Schulkonzept rund um

BORIS

Auszug aus: Projekt Chemie – Neue Wege im Unterricht“ der BILDUNGSINITIATIVE CHEMIE, 2. Auflage: November 2001: In dieser Broschüre wurde eine bundesweite Auswahl guter Beispiele für lebendigen Chemieunterricht und gelungene Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Schule und Wissenschaft zusammengestellt. Dieser Ideenpool soll alle Interessierten zur Nachahmung anregen. ( Die ganze PDF-Datei / Größe 1,1 MB)

  

Projektziel                                  Ganzheitliche Förderung des Interesses an Natur - wissenschaften im Rahmen des Schulkonzeptes

 

Durchführende Institution          Realschule Rockenhausen

 

Bundesland                               Rheinland-Pfalz

 

Zielgruppe                                 Ganze Schule

 

Beteiligte Klassenstufe/-n          5 bis 10

 

Beteiligtes Fach/Fächer             Vor allem naturwissenschaftliche Fächer

 

Projektdauer undFrequenz

der Durchführung                      Seit Mai 2000 regelmäßige Aktivitäten

 

 

Wie kam es zu diesem Projekt/der Maßnahme?

 

Im Rahmen der vom Bildungsministerium Rheinland-Pfalz sowie dem Bundesbildungsministeriumausgehenden Initiative BORIS (Berufliche Orientierung – Regionale Initiative zur Schulentwicklung)  entwickelte das Lehrerteam der Realschule Rockenhausen eine Konzeption unterschiedlicher Aktivitäten. Die Schule ist dem Projekt BORIS und dem Europaprojekt Comenius angeschlossen. Da nur sehr wenige zusätzliche Mittel zur Verfügung stehen, werden kontinuierlich Partner gesucht.

 

 

Was wird getan?

 

Die Realschule Rockenhausen betreibt Schulentwicklung auf mehreren Ebenen mit dem Schwerpunkt Mathematik-Naturwissenschaft und Technik. Ihr Ziel ist es, Schüler optimal auf das spätere Berufsleben oder eine weiterführende Schule vorzubereiten, besonders im Hinblick aufFachkompetenz, Cross Curricular Competencies und den Erziehungsauftrag.

 

S chulleitung sowie das gesamte Lehrerkollegium stehen hinter der Schwerpunktsetzung und Projektdurchführung. In Zusammenarbeit mit Schülern, Eltern und dem Wirtschaftspartner KEIPER GmbH & Co haben sie den Ist-Zustand des Schulkonzepts analysiert. Darauf aufbauend entstand das Konzept für eine Weiterentwicklung im Unterrichtsbereich und die Bündelung existierender Aktivitäten. Um die Berufsorientierung zu stärken, wurden Wahlpflichtfächer – so auch das Teilgebiet Elektronik – eingeführt und ihre Stundenzahl erhöht.

 

Die enge Kooperation mit der Firma KEIPER & Co ermöglicht, den Lernort für Naturwissenschaften mitunter in deren Lernwerkstatt zu verlegen. Dabei stehen Ausbilder des Unternehmens als Lehrkräfte für die Schüler zur Verfügung. Die Kooperation geht so weit, dass das Unternehmen englischsprachige Mitarbeiterschulungsunterlagen zur Verfügung stellt und den Lehrern Betriebspraktika anbietet. Aber auch das Unternehmen profitiert von der Zusammenarbeit: Mitarbeiter und Auszubildende erhalten Fortbildungen von Lehrkräften der Realschule.

 

Ein wichtiger Aspekt der naturwissenschaftlichen Profilbildung ist die klassenweise Aufhebung der Koedukation in den Fächern Physik und Chemie, um Mädchen im Bereich der Naturwissenschaften.

 

 

 

Was ist das Besondere an diesem Projekt/der Maßnahme?

 

Indem das Konzept Stundentafel und Arbeitsplaninhalte neu organisiert sowie inhaltliche Akzente setzt, verbindet es Innovation und Tradition, sowie Evaluierung und Weiterentwicklung. Wichtig ist neben dem breit angelegten Spektrum der Aktivitäten die umfassende Zusammenarbeit und Förderung  aller Akteure, da eine Profilbildung im ländlichen Raum trotz Schwerpunktbildung allen Fachbereichen gerecht werden muss.

 

Kollegium, Eltern, Schüler und Wirtschaftspartner arbeiten in dem Projektrahmen sehr eng zusammen. So haben Fach- und Gesamtkonferenzen das Konzept verabschiedet, Schülerversammlungen, Studientage und Fortbildungsveranstaltungen finden in regelmäßigen Abständen statt.

 

 

Erfahrungen und Empfehlungen 

 

Sowohl Schüler als auch Lehrer wurden durch das Konzept stark motiviert. Dies zeigt sich zumBeispiel in den Plänen für einen Schülerladen als Mini-Unternehmen, die aus dem Projekt B.O.S.S. (Berufliche Orientierung – Schüler als Selbstständige) 2000, bei dem Schüler und Unternehmer gemeinsam in Workshops über das Thema „Existenzgründung“ diskutieren, hervorgingen.

 

Eine Abstimmung im Lehrerkollegium, deren Ergebnis die Änderung der Stundentafel war, macht deutlich, dass eine starke Identifizierung mit der Schulentwicklung stattfindet. Die Firma KEIPER GmbH & Co gewann durch ihre Kooperation in dem Projekt neue Auszubildende aus dem Kreis der Schulabgänger. Die Resonanz auf die Auflösung der Koedukation war ebenfalls positiv: die Mehrheit der Schülerinnen der Klasse 8 votierte in einer Abstimmung für ein Beibehalten der Geschlechtertrennung im Chemieunterricht. Es ist eine rege Beteiligung und große Experimentierfreudigkeit bei den Schülerinnen zu beobachten.

 

Mit diesem Schulkonzept errang die Realschule Rockenhausen im Juni 2001 den 1. Preis imLandeswettbewerb „Qualität schulischer Arbeit in Rheinland-Pfalz“. Im Rahmen des ProjektesB.O.S.S. 1999 entwickelte die Realschule ein Konzept, das im Jahr 2000 von 40 Schulen landesweit übernommen wurde. Dennoch wünschen sich die Initiatoren, noch stärker als Multiplikatoren genutzt zu werden.

 

Der Erfolg des Projektes lässt sich unter anderem auf die konkrete Konzeption und die Offenheit des Lehrerkollegiums gegenüber Neuem zurückführen.

 

 

Ansprechpartner

 

Christiane Schönauer-Gragg (Schulleitung)

Alexandra Brüchert (BORIS-Koordinatorin)

Realschule Rockenhausen

Mühlackerweg 24c

67806 Rockenhausen

Tel.: 0 63 61/92 13 30

Fax: 0 63 61/92 13 31

E-mail: cbsg "at" gragg.de

Homepage: www.rsrok.de