Er betreibt
Besucherzentren, hat ein Informationstafelsystem errichtet, erarbeitet
Broschüren und unterhält Lehrpfade. Daneben betreibt er auch eine erhaltende
Tätigkeit, wie das Mähen und die Schilfbehandlung.
Auch mit seiner amtlichen
Tätigkeit bewirkt der Nationalpark die Erhaltung der Naturwerte: mit Hilfe des
Naturschutzgesetzes erhält er die traditionelle Bewirtschaftung, bewahrt das
Landschaftsbild auf den Weinbergen und genehmigt nur die in die Landschaft
passenden Hausbauten. Bei der Land-, Wasser- und Forstwirtschaft werden
ebenfalls die natürlichen Methoden bevorzugt.
3. Der Besuch im Nationalpark
Beim Besuch des
Nationalparks fallen die eigenartigen Sarg- und Kegelformen ins Auge.
Weltberühmt sind die vulkanischen Berge des Kali Beckens. Es sind versteinerte
Sandhäufungen des ehemaligen Pannonischen Meeres, deshalb auch Steinerne Meere
genannt. Der zweite wichtige Teil des Nationalparks ist die Balatonküste mit
ihren mit Schilf bewachsenen Ufern.
a) Das Kali Becken
Der erste Besuchspunkt war
das Kali Becken. Auffallend sind neben den Felsformationen die mediterrane
Vegetation.
Im östlichen Teil des
Beckens bietet des Hegyestü mit seinen 20 Meter hohen Basaltsäulen einen
überwältigenden Anblick. Der Hegyestü ist 338m hoch. Am Fuße des Berges befindet
sich ein Bergwerk, das den Hegyestü bereits halb abgebaut hatte.
Nach der Restaurierung der alten Bergwerksgebäude eröffnete der
Nationalpark dort eine Ausstellung, die das geologische Gebilde und die
Geschichte des Basaltbergbaus vorstellt.
Der Bergwerkhof wurde
1997 rekultiviert und es wurden Treppen gebaut, über die man in zehn Minuten die
338m hohe Bergspitze erreichen kann. Von hier aus kann man das ganze Kali Becken
überblicken.
Blick über
das Kali-Becken
Dabei können auch die Überreste einer Festung aus der Zeit der Arpaden
erkannt werden. In der Zeit der Könige aus dem Arpad – Haus wohnten die
Gefolgsleute des Königshofes im Kali-Becken. Im Jahre 1341/42 tauschte der
Bischof von Veszprem die Burg von Tatika gegen die Dörfer des Kali-Beckens. Die
Bedeutung der Dörfer wird auch dadurch deutlich, dass viele Bewohner des
Kali-Beckens Adelsrechte hatten. Während der türkischen Eroberung wurde das
dichte Siedlungsnetz stark zerstört. Den Platz der verwüsteten Dörfer zeigen nur
noch die Ruinen alter Kirchen.
Wegen des Kalksteins und des Dolomits sieht man trockene
Zerreichenwälder. Sie sind in diesem Sommer gänzlich braun, weil es seit April
nicht mehr geregnet hat. Im Frühjahr überzögen Primeln und Anemonen den Wald mit
einem bunten Teppich erzählt die Biologin Katalin . Man kann auch die berühmte
Strauchart des Balaton-Oberlandes im lichten Wald erkennen, den Perückenbaum.
Die Blätter sind jetzt karminrot gefärbt. Früher kauften die Gerber die jungen
Triebe und Blätter auf und so war das Perückenbaumsammeln eine wichtige
Nebeneinnahmequelle der Bevölkerung. Als wir zurück zum Bergwerk gehen,
erreichen wir am Rande des Waldes, oberhalb eines zerstörten Stalles einen
Weidewald mit riesigen Ahornbäumen.
b) Die „Steinernen Meere“
Nun geht es zu den steinernen
Meeren des Beckens. Diese bizarren, aus Felsen bestehende Steinrücken,
stellen eine einzigartige geologische Sehenswürdigkeit dar. Sie blieben nur im
Kali-Becken erhalten, Das schönste von ihnen liegt in der Nähe von
Szentbekkalla.
Diese Steinkolosse bewahren versteinerte Schollen des Pannon
Meeres. Die Winde haben sie von den Ablagerungen befreit und an die Oberfläche
gebracht. Die Steine wurden in früheren Zeiten als Mühlsteine verwendet.
Ein besonderes Erlebnis ist
der sogenannte „Schwankende Stein“, der sich schon unter dem Gewicht von einem
Menschen bewegt. Ein sehr beeindruckendes Experiment, das sowohl bei Leicht- als
auch bei Schwergewichten funktioniert.
 Der obere Deckstein schaukelt leicht...
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 ... unter dem Gewicht
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c) Die Theodora-Quelle
Wir gehen an kleinen
Tuffkegeln und Weinbergen vorbei zum
Dorf Kekkut, an dessen
Rande die berühmte Theodora-Quelle liegt. Das Mineralwasser wird unter diesem
Namen in ganz Europa vertrieben.
 Die Quelle
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 Das Egyed-Haus
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d) Das Egyed-Haus
Weiter geht es zum Egyed-Haus, einem volkstümlichen
Kunstdenkmal. Das Wohnhaus mit vorderer Vorratskammer und Rauchküche stammt aus
dem 18.Jahrhundert und war bis Ende der sechziger Jahre im zwanzigsten
Jahrhundert
in unverändertem Zustand bewohnt .
