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ängere Schienen + höhere Crash-Anforderung = neue Presse


ROCKENHAUSEN: Mathematik im Keiper-Alltag am Beispiel „Schneidkraft" - 50 Mathe-Lehrer aus Rheinland-Pfalz zu Besuch

Neuer Auftrag für den Autozulieferer Keiper: Ab 2009 werden für General Motors längere Sitzschienen als bisher produziert; außerdem sollen die Schienen höheren Crash-Anforderungen genügen, also weist das Material eine größere Festigkeit aus. Reicht zum Ausstanzen dieser Schienen die 1000-Tonnen-Presse? Wenn die 50 Lehrer aus Rheinland-Pfalz bei der Auftaktveranstaltung zum Jahr der Mathematik im Rockenhausener Keiper-Werk aufgepasst haben, müssten sie das ausrechnen können.

Denn die „Schneidkraft" haben Keiper-Azubis nicht nur an einer Handstanz-Maschine anschaulich demonstriert, sondern auch die Formel zur Berechnung erläutert. Die vorgegebenen Größen: die auszustanzende Fläche, die Dicke und „Rmmax", also die Kraft, die pro Quadratmillimeter wirken muss, damit das Material bricht. Auf die neuen Autositz-Schienen angewendet lautet das Ergebnis: neue Presse. Die größere Stanzfläche und die höhere Festigkeit des Materials erfordern die Kraft einer Zwölf-Tonnen-Presse. Diese hat Keiper auch schon bestellt und das Dach des Werksgeländes vorbereitet: Denn das „Monstrum" wird mit einem Spezialkran von oben in die Halle gehievt.

Dieses Rechenexempel ist nur ein Beispiel für das Motto des vom Bundesforschungs- und -bildungsministerium ausgerufenen Jahres der Mathematik: „Spannend und realitätsnah - Anwendung im betrieblichen Alltag". Die Lehrer haben sich nun in dem Auftakt-Treffen bei Keiper Anregungen geholt, wie sich dies in den Unterricht einbauen lässt. Fündig geworden sind sie auch in der Abteilung Qualitätssicherung. Dort musste der Winkel berechnet werden, in dem ein Pendel fallen muss, damit es auf eine Kopfstütze mit 15 km/h aufschlägt. Da gab es ein Wiedersehen mit cosinus und der Fallbeschleunigung g.

Insgesamt haben Keiper-Azubis 15 Rechenaufgaben mit Praxisbezug an den Stationen vorgestellt. So zum Beispiel auch zu den Materialkosten über die Laufzeit eines Produktes, den Nutzungsgrad oder Tarifsteigerungen. Viele Unbekannte waren da für Christiane Schönauer-Gragg, Leiterin der Realschule Rockenhausen, nicht mehr dabei. Schließlich sind die Realschule und Keiper seit 2002 im Arbeitskreis Schule und Wirtschaft. (lor)


DIE RHEINPFALZ, 12. Dezember 2007