ressebericht - März 2009 |
ROCKENHAUSEN: Für neue Schule sind nach Abschluss getrennte Klassen vorgesehen - Zukunft des Schulzweckverbandes offen

Die Realschule Rockenhausen soll zum Schuljahr 2010/2011 in eine Realschule plus in kooperativer Form umgewandelt werden. Das hat der Schulzweckverband Rockenhausen als Träger der Schule bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Neustadt beantragt. Kooperativ bedeutet, dass die Schüler ab der siebten Klasse je nach angestrebtem Abschluss in getrennten Klassen unterrichtet werden. Offen ist, wer Träger der Schule sein wird: Kreis oder Schulzweckverband.
Der in den 1990er Jahren gegründete Zweckverband besteht aus Vertretern der Verbandsgemeinde Rockenhausen und des Donnersbergkreises. Er ist zuständig für die Integrierte Gesamtschule und die Realschule Rockenhausen. Mit der Schulstrukturreform stellt sich die Frage nach der Zukunft des Zweckverbandes: Denn nach den Plänen der Landesregierung sollen alle künftigen Realschulen plus mit zusätzlicher Fachoberschule zwingend auf die Landkreise übergehen. Eine solche Oberschule, die zur Fachhochschulreife führt, will der Zweckverband für die Realschule Rockenhausen zum nächstmöglichen Zeitpunkt beantragen.
Seitens des Landes würde der Zweckverband dennoch nicht in Frage gestellt: Schließlich ist das Zwittergebilde aus VG und Kreis gerade wegen der Gründung der IGS - dem damaligen Schulmodell - mit gymnasialer Oberstufe entstanden. Die Ausnahme von der Regel, wonach der Kreis Träger einer solchen Schule sein muss, ist also damals gebilligt worden und wäre auch mit der neuen Oberschule an der Realschule plus noch gültig. Doch sind die mit der Reform verbundenen Änderungen für die Verbandsgemeinde der Anlass, über die Fortführung des Zweckverbandes nachzudenken: Behält man diesen bei, bezahlt man weiterhin direkt für die Schulen in Trägerschaft der VG (die Grundschulen) beziehungsweise des Zweckverbandes ( Realschule und IGS). Sollte der Kreis aber - was derzeit noch offen ist - durch die Reform weitere Schulen dazu bekommen, dann könnte dies unter Umständen eine höhere Kreisumlage zur Folge haben. Einfach ausgedrückt: Die VG Rockenhausen müsste gleich dreifach zahlen.
Über den Fortbestand des Zweckverbandes hat der Verbandsgemeinderat in der vorigen Woche nichtöffentlich beraten, dabei aber noch kein Ergebnis erzielt. Klar ist: Zieht sich die Verbandsgemeinde Rockenhausen aus dem Schulzweckverband zurück, wird dieser aufgelöst. Damit gingen Realschule (plus) und Integrierte Gesamtschule automatisch auf den Donnersbergkreis über.
Grundlage für die Umwandlung der Realschule in eine Realschule plus ist der Schulentwicklungsplan des Donnersbergkreises. Dieser sieht vor, dass in Rockenhausen neben dem Fortbestand der Integrierten Gesamtschule eine Realschule plus in kooperativer Form entstehen soll. Die Schule bietet dann zwei Bildungszüge an: einen Hauptschul- und einen Realschulzweig. Die beiden Formen sind durchlässig - das heißt, die Schüler können nach Überprüfung von einem Zweig in den anderen wechseln. Da der Antrag des Schulzweckverbandes erst für 2010/2011 gestellt worden ist, bleibt im kommenden Schuljahr an der Realschule noch alles beim Alten. (kra)
stichwort
Realschule plus
Die Realschule plus führt ab 2009 die bisherigen Hauptschulen und Realschulen in Rheinland-Pfalz zusammen. Bis 2013 soll dieser Prozess landesweit umgesetzt sein. Die Regionalen Schulen und Dualen Oberschulen werden ebenfalls in die Realschule plus überführt. Die Bildungswege, die an diesen Schulen möglich waren, bleiben erhalten. Zusätzlich eröffnen sich neue Möglichkeiten.
Die Realschule plus wird es in zwei Formen geben: kooperativ und integrativ. Beide führen zur Mittleren Reife und zum Abschluss der Berufsreife. Kooperativ heißt, dass nach der gemeinsamen Orientierungsstufe die Schülerinnen und Schüler in abschlussbezogenen Klassen unterrichtet werden. Integrativ heißt, die Schülerinnen und Schüler bleiben auch nach der Orientierungsstufe im Klassenverband zusammen. Es wird in einzelnen Fächern entsprechend der Leistungsfähigkeit differenziert. Die Durchlässigkeit ist aufgrund der gemeinsamen Schulorganisation sehr hoch. Die Realschule plus kann mit einer Fachoberschule, die zur Fachhochschulreife führt, organisatorisch verbunden werden.
Nach den ursprünglichen Plänen sollten die neuen Realschulen ausnahmslos auf die Landkreise übergehen. Nach Kritik aus Reihen der Kommunen besteht nun Wahlfreiheit: Die bisherigen Träger können entscheiden, ob sie die Schule behalten oder an den Kreis abgeben. Die Landkreise sollen nur dann zwingend Träger der Realschule plus sein, wenn diese über eine Oberstufe verfügt, an der die Schüler die Fachhochschulreife erwerben können. (red)
Quelle: Rheinpfalz, 24.03 2009