Zielsetzung unserer Schulentwicklungsmaßnahmen im Rahmen von BORIS
Im Folgenden soll dargestellt werden, wie die Realschule Rockenhausen versucht eine Schulentwicklung auf mehreren Ebenen zu betreiben, die ihre Schüler als „wichtigste Kunden” optimal auf das spätere Leben im Beruf oder in der weiterführenden Schule vorbereitet, und zwar im Hinblick auf
Fachkompetenz
‚ Cross Curricular Competencies
sowie
ƒ Erziehungsauftrag
Wie im vorangehenden Schaubild dargestellt, fanden
Kollegium, Schulleitung, Schüler, Eltern und Wirtschaftspartner KEIPER GmbH
& Co im Bundesprojekt BORIS einen Weg, bereits existierende Aktivitäten zu
bündeln, neue Schwerpunkte zu setzen und zu erweitern, dabei aber auch
Schwachstellenanalyse zu betreiben, Kurskorrekturen vorzunehmen und den Weg als
Ziel zu betrachten.
|
Zum besseren Leseverständnis dieses Wettbewerbsbeitrages: Da die Realschule Rockenhausen aktuell und umfassend ihr Schulleben und ihre Schulentwicklungsschritte in ihren Internetseiten dokumentiert, sei hier - um einen allzu umfangreichen Anhang zu vermeiden - mit dem Zeichen c auf die entsprechende Internetseite verwiesen; d. h. ausgehend von der Startseite www.donnersberg.de/rsrok erreicht man mit einem Klick auf die jeweils nach dem Zeichen c genannte Stelle die entsprechende Text- oder Fotodokumentation. |
Ausgehend von
einer schulinternen Evaluation des Istzustandes unserer Schule, bei der
Eltern-, Schüler- und Kollegiumsseite zu Wort kamen, kristallisierten sich im
Herbst 1999 auf einer Gesamtkonferenz im Beisein des Schulausschusses mehrere
Ziele für eine überwiegend im Unterrichtsbereich liegende
Weiterentwicklung unserer Schule heraus. Einige seien hier genannt:
|
Istzustand 1999 |
Zielvereinbarungen |
|
ØAnalyse des
Abgängerverhaltens 1991-2000: 26% unserer SchülerInnen ergreifen einen
techn.-naturwissenschaftl. Beruf oder gehen an eine technisch orientierte
gymnasiale Oberstufe |
Teilnahme am Projekt BORIS mit Schwerpunktbildung Mathematik-Naturwissenschaft/Technik (c BORIS c Schwerpunkt MN) Europaprojekt
Comenius mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt (c Projekte c Comenius) |
|
ØVon diesen 26% gehen 33% zur Fa. KEIPER (in Rockenhausen
oder Kaiserslautern) |
Fa.
KEIPER soll offizieller Partner der Realschule werden |
|
ØRealschule bereitet auf
den Beruf vor |
Erstellen eines Berufsorientierungskonzeptes ( s. Anhang 2 oder c BORIS c Berufsorientierung) Weitere Teilnahme an B.O.S.S. (c Projekte c B.O.S.S. 2000) Stärkung
der Wahlpflichtfächer (4 statt 3 Stunden in Kl. 10) als realschultypisches Profil |
|
ØRealschule bereitet auf weiterführende Schulen vor Ø27,1% unserer
SchülerInnen wechselten an eine
gymnasiale Oberstufe (Schnitt der Jahre 1991-2000) |
Intensivierung der Kontakte mit gymnasialen Oberstufen und der BBS Kooperation
mit Uni Mainz im ADA- LOVELACE- Projekt (c BORIS c Fotos c ADA LOVELACE) |
|
ØSchule baut auf Innovation
(Multimedia, Unterrichtsmethoden) |
Aktuelle Darstellung der Schulaktivitäten in Schulhomepage / Schülerzeitung als Print- und Online-Ausgabe (c Schülerzeitung) Einführung eines Internetcafés nach Unterrichtsschluss Multimediainhalte in Fachkonferenzen / Studientag zu “Neue Medien” Teilnahme
an “Intel-Fortbildung” (55% des Kollegiums meldet sich für 40 Std. nachmittags) |
|
ØSchulleben baut auf Tradition |
Bei
einer aktiv betriebenen Schulentwicklung und der damit verbundenen
