D ie Reportage: Kran "pflanzt" den Namensbaum
ROCKENHAUSEN : Eine Schüleridee "aus Metall" landet auf dem Podest


Die vielen akkuraten Blätter blinken in der Sonne, gleich wird der braune Riese gepflanzt. Aber nicht mit Schaufel oder Spaten, sondern per Kran. Und mit Erde kommt er auch nicht in Berührung: der Metallbaum, der auf dem Gelände der Realschule Rockenhausen am Dienstagvormittag unter dem Beifall vieler Schüler installiert worden ist.

Hausmeister und Metallbauer Bernd Koch "chauffiert" das Objekt mit 3,50 Metern Durchmesser auf dem Anhänger an Ort und Stelle, den Baum aus Stahl, der ganz schön rostig aussieht. "Das soll so sein", sagt Koch, der für die Ausführung der Metallarbeiten zuständig ist.

Die Pflanzung
Mehr Fotos von der Planung bis zur Fertigstellung - Hier der Wochenblatt-Bericht der Pflanzung

Die Idee stammt von René Bechberger. Der 17-jährige Schüler hat im Hinblick auf das 40-jährige Schuljubiläum diese "Gedenkstätte", wie er den Baum bezeichnet, bereits von der Zeichnung an per CAD-Programm entworfen. Das Projekt hat er auch Landrat Winfried Werner und Bürgermeister Karl-Heinz Seebald präsentiert. Die Blätter wurden im Kunstunterricht von Schülern der 10. Klasse "ausgebrannt". "Wo ist denn mein Blatt", sagt ein Schüler, der den Pflanzvorgang verfolgt und intensiv zum Blätterwerk schaut. Jedes Blatt trägt den Namen einer Schülerin oder eines Schülers, die in der Realschule die Schulbank drücken. Klar, dass jedes Jahr neue Namen dazu graviert werden.

"Das Gesamtprojekt hat ganze sechs Monate gedauert", informiert René Bechberger. "Heute ist der krönende Abschluss", sagt er stolz. Denn erst ging es darum ein Podest zu bauen, auf den der Baum dann gehievt werden konnte. "14 Kubikmeter Beton wurden verarbeitet": das hat die Firma Bechberger aus Sippersfeld ausgeführt - deren Chef ist ein Onkel von René.

Mit anderen Schülern zusammen (insbesondere Sebastian Türoff, Andreas Haber, Martin Leister, Tobias Wetzler und Robin Graf) wurde ausgeschalt und Natursteinplatten angebracht. Und zwar in der Freizeit, in den Osterferien. Da haben auch Schüler der achten und neunten Klassen mitgewirkt.

Die Aktion zieht sich in die Länge, Ketten müssen fachmännisch am Metallbaum angebracht werden, bevor Harald Stefan aus Kriegsfeld endlich die gesicherte "Gedenkstätte" mit dem Kran aus dem Hänger heben kann. Den Schülern macht die Verzögerung nichts aus, im Gegenteil. Ist doch ihre Pause jetzt ein bisschen länger und zu sehen gibt es auch was. Arkan allerdings gefällt der Baum nicht. Der müsste besser "Rostkastanie" heißen, meint er. "Warum hat man ihn nicht schön silbrig ab geschliffen", fragt er.

"Der Countdown läuft" - der Metallbaum wird in das vorinstallierte braune Metallrohr auf dem Podest eingesetzt. "Im Stand" misst er fünf Meter. Beifall von Schülern und Lehrern. "Wir rechnen mit Kosten von 5000 Euro", sagt Realschulrektorin Christiane Schönauer-Gragg. Für die unkonventionelle und lobenswerte Idee aus der Schülerschaft werden noch Sponsoren gesucht. (ng)



DIE RHEINPFALZ, 13. Juli 2006