft der besonderen Art





Schul- und KEIPER-Vertreter erläutern die Kooperation





Gruppenfoto mit Schulleitung, Lehrkräften, Ausbildern und Abteilungsleitern




 

Mit Unterrichtsstunden durch Keiper-Ausbilder statt durch Lehrer besiegelten die Realschule Rockenhausen und die Firma Keiper GmbH & Co. am Mittwoch eine Kooperation der besonderen Art. Und dies mehr als symbolischer Akt, denn als starres Vertragspaket.

Diese Form der "Verbrüderung" ist im Rahmen des Bundesprojektes BORIS (Berufliche Orientierung - Regionale Initiativen zur Schulentwicklung), in das die Realschule Rockenhausen als einzige in ganz Rheinland-Pfalz aufgenommen wurde, "gewollt".

Realschulkonrektorin Christiane Schönauer-Gragg begrüßte im Sekretariatsgebäude der Schule die Vertreter von Keiper Bernd Knipper, Leiter der Personalförderung, Bernd Klein, Leiter der Lehrwerkstatt, Frank Trautvetter, Leiter der Personalverwaltung Standort Rockenhausen sowie die Chemielehrerin Alexandra Brüchert, BORIS-Koordinatorin an der Realschule.

Im Rahmen des Bundesprojektes, so Schönauer-Gragg, soll die enge Zusammenarbeit zwischen Betrieb und Schule den Schülerinnen und Schülern das Thema "Ökonomie" und "Technik" auf vielfältige Weise näher bringen, wobei die Realschüler in mehreren Fächern von diesem Praxisbezug profitieren. Schulleitung und Lehrkräfte auf Schulseite sowie Personalabteilung und Ausbilder auf der Firmenseite moderieren diese Kooperation gemeinsam - wissenschaftlich betreut von Professor Helfrich von der Universität Koblenz-Landau und dem Pädagogischen Zentrum Koblenz.

Schönauer-Gragg und Bernd Knipper sind Vorsitzende in dem Zusammenschluss Schule und Wirtschaft Donnersbergkreis. "Das kommt allen Schulen zugute und wir wollen mit allen Schulen zusammenarbeiten", sagte Knipper. Bei BORIS sei es allerdings beschränkt auf die Realschule. Schulentwicklung bedeute, die Eigenheit der Schule herauszustellen; bei der Realschule sei dies ein Ziel mit dem mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich - in dieser Richtung sei die Zusammenarbeit mit Keiper wichtig, so Schönauer-Gragg. Wie diese Verzahnung von Theorie und Praxis aussieht, erläuterte sie an Beispielen: Azubis und Keiper-Ausbilder diskutieren mit Klassen über den Berufsalltag, aber auch über Fachspezifisches, wie die Anwendung von Elektronik im Berufsalltag; Keiper-Azubis kommen zum Unterricht mit mathematisch-naturwissenschaftlichen Inhalten in die Realschule, betriebliche Lernsoftware wird im Englischunterricht der Schule angeboten und Lehrer können Praktika im Betrieb absolvieren.

"Die Industrie hatte wenig Nachwuchs zu verzeichnen", nennt Knipper den realistischen Hintergrund. Dadurch dass Azubis in der Schule Gleichaltrige über ihr Berufsbild informieren, sei erreicht worden, dass die Quote der Azubis bei Keiper über der allgemeinen Norm liege. Das gelte auch für wieder steigendes Interesse bei Mädchen für Männerberufe. "Wir suchen von beiden Seiten Kontakt zu anderen Gesprächspartnern und kommen uns näher. Der Lehrer versteht etwas vom Betrieb und umgekehrt", so Knipper. Dies werde durch die Kommunikationsschiene BORIS verstärkt. Bei Keiper hätten letztes Jahr Lehrer gearbeitet, anschließend seien Gespräche geführt worden.

Nächstes Jahr sollen Physiklehrer der Realschule auch an die Werkbank. Zur Zeit, so Trautvetter, zähle Keiper 112 Auszubildende im gewerblich-technischen Bereich, davon seien 25 Umschüler. Die Zusammenarbeit über zehn Jahr habe gezeigt, dass das größte Kontingent an Keiper-Azubis aus dem Realschulbereich komme, so Trautvetter. (ng)

RON - RHEINPFALZ ONLINE, Freitag, 24. Nov.00

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