Veränderung sind wiederkehrende, traditionelle Elemente des Schulalltags
besonders wichtig, z.B. Anfangsgottesdienst, Austausche,
Lehrer-Schüler-Fußballturnier, Nikolausparty der SV, kirchl. Weihnachtsfeier,
schulweite Leonie-Kopp-Buchpreisverleihung ( jeweils c Schulinfos c Schulleben) |
|
ØLerntage Kl 5 zu Medien- und
Kommunikationstraining, Leseförderung und Gruppenarbeit (c Schulinfos c Lerntage) |
Sollen im Rahmen von BORIS auf alle anderen Klassenstufen ausgedehnt werden Lernspiralenkonzept
wird erstellt |
|
ØDisziplin und
Leistungsanspruch sind „alte neue”
Schlüsselqualifikationen |
Weiter
so! Einführung von (benoteten) Wahlfächern Informatik,
Werken und Textverarbeitung statt AGs |
Da diese Vision, mit BORIS die Qualität unserer schulischen Arbeit weiterhin insgesamt zu verbessern, alle „schulischen Mitarbeiter” betrifft, bedeutet das konsequenterweise auch die Einbeziehung dieser “Mitarbeiter”, also Schulleitung, Kollegium und Schülerschaft, Eltern, regionale Wirtschaftsbetriebe, Behörden in Entscheidungs- und Entwicklungsprozesse. Wichtig dabei ist ein ausführlicher Informationsfluss mit dem genauen Stand der Entwicklungsschritte (c Pressemitteilungen) , beispielsweise in gemeinsamen Gesamt- oder Fachkonferenzen, Schülerversammlungen (c BORIS c Schulentwicklungsschritte).
Schulentwicklung im Personalbereich
Gleichzeitig wurden Maßnahmen intensiviert, eine Personalentwicklung zu betreiben, die diese Entwicklungsschritte direkt unterstützt und so der Schulentwicklung im Allgemeinen sowie der Unterrichtsentwicklung zielgerichtet nützen.
w z. B. ein Studientag (Kollegium, Elternvertreter, Ausbilder) bei Fa. KEIPER & Co (Thema ‘Schule und Betrieb in Diskussion’), der die enge Partnerschaft beider Institutionen schon im Jahr 1997 in die Wege geleitet hat und in einer gemeinsamen Pressekonferenz am 22.11.2000 zu einer offiziellen Partnerschaft mit symbolischem Vertragsabschluss führte (c Pressemitteilungen c BORIS- Verbrüderung). Zukünftige Kooperation bedeutet beispielsweise Unterricht in bestimmten Fächern in der KEIPER-Lehrwerkstatt, Nutzung von KEIPER-Lernsoftware im Englischunterricht, Fortbildung von KEIPER-Mitarbeitern und Auszubildenden durch Lehrkräfte, Lehrer-Betriebspraktikum, etc.
w
z.
B. ein Studientag zum Thema Suchtprävention (Kollegium, Elternvertreter,
Behörden) sowie
der Besuch einer 5-tägigen Fortbildungsveranstaltung durch unsere
Beratungslehrerin für Suchtprävention. Im Anschluss wurde ein
durchgängiges Suchtpräventionskonzeptes
für Klassen 5 - 10 unter Miteinbeziehung mehrerer Fächer erstellt. Wichtig
hierbei war uns eine regelmäßige Beteiligung der Schüler im Rahmen eines
Schülermultiplikatorenprogramms für Klassen 8 und 9 (s. Anhang 1 bzw. c Projekte c
Schülermultiplikatorenseminar)
w z. B. ein Kolleginnenteam besuchte eine Fortbildungsveranstaltung zum Thema ‘Entwicklung von Schlüsselqualifikationen’, um die erworbenen Kenntnisse unserer Lerntage (Leseförderung, Medientraining, Kommunikationstraining, Gruppenarbeit) in den fünften Klassen in einem Konzept spiralförmig auf die oberen Klassenstufen auszuweiten. Hier befinden wir uns mitten in der Entwicklung...
w z.B. die für die Theater-AG verantwortliche Kollegin besuchte eine Fortbildungsveranstaltung, kam mit Arbeitsaufträgen zurück, führt diese nun in den folgenden 8 Monaten aus und nimmt wiederum - gemeinsam mit ihren AG-SchülerInnen - an einer Folgeveranstaltung teil.
