P

ressebericht - 13. Feb. 2003


Projektwoche - mehr als nur Schule für Englisch, Deutsch und Mathe

 

ROCKENHAUSEN: Schule, Lehrer und Eltern der Realschule kooperieren seit Jahren erfolgreich

Projekttage sind zu festen Elementen in den Schulen geworden. Sie geben Schülern, Lehrern und Eltern die Möglichkeit der Zusammenarbeit. In ganz neuen Gruppen, für kurze Zeit zusammengefügt, gehen Schüler an Projekte, die ihr besonderes Interesse haben. Sport, Musik, Theater, Handwerk, Soziales und Naturwissenschaften prägten das Angebot der 41 Themen zu den Projekttagen. Praxisorientiertes Arbeiten in neuen Gruppen und Schulung der Sekundärtugenden sind das Ziel, das die Projektwoche jährlich ansteuert. Die Ergebnisse präsentierten die Schüler zum Tag der offenen Tür der Öffentlichkeit. Erfreulich ist seit Jahren das harmonische Miteinander unter Schülern, Lehrern und Eltern. In vielen Bereichen brachten Schülereltern ihre Berufserfahrungen in das Schulleben ein und leiteten ein Projekt oder boten eine Kooperation an.

"Wir holen das Berufsleben in die Schule", sagte Konrektorin Christiane Schönauer-Gragg gegenüber dem WOCHENBLATT.

"Die Schüler haben im Sinne der Berufsorientierung die Möglichkeit, neben den schulorientierten Projektthemen in das Berufsleben hinein zu schnuppern. Sie arbeiten selbstverantwortlich, im Team, zuverlässig und sehen am Schluss ihr eigenes Produkt."

Die Realschule beendete ihre Projektwoche mit dem Tag der offenen Tür, zu dem Eltern der Schüler und Interessierte kamen, um die Schule real kennen zu lernen.

Das Handwerk

Die handwerklichen Projekte realisierten dieses Jahr Dietmar Keller aus Münsterappel für den Sanitärbereich, Melanie Felbinger mit dem Projekt  "Raumdesign" und Pia Basalyk mit Tonarbeiten.

Dietmar Keller stellte drei Gesellen und seine eigene Arbeitszeit für eine Woche zur Verfügung. Es galt die Dusch- und Sanitäranlagen mit den Schülern zu modernisieren und erneuerungsbedürftiges Material auszuwechseln. Mit Spaß ging es an die Demontage von Duschen, Wände wurden aufgemacht und Rohre ausgewechselt. Während so mancher feststellte, dass das nicht unbedingt sein Beruf werden könnte, hatten ein paar Spaß am Sanitärhandwerk gefunden. Dietmar Keller: "Ich würde einige daraus direkt bei mir in den Betrieb nehmen - sie waren mit Verstand bei der Sache. Der Grund für eine Beteiligung an den Projekttagen war für mich die Imagepflege des Handwerks  und Schülern die Möglichkeit zum Hineinschnuppern zu geben."

Auch das Projekt "Raumdesign" von Melanie Felbinger, einer ehemaligen Schülerin, die sich eine Woche Urlaub nahm, wurde in der Schule gut angenommen. Anstatt kahler und mit Postern verklebter Wände, gestalteten Schüler ihre Klassensäle und die Heizkörper unter fachkundiger Anleitung selbst. Schüler, die an ihren Klassenzimmern selbst Hand anlegen, gehen auch ganz anders mit ihnen um. Sie lernen verantwortlich etwas selbst zu gestalten und zu pflegen.

Erstmals fand ein Projekt in Koopertaion mit einem Reiterhof statt. Unter dem Thema "Auf dem Rücken der Pferde" konnten die Teilnehmer eine Woche alles rund um das Pferd kennen lernen - von der Pflege bis zum Reiten. Aus den 41 Projekten entstanden Ausstellungen für den Tag der offenen Tür. Vor allem die Mitmachaktionen waren ständig gut besucht. Mancher kam mit einem Hennatatoo und neuen Erkenntnissen aus Physik, Chemie oder dem Internet nach Hause. Vorführungen der Theater- und Tanzgruppen, über den ganzen Tag verteilt, rundeten das Programm der Besucher ab. Für das leibliche Wohl sorgten Schulelternbeirat, der Förderverein der Schule, der Schülerladen Flotter Euter und das Schülerprojekt "Tropical Bar" mit frischen Mixturen.

Von Petra Woll, Wochenblatt, 13. Feb. 2003