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ressebericht - 21. Mai 2005


Mathematik braucht ein besseres Image


Lehrer, Ausbilder, Azubis und Schüler diskutieren

Rockenhausen: Arbeitskreis Schule und Wirtschaft führt zweites und drittes Lehrerseminar im Schlosshotel durch

"Mathe kann auch durch Praxisnähe auch Spaß machen" - diese Botschaft transportierten die Referenten der Veranstaltung "Mathematik - realitätsnah und spannend", zu der im jeweils 50 Mathematiklehrer aus ganz Rheinland-Pfalz ins Schlosshotel nach Rockenhausen gekommen waren.

Organisiert wurde die Veranstaltung vom Arbeitskreis Schule und Wirtschaft, Donnersbergkreis, in Kooperation mit dem Dachverband Landesarbeitsgemeinschaft SchuleWirtschaft Rheinland-Pfalz. Die Rektorin der Realschule Rockenhausen, Christiane Schönauer-Gragg, die zusammen mit Bernd Knipper (ehemaliger Leiter der Personalförderung/Bildungswesen bei Keiper) den Arbeitskreis Schule und Wirtschaft leitet, konnte zahlreiche Referenten begrüßen.

Diese kamen vom rheinland-pfälzischen Bildungsministerium, aus den Bereichen Wirtschaft und Wissenschaft nach Rockenhausen, um zum einen Vorträge zu den Bildungsstandards sowie dem neuen Lehrplan Mathematik zu halten und neue Entwicklungen im modernen Mathematikunterricht zu erläutern.

Mehr Praxis, mehr Koooperation Schule - Wirtschaft, mehr Niveau - auf diese Kurzformel lässt sich die Intention der Veranstaltung bringen, deren Notwendigkeit der Haupreferent, Prof. Dr. Hamacher der Universität Kaiserslautern wie folgt begründete: "In vielen Ländern der EU hat Mathematik bei einer Mehrheit der Schüler den Ruf, ein langweiliges Fach zu sein, das keinen Praxisbezug hat und nur als geistige Übung zu absolvieren ist. Mathematik ist tatsächlich überall, z.B. in der Technik oder den Wirtschaftswissenschaften. Dies gilt es, den Schülern nahezubringen." Prof. Hamacher ist bekannt für sein Konzept zur mathematischen Modellierung im praxisorientierten Schulunterricht und seine Veröffentlichungen zur Bearbeitung realer Beispiele aus Industrie und Gesellschaft.

Fehlende Grundkenntnisse beklagt Mit den gestiegenen Anforderungen, so Knipper, konnte das Basiswissen der Schüler nicht Schritt halten - im Gegenteil: "Die Klagen von Seiten der Industrie und des Handwerks wurden immer größer, den Auszubildenden fehle es an Grundkenntnissen." Werner Schwab, Leiter der Lehrwerkstatt der Fa. KEIPER GmbH & Co KG, sowie Danny Wendel, zuständig für die kaufmännische Ausbildung der Fa. KEIPER, bestätigten dies und erläuterten ihren Zuhörern ausführlich ijhre Erfahrungen mit wie auch verschiedene Ergebnisse von Einstellungstests.

Anhand von konkreten Beispiel-Mathematikaufgaben mehrerer Firmen in Rheinland-Pfalz setzten sich am Nachmittag die Lehrerinnen und Lehrer gemeinsam mit Ausbildern und Azubis der Fa. Keiper sowie mit Schülern der Realschule Rockenhausen mit dem Anforderungsniveau der Tests sowie dem Mathematikunterricht an ihren Schulen auseinander. Mehr Raum für Üben, mehr Praxisorientierung, aber vor allem auch bessere Rahmenbedingungen wie kleinere Klassen oder auch Unterstützung durch entsprechende Familienpolitik wurden verlangt. Diese Forderungen werden über die Landesarbeitsgemeinschaft SchuleWirtschaft an entsprechende Entscheidungsträger weiter geleitet.

Praxis im Mathematikunterricht Der Arbeitskreis ist schon seit längerem um eine stärkere Praxisorientierung im Mathematikunterricht bemüht. Schönauer-Gragg: "Ausgangspunkt war die schulartübergreifende Fachkonferenz Mathematik, zu der wir im März 2002 eingeladen hatten." Die Ergebnisse dieser Konferenz seien allen Schulen zugänglich, "was die jeweilige Schule daraus macht, ist natürlich ihre Sache. Ein weiteres Projekt des Arbeitskreises ist aktuell beendet, das Resultat wird demnächst den weiterführenden Schulen des Donnersbergkreises zugehen. Die Arbeitskreisleiter erläuterten, dass eine digitale Mathematik-Aufgabensammlung mit Mathematikaufgaben aus Einstellungstests von vielen regionalen Ausbildungsbetrieben nun in einer Matrix zusammengefasst ist und als CD für Unterricht oder zum selbstständigen Üben einsetzbar gemacht werden kann. Mit einem Klick wird es Schülern möglich gemacht, sich beispielsweise zu informieren, welche mathematischen Kenntnisse zum Beispiel nötig sind, wenn man Bäcker oder Einzelhandelskaufmann werden will. Mehr Informationen zu den Aktivitäten des Arbeitskreises finden sich unter www.donnersberg.de/schule-wirtschaft.

WOCHENBLATT , 21. Mai 2005