Das Egyed-Haus ist ein
sogenanntes Kammhaus. Das heißt, dass die Grundstücke entlang der Dorfstraße
nebeneinander liegen. Die Grundstücke sind schmal und tief, deshalb stehen die
Häuser mit dem Giebel zur Straße. Sie sind angeordnet wie
Kammzähne.
Die Häuser sind aus Holz
gebaut und der Schwellenkranz aus Eichenholz wurde als Fundament unmittelbar auf
die gestampfte Erde gelegt. Es kam vor, dass später ganze Häuser an diesem
Schwellenkranz gefasst wurden und auf einen anderen Platz geschoben wurden.
Auf
die vier Ecken des
Schwellenkranzes wurden Holzpfeiler gestellt, die oben durch die Mauerlatte
zusammengehalten wurden. Die Holzpfeiler wurden durch Stützholz am
Schwellenkranz befestigt. Die Deckenbalken wurden dann über die Konstruktion
gehoben. Im Hauptbalken, oft reich verziert, wurde die Bauzeit des Hauses
verzeichnet. Schließlich kam die Dachkonstruktion, die aus Tannenholz gefertigt
wurde.
Das Haus hat drei Räume: Stube – Küche – Kammer.
Längs des Hauses stehen die
Pfeiler des Laubengangs, hier reich mit Ornamenten verziert. Das Haus ist mit
Roggenstroh bedeckt. Es hat ein Walmdach und muss alle drei Jahre neu gedeckt
werden.
Wie alle alten Häuser hat
es keinen Schornstein . Die Entlüftung geschieht allein über die Tür zum
Laubengang. Die Küche hat einen lehmbeworfenen Ofen, eine Lehmbank und ein
Kesselgestell. Die Kachelöfen der beiden anderen Räume wurden von hier beheizt.
Der Rauch hatte einen Weg
ins Freie durch den Dachboden.
Die Wände des Gebäudes sind
ein Flechtwerk mit Strohlehmputz.
e) Das
Besucherzentrum
Am Dorfende von Salföld kann man im „Meierhof“
den zentralen Ausstellungsort des Nationalparks Balaton – Oberland besichtigen.
 Das Besucherzentrum
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Hier sieht
man die in dieser Gegend
einstmals gezüchteten Haustiere:
- das ungarische graue
Rind
- den ungarischen
Büffel
-
das Mangalica – Schwein
-
das Racka – Schaf
-
den ungarischen Schäferhund
Diese Tiere werden in der Meierei
noch heute gezüchtet.
Die Meierei ist das Empfangszentrum des Nationalparks. Von hier aus
starten in der Regel die mit fachmännischen Führern ausgestatteten Wander- und
Kutschentouren zu den schönsten Naturschätzen der Gegend. Im Vorführraum der
Meierei werden Filme und Dias vorgeführt über die Sehenswürdigkeiten, die
seltenen Tier- und Pflanzenarten und die geologischen Schätze des
Nationalparks.
Die Gebäude entstanden 1994-1998 aus den zusammengefallenen
LPG-Ställen. Daneben wird aber auch die traditionelle Bebauung der Gegend
gezeigt. So wurde sogar die Steinmauer der Einfriedung als Trockenmauer
gebaut.
Am unteren Ende der Steinmauer, neben dem
Parkplatz, steht das Wanderkartenhäuschen, das auf die Sehenswürdigkeiten des
Ortes und seiner Umgebung aufmerksam macht.
C
Projektergebnis
Die meisten Bewohner des Kali-Beckens leben heute vom Weinbau und vom
immer mehr wachsenden Dorftourismus. Inzwischen sind , Dank der Broschüren der
Nationalparkverwaltung, die Restaurants und Pensionen des Balaton-Oberlandes bei
den Touristen allgemein beliebt. Man versucht durch stilgerechte Renovierung die
Attraktivität der Dörfer zu fördern.
Gleichzeitig wurde aber
auch deutlich, dass durch dies neu geschaffene Attraktivität die Gefahr besteht,
dass der Nationalpark das Ziel zu vieler Touristen wird und damit das
ökologische Gleichgewicht nicht mehr erhalten werden
kann.
Der Nationalpark Balaton-Oberland kann unserer Meinung nach
zum gegenwärtigen Zeitpunkt als Beispiel eines gelungenen Ökotourismus angesehen
werden.
Natürlich konnten wir an
einem Tag nur einen Einblick in die touristischen Möglichkeiten des
Nationalparks gewinnen. Aber die Basaltsäulen des Hegyestü und schwankenden
Steinen hinterließen einen nachhaltigen Eindruck.
Einige Teilnehmer des Projekts kannten schon andere Projekte
des ungarischen Ökotourismus, wie den Kleinen Plattensee und den geologischen
Lehrpfad auf der Halbinsel Tihany. Sie waren Gegenstand einer Führung
mit dem Schüleraustausch im vergangenen Jahr.
Dabei wurde auch die Idee des Projektthemas geboren, da die Leiter der deutschen
und der ungarischen Gruppe feststellten, dass sowohl ungarische als auch
deutsche Schüler sehr viel Interesse an diesem Thema
haben.
Die gemeinsame Arbeit der Schüler aus der Realschule
Rockenhausen und dem Zrinyi-Miklos-Gymnasium
wurde auch in der ungarischen Presse positiv
bewertet.