Schulentwicklung im Organisationsbereich
Dass oben angesprochene Veränderung auch unweigerlich Auswirkungen auf die Organisationsstruktur einer Schule hat, versteht sich von selbst. Hier einige Vereinbarungen bzw. Konferenzbeschlüsse:
Das Wahlpflichtfach (WPF) Klasse 10 wird von 3 auf 4 Stunden erhöht (c BORIS c Schritte der Entwicklung c Stundentafel), um
Ø im WPF Mathematik-Naturwissenschaften verstärkt mit Wirtschaftspartner KEIPER zusammenzuarbeiten,
Ø das wichtige Teilgebiet Elektronik aufzugreifen
Ø den Lernort teilweise in die Lehrwerkstatt verlegen zu können und
Ø das realschultypische Profil der Wahlpflichtfächer generell zu verstärken.
Um der Förderung von Mädchen in Naturwissenschaften besonders gerecht zu werden, wird in 2 Parallelklassen die Koedukation in Physik und Chemie aufgelöst und Mädchen beider Klassen getrennt von den Jungen unterrichtet.
“BORIS-Inhalte” wurden im ersten Schulhalbjahr 2000 - vor allem im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich - in schulische Arbeitspläne aufgenommen (siehe auch c BORIS c Schritte der Entwicklung c BORIS-Beschlüsse), um...
Ø Kooperation mit außerschulischen Partnern zu institutionalisieren,
Ø Einzelmaßnahmen besser und übersichtlicher evaluieren zu können und um
Ø zu vermeiden, dass erfolgreiche Entwicklungsschritte zur Eintagsfliege werden.
Darstellung erkennbarer Erträge
Im Rahmen des Berufsorientierungskonzeptes und als direkte Folge vom Projekt B.O.S.S. 2000 plante das Wahlpflichtfach Wirtschafts- und Sozialkunde Kl. 9 die Gründung eines Schülerladens als Mini-Unternehmen in Form einer Genossenschaft und wird - nach einer Gründungsversammlung im Dezember 2000 (c Termine c 1. Halbjahr 2000) - den Laden “Flotter Euter” am Tag der offenen Tür (27.01.2001) offiziell der Öffentlichkeit vorstellen.
Als Anerkennung unserer Arbeit im Internetbereich betrachten wir eine Anfrage des Fernsehsenders NBC, der zur Folge hatte, dass Schülerinnen und Schüler verschiedene Online-Projekte im Mai 2000 während einer 4-stündigen Live-Sendung vorstellten (c Schulinfos c NBC Giga).
Erste Rückmeldung bzgl. Schülerinnen aus geschlechter getrennten Chemiegruppen Kl. 8: Die Mädchen sind in ihren Experimentiergruppen engagierter, die Unterrichtsbeteiligung ist sehr hoch, und bei der Nachfrage Anfang Januar, ob die Geschlechtertrennung beibehalten werden solle, waren (bei 2 Enthaltungen) alle dafür. (Ein Fragebogen, der vor und nach der Auflösung der Koeduktion ausgefüllt wird und mit Hilfe des wissenschaftlichen Begleiters von BORIS, Prof. Dr. Helfrich erstellt wurde, kann erst im Sommer ausgewertet werden.)
Rückmeldung der Fa. KEIPER: Die erhoffte Heranziehung von Ausbildungsnachwuchs glückte: Realschulbewerber für techn. Berufe sind durch Besuche von Ausbildern, Azubis und “Azubinen” in den Klassen sowie durch Verlegung des Lernortes zu KEIPER besser informiert; zum Ausbildungsbeginn am 1. September 2001 werden insgesamt 12 (Stand: 8. Jan. 01) unserer AbgängerInnen eingestellt (verglichen zu 5 im Sommer 2000).
