P

ressebericht: Jahreshauptversammlung 2002

Die reportage: Guter Gewinn dank Pfirsich-Eistee und Corny Kokos

ROCKENHAUSEN: Jahreshauptversammlung des "Flotten Euter" an der Realschule - Da staunen auch die Lehrer

Verkehrte Welt im kleinen Saal der Donnersberghalle in Rockenhausen? Da sitzen einige Schüler der Realschule Rockenhausen mit ganz gespanntem Blick und lauschen den Worten des Vorstandes Julian Keller - Schüler der zehnten Klasse. Jeder Lehrer würde sich wohl über solch eine Stille im Unterricht freuen. Nur zum Spaß ist hier aber niemand da. Was in der Donnersberghalle stattfindet, ist die Jahreshauptversammlung der "Flotter Euter Aktiengesellschaft".

Preise für besonderes Engagement
Flotter Euter AG übergibt an Flotten Euter GmbH
(3. Generation) 

Schon beim Gang in die Donnersberghalle kommt man sich vor, als sei dies die Versammlung eines großen Unternehmens. Vor dem Eingang erhält jeder Besucher einen grünen Stimmzettel - selbstverständlich mit Namen ausgefüllt. Ein beeindruckendes Buffet und gekühlte Getränke locken zunächst für einige Fachgespräche.

Julian Keller beantwortet professionell alle Fragen zu seiner AG. Stets weiß er eine Antwort - ohne darüber groß nachzudenken. Es ist klar, dass er über sein Unternehmen absolut Bescheid weiß. Die Schüler setzen sich, Lehrer sind ausnahmsweise nur Zuschauer. Die Redakteure der Schülerzeitung "Penne" haben einen gesonderten Tisch mit einem großen Schild "Presse" davor. Das Wort hat Julian Keller: "Ich begrüße die SV, den Aufsichtsrat, die Presse und alle Aktionäre", ein großer Vorstandsboss würde das wohl auch nicht besser hinbekommen.

Das Wort wird Stefanie Heidrich und Rebecca Berger erteilt. Die beiden Mädchen präsentieren den Jahresrückblick. "Es gab Probleme, was für Produkte verkauft werden sollen und für welche Unternehmensform sich entschieden wird". Abo gegen Kundenschlangen Mit einem Abo habe man versucht, die Schlangen vor dem Schülerladen zu verkleinern. Dies habe zunächst gut geklappt, sei dann aber letztend lich doch aufgelöst worden. Stefanie und Rebecca machen ihre Sache gekonnt und erhalten viel Applaus.

Felix Völkel erläutert den Bericht der Finanzgruppe. Auf dem Overheadprojektor präsentiert er seine Tabelle. Die Produkte sind unterteilt in Getränke, Riegel, Hefte, Snacks, Milchprodukte, Pfand und "Dritte Welt-Produkte". Die Tabelle ist übersichtlich aufgeteilt in Produkte, Verkauf, Einkauf und Saldo. Anschaulich legt er dar, dass unter anderem der Pfirsich-Eistee bei den Getränken und "Corny Kokos" und "Corny Schoko" bei den Riegeln umsatzstärkste Ware waren. Fehlkalkulation habe das Einkaufsteam dagegen bei "Tic Tac Minze" getätigt. "Außerdem haben wir beim Pfand einen Gewinn gemacht, weil die Schüler die Flaschen nicht zurückgebracht haben", erläutert Felix ganz trocken. Für die Ausgaben zeigt sich Julia Günzel verantwortlich. So sind bei Personal und Fahrt viel mehr Kosten entstanden, als geplant, weil man die Abschlussfahrt des "Flotten Euter-Teams" in der Kalkulation nicht eingerechnet hatte.

1697,02 Euro Überschuss - Maurice Troubal macht die Gewinn- und Verlustrechnung. Für jede Differenz hat er eine Begründung. Nichts ist bei der Auflistung vergessen worden. Julian erklärt, wie der Überschuss verwendet wird. Die AG hat ein Plus von 1697,02 Euro. 150 Euro gehen als Zuschuss für die Folgegruppe, 777,02 Euro als Spende an die SV, und die übrigen 770 Euro sind Spenden an Dritte. Einen Antrag hierfür stellt Lehrerin Astrid Blumann zugunsten der Bibliothek. Neue Regale und Bücher werden benötigt. Frauke Sensen stellt einen Antrag, da der Streitschlichter-Raum eine Renovierung nötig hat. Die SV wünscht sich, dass das Geld im Haus bleibt. Die übrigen Euros könnten der Haus AG - zur Renovierung einiger Säle - und der Berufs-Informations-Bibliothek (BIB) gespendet werden.

Der Vorsitzende des Fördervereins Joachim Bayer erklärt sich bereit, den Streitschlichtern 150 Euro zu spenden und schlägt vor, die 770 Euro an die anderen beiden Antragssteller zu verteilen. Natürlich muss darüber abgestimmt werden. Alle grünen Stimmzettel gehen in die Höhe - der Vorschlag wird einstimmig angenommen.

Schulleiterin Christiane Schönauer-Gragg erhält als erste Lehrkraft das Wort: "Warum macht man sich diese Mühe überhaupt?" Selbst an den Wochenenden säßen die Jungen und Mädchen in der Schule. Aber durch die Arbeit beim ,Flotten Euter" hätten sie die Chance, Praxis-Arbeit zu leisten. Gerade für die spätere Ausbildung sie das ein großer Vorteil. Schließlich ist "der ,Flotte Euter" mittlerweile bekannt wie ein bunter Hund". Schönauer-Gragg stellt den Antrag auf Entlastung der Vorstandschaft. Alle Stimmzettel gehen wieder nach oben. Julian übergibt seinen Nachfolgern Viktor Holz und Felix Fiscus symbolisch eine Kuh. Die Jahreshauptversammlung ist vorbei. Die Lehrer sitzen im Hintergrund und staunen, was ihre Schüler da leisten.

Von unserem Mitarbeiter: Sebastian Stollhof

RON - RHEINPFALZ ONLINE, Montag, 21. Okt. 2002 





Internetseiten des Flotten Euter