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it Podiumsdiskussion und Briefen gegen Walfang
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Podiumsdiskussion mit MdB Herzog und Greenpeacevertreterin Harth
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ROCKENHAUSEN: Schüler der Realschule machen nach Abschluss des Plakatwettbewerbs mit Thema weiter
„Schreib: ,Sie können das verhindern"!" - die Schüler der Ethik-Klasse Acht der Realschule Rockenhausen formulieren gerade einen Brief, der große Wirkung zeigen soll. Die Jugendlichen wollen möglichst viele Menschen dazu bringen, sich bei der japanischen Botschaft über den Walfang zu beschweren.
Doch die richtigen Worte zu finden ist nicht einfach.
Eigentlich ist das Projekt „Walfang" schon so gut wie abgeschlossen.
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Lediglich ein Plakat fordert die Aufgabenstellung der Bundeszentrale für politische Bildung. Und dieses Plakat - in der Mitte ein Wal, Bilder und Infos in den Luftblasen - liegt in den letzten Zügen - der Abgabetermin naht. Wie jedes Jahr gibt es einen Schüler-Wettbewerb zur politischen Bildung, an dem sich die Ethik-Klasse beteiligt. Die Rockenhausener Realschüler haben sich für den Komplex „Mensch, wie gehst Du mit Tieren um" entschieden. Das Thema Walfang ist vorgegeben, wird im Unterricht besprochen. Dann kommt von Lehrer David Vogel die „entscheidende" Frage: „Schließen wir das Thema ab, oder wollt ihr etwas gegen den Walfang tun?" Für die Schüler ist die Entscheidung schnell getroffen. Auslöser zum Weitermachen, so die Schüler einstimmig, waren die brutalen Bilder, die sie bei der Recherche im Internet gefunden haben.
Doch was kann man als Schüler schon ausrichten? Die Frage, was die Politik vom Walfang hält, ist ein erster Ansatz. Jeder Schüler der Ethik-Gruppe schreibt einen Brief, einer davon wird ausgewählt und an den Bundestagsabgeordneten unseres Wahlkreises, Gustav Herzog, geschickt. Und der kommt - nach mehreren Telefonaten mit seiner Sekretärin - tatsächlich zur Podiumsdiskussion. Ein Erfolg für die kleine Ethik-Klasse. Mit dabei auch Mechthild Harth von der Greenpeace-Ortsgruppe Kaiserslautern. Doch haben sich die Schüler den Verlauf der Diskussion dann doch etwas anders vorgestellt. Denn auch die beiden „Promis" sind gegen den Walfang.
Also wird eine andere Idee gebraucht, um auf die großen Meeressäuger und gegen ihre Bedrohung aufmerksam zu machen. Eine Briefkette wollen die zehn 14- und 15-Jährigen anstoßen. Ihrer Meinung nach haben Briefe eine größere Wirkung als eine Unterschriftenaktion. Deutschlandweit soll die Briefaktion durchgeführt werden: „Wir haben Freunde in anderen Städten" - eine Schülerin ist sich sicher, dass viele Briefe zusammenkommen, kennt sie doch Menschen in ganz Deutschland. Damit nicht jeder das selbe schreibt, entwerfen die Schüler ein Flugblatt. Dieses soll die Empfänger der Briefaktion informieren und sie dazu animieren selbst einen Protestbrief zu schreiben.
Aber an wen soll sich der Protest richten? An die japanische Botschaft oder an japanische Unternehmen? Bei letzteren würde der Protest sich besser verteilen, sind sich die Jugendlichen einig. Einen Tipp von Herzog finden sie auch nicht schlecht: Handschriftliche Briefe seien für die Empfänger in Japan etwas persönlicheres als unterschriebene Ausdrucke. Und wie sollen die Walfanggegner angesprochen werden? „Sie sind mit daran Schuld, dass Wale sterben" - die Menschen sollen sich mitschuldig fühlen, findet Sarah. „Aber wenn wir schreiben "Sie müssen", dann schmeißen sie das gleich weg", vermutet Mira. Dann der Kompromiss: „Sie können etwas tun - helfen Sie uns". Es klingt fast wie bei einer Werbeagentur, findet Ylenia, aber sie weiß auch, dass viel Überzeugungsarbeit nötig ist, damit die Aktion ein Erfolg wird. „Wenn sie es schaffen, dass 100 Briefe geschrieben werden, wäre das ein schöner Erfolg", ist sich Vogel auch sicher, dass es eine „gewaltige Arbeit" sein wird. Er findet den Einsatz der Ethik-Gruppe gut: Die Jugendlichen können mit dieser Aktion ausprobieren, wie sie sich engagieren können. Im Unterricht geht es weiter zum nächsten Thema - die Briefkette ist jetzt sozusagen das „Privatvergnügen" der zehn Schüler. (aldl)
DIE RHEINPFALZ, Samstag, den 22. Dezember 2007