Auch am Abstimmungsverhalten des Kollegiums erkennt man die Identifizierung mit der Schulentwicklung. So erfolgte die Abstimmung über die Änderung der Stundentafel - nach einer hitzigen Diskussion - mit lediglich einer Gegenstimme. Die Etatkonferenz stimmte (mit einer Enthaltung) für die Umschichtung der Etatgelder zugunsten eines neuen Computerlabors, also zu Ungunsten von ebenfalls kostenintensiven und im Übrigen auch bedürftigen Fächern wie Sport oder Musik.
Ein positives Arbeitsklima insgesamt trägt positiv zum Schulleben und auch zur Haltung gegenüber Veränderung bei. Hierfür ist - wenn auch nur peripher - auch der Krankheitsstand der Kolleginnen und Kollegen ein Indikator: Im Schuljahr 1996/97 mussten 222 Krankheitstage vertreten werden, im Schuljahr 1999/2000 hingegen lediglich 52. Dies führte - laut für den Rechnungshof erstellter Liste - zu einem Ausfall von genau 18 Pflicht-Unterrichtsstunden im ersten Schulhalbjahr 2000 - ebenfalls ein “Markenzeichen” unserer Schule, im Sinne einer “Waste Factory” Verschwendung zu vermeiden. Dies lässt im Übrigen auch auf die Bereitwilligkeit der KollegInnen schließen, Vertretungsstunden zu übernehmen...
Dass die Realschule Rockenhausen in ihren Bemühungen inzwischen teilweise eine Vorreiterrolle übernimmt, beweisen zum einen die Teilnahme am Projekt B.O.S.S. 1999, bei dem die Realschule gemeinsam mit ihrer Nachbarschule ein Konzept entwickelt hat, das im Jahr 2000 von 40 Schulen landesweit übernommen wurde. Zum anderen stellte die Realschule ihre BORIS- Ideen auf einer Pressekonferenz mit Bildungsminister Prof. Dr. Zöllner im Mainzer Landtag (5.5.2000) vor (c BORIS c Fotos c Eröffnungs-Pressekonferenz) und konnte - gemeinsam mit ihrem Wirtschaftspartner- auf der Bundestagung ‘Schule - Wirtschaft / Arbeitsleben’ am 29.9.2000 bereits erste Schulentwicklungsschritte präsentieren. Die Powerpoint-Präsentation ist unterc BORIS c Schritte der Schulentwicklung c 22. Sept. 00 zu sehen.
Reaktion verschiedener ‘schulischer Mitarbeiter’ auf die Ausschreibung
Reaktion des Schulelternbeirats (Sitzung vom 27.11.2000) und des Fördervereins (Sitzung vom 13.12.2000) : „Die Realschule hat auf eine solche Ausschreibung nur gewartet. Die gemeinsame Erziehungsarbeit von Realschule und Elternhaus funktioniert gut, eine Einbeziehung der Eltern in die BORIS-Schulentwicklung geht weit über ein Fördervereinssponsoring (s. Anhang 3 ) hinaus.”
Reaktion des Personalrates: “Viele der ausgeschriebenen Qualitätsaspekte sind im Schulalltag selbstverständlich und bedürfen an unserer Schule keiner formalen Beschlüsse, so z. B.
J das regelmäßige Schreiben von Vergleichsarbeiten in Mathematik und Deutsch,
J das konsequente Austauschen von guten Unterrichtsskizzen und -materialien oder die
J Durchführung von Kollegiums- und Schülerbefragungen mit entsprechenden Schlussfolgerungen.”
Generell herrscht eine teamorientierte Atmosphäre der Kooperation und “konstruktiven Kritik”, in der Verbesserungsvorschläge von allen Seiten willkommen sind, der also einen „Kontinuierlichen Verbesserungsprozess” („KVP”) in unserer Schulentwicklung garantiert.
Dieser Wettbewerbsbeitrag wurde erstellt in Zusammenarbeit mit
Christiane Schönauer-Gragg (Realschulkonrektorin)
Beate Geminn (Vorsitzende des Personalrats)
Alexandra Brüchert (BORIS-Koordinatorin)
Joachim Bayer (Vorsitzender des Fördervereins)
Bernd Knipper (Personalförderung, Fa. KEIPER GmbH & Co.)
Ralph Brendel (Vorsitzender des
Schulelternbeirates)