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ressebericht - 26. Okt. 2003


Vierte Generation jetzt am Ruder - Zu Fotos

Schul-GmbH ¸¸Flotter Euter" erwirtschaftet Überschuss von 1140 Euro

¸¸Flotter Euter" - der Schülerladen ist das Projekt des Wirtschaftskunde-Kurses der Klassenstufe 9 an der Realschule Rockenhausen. Am 8. Oktober war die Jahresabschluss-Sitzung, in der noch einmal auf das vergangene (Schul)jahr zurückgeblickt und anschließend der Laden an das neue Schülerladenteam übergeben wurde. Obwohl der Laden diesmal als GmbH organisiert war und somit eigentlich nur die Schüler als Gesellschafter geladen waren, freute sich die Geschäftsführung über 50 Gäste aus der Realschulfamilie und des Studienkreises ¸¸Schule-Wirtschaft Rheinland-Pfalz" anlässlich einer Fortbildungsveranstaltung begrüßen zu können.

Die bisherige Geschäftsführung mit Damaris Weingarth, Anna Schückler und Felix Fiscus eröffnete die Sitzung, und Anna Schückler begann mit dem Jahresrückblick. Sie verdeutlichte noch einmal, dass anfangs eine Entscheidung bezüglich der Rechtsform des Ladens getroffen werden musste. Die Gruppe entschied sich für die GmbH, da sie darin die meisten Vorteile sah. Daraufhin wurden die Projektgruppen eingeteilt, und die Schüler arbeiteten danach in verschiedenen Projektgruppen wie der Abo-, Finanz-, Einkaufs-, oder Unternehmensgruppe.

Merke: Kalkulationsfehler bei Salzbrezeln führen zu Defizit

Natürlich hatten die Ladengesellschafter einige Startschwierigkeiten. Wirkliche Probleme gab es aber eigentlich nur mit dem Schüler-Abo. Offensichtlich wollten im vergangenen Jahr nur wenige Klassen Getränke für die Pause abonnieren, was letztlich zur Einstellung des Abos führte. Aber auch die neuen Gesetze der Bundesregierung zum Pfand für Einwegverpackungen mussten beim Verkauf berücksichtigt werden.

Auch die Buchhaltungsgruppe musste Anfangsprobleme überwinden: Nachdem zahlreiche Buchungen falsch erfolgt waren, musste die Gruppe die ganze Ablage überarbeiten und kontrollieren. Dabei allerdings wurde ein verbessertes Ablagesystem eingeführt - aus Fehlern lernt man eben. Interessant waren auch die Abschlusszahlen der Finanzgruppe über die verkaufte Stückzahl pro Tag. Die am besten verkauften Produkte waren Twix und Haribo-Roulette. Dann folgten Milch und Salzbrezeln. Während die Milch in den wärmeren Sommermonaten schlechter verkauft wurde, stiegen dafür die Stückzahlen bei Mineralwasser an. Leider wurden die Salzbrezeln aufgrund eines Kalkulationsfehlers eine Zeitlang unter dem Einkaufspreis verkauft und verursachten dadurch ein Defizit.

Bei der Gewinn- und Verlustrechnung konnte der ¸¸Flotte Euter" allein 500 Euro durch nicht zurückgebrachtes Pfand einnehmen. Hier muss jetzt eine Rückstellung erfolgen, falls sich in diesem Jahr noch Pfandinhaber melden sollten. Ingesamt hatten die Schüler am Ende einen Überschuss von 1140 Euro erwirtschaftet. Damit hat der Laden seine Umsatzrendite von 9,28 auf 10,21 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr gesteigert.

Vom Überschuss des Ladens werden 300 Euro an das SOS Kinderdorf in Eisenberg und weitere 300 Euro an das Go-for-Ruanda-Projekt gespendet. Der Rest wird für die Rückstellung sowie als Zuschuss für die neue Lernwerkstatt der Realschule verwendet. Nach all diesen Beschlüssen konnte die ¸¸Flotter Euter"-GmbH einstimmig aufgelöst werden.

Schulladen als einmalige Chance, Firmenabläufe kennen zu lernen

Unabhängig vom finanziellen Erfolg nannte Felix Fiscus das Projekt eine einmalige Chance, bei der man Abläufe in einer Firma auf gute Art und Weise kennen lernen könne. Damaris Weingarth betonte, dass es zwar viel Arbeit gegeben habe, dass sich der Einsatz aber gelohnt hat. Für die Schule dankte Schulleiterin Christiane Schönauer-Gragg den Schülern für ihr Engagement und wünschte dem neuen Team eine gute Zusammenarbeit und viel Spaß an dieser anderen Art des Lernens. Die Sitzung endete mit der Übergabe des Ladenschlüssels an das nächste Team, der mittlerweile vierten Ladengeneration.

Für die besuchenden Lehrer und Schulleiter bestand im Anschluss die Möglichkeit, die Schüler an verschiedenen Stationen bei ihrer Arbeit zu beobachten und Fragen zu stellen - auch im Hinblick darauf, ob an den eigenen Schulen eine Schülerfirma gegründet werden soll. 


Text von Sebastain Rzepka, Kl. 10b
Quelle: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG, 29. Oktober 2003