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ressebericht - 02. Feb. 2006


Besuch beim SWR Kaiserslautern

ROCKENHAUSEN : Die Projektgruppe "Journalismus und Medienkritik" bsuchte im Rahmen der Projekttage den SWR

Erlebnisbericht von Barbara Hener, Klasse 9a

Unser Tag begann um 8:05 Uhr. Frau Stutzmann stellte uns auch gleich einen Mitarbeiter des SWR, Herrn Moosmann, vor. Er begann zunächst mit ein bisschen Theorie, z.B. haben wir die Teile einer Redaktion gesplittet, haben die Rheinpfalz mit der Bildzeitung verglichen...und viel Neues dazugelernt.
Wusstet ihr z.B., dass die Überschriften einer Zeitung von einer anderen Person geschrieben werden als die Texte?? Oder, dass die Werbungen von anderen Personen eingesetzt werden als die Berichte?!

Auf jeden Fall brachen wir dann um halb 10 Uhr auf zum Bahnhof, wo wir nach leichten Schwierigkeiten mit dem Kassenautomaten endlich im Zug saßen. Kaiserslautern - wir kommen! Am Kaiserslauterer Bahnhof wurden wir dann von einer ganz aufgeregten Frau Stutzmann empfangen (sie dachte, wir hätten den Zug verpasst, da wir etwas später waren). Nichtsdestotrotz ging's jetzt endlich los zum SWR-Studio. Gut, die Autos von Herrn Moosmann und Frau Stutzmann waren etwas eng, aber das störte da niemanden.

Als wir dann im SWR-Studio ankamen, wurden wir in Herrn Moosmanns Büro gleich mit Laugenstangen und Apfelsaft überrascht. Dann hat er uns den Tagesablauf erklärt und einige kurze Informationen, beispielsweise, dass die Redaktion des SWR Kaiserslautern für Radio und Fernsehen zuständig ist, dass nur zwei festangestellte Mitarbeiter und 12 feste freie Mitarbeiter dort beschäftigt sind. In jedem Büro hat dort jeder mindestens ein Fax, ein Telephon, einen Drucker, einen Computer mit Internet, eine E-Mailadresse usw...Und da soll noch einer durchblicken?? Aber es kommt noch besser: Der erste Mitarbeiter hat um 5:00 Uhr morgens(!!!!)Dienstbeginn, dann ruft er alle umliegenden Polizeistationen an und fragt nach Unfällen usw., er schreibt die ersten Meldungen und liest diese schon um 5:30 Uhr in den Nachrichten vor.

Später entscheidet man in der Redaktionskonferenz um 8:45 Uhr, was wichtig ist und wann, wie gesendet wird. Und das täglich! Aber es gibt ja auch noch andere Mitarbeiter: drei Moderatoren, freie, sehr flexible Redakteure, sogenannte "RVD"s (=Redakteur vom Dienst), das ist so eine Art Planer, er bestimmt die "Themen des Tages" usw. Wusstet ihr, dass die meisten Beiträge, die ihr in der Mittagssendung zwischen 12Uhr und 13Uhr hört, erst zwischen 9 Uhr und 11Uhr aufgenommen wurden?? Und ihre Informationen müssen sie sich natürlich auch erst beschaffen, beispielsweise durch Anrufe bei der Polizei, durch Interviews, das Internet, Agenturen, die Staatsanwaltschaft usw. Nicht schlecht, was?!

Aber ganz so hart ist es natürlich auch wieder nicht. Der erste Mitarbeiter muss z.B. nicht bis abends arbeiten. Er hat schon um 10:45Uhr "Feierabend" und wird abgelöst. Die letzten Mitarbeiter, von denen er gesprochen hat, sind die Redaktionsassistenten, bzw. -assistentinnen. Die sind sozusagen die "Mädchen für alles": Sie zeichnen auf, spielen Musik ab, erledigen Telephonate und kaufen, bzw. verkaufen Beiträge zu einem bestimmten Thema. Kaum zu glauben...und so was nennt sich "Assistent"!!

Nun ging's aber an die Praxis: Wir "besichtigten" Büros und waren bei einer Nachrichtenlesung live dabei! Später durften wir sogar selbst welche vorlesen (natürlich wurden die nicht gesendet, sondern nur auf Band aufgenommen) ... Aber Spaß hat's auf jeden Fall gemacht; vor allem in diesem schallisolierten, kleinen Raum. Und wir: mitten drin!
Wir waren auch dabei, als das Mittagsprogramm begann. Und das SWR-Orchester, das auch ebenfalls im Gebäude ist, haben wir auch gesehen. Später sind wir dann noch in die "Fernsehabteilung" gegangen. Wir standen direkt im Studio und in den Räumen mit der Technik. Unglaublich, wie komplex das alles ist! Wusstet ihr, dass für einen Film von 1:30 min, ca. 6 Stunden Arbeit von ca. 5 Personen benötigt wird?!?!?! Und was für eine Taktik dahintersteckt...Man hat uns gezeigt, wie man die Zuschauer mit den einfachsten Tricks manipulieren kann! Nach dem Besuch in der "Fernsehabteilung" war es schon 14:30Uhr und wir waren richtig müde. Also sind wir wieder in Herrn Moosmanns Büro, haben noch etwas getrunken und gegessen und haben die witzigsten Radiopannen zu Gemüte geführt bekommen.

Nachdem wir uns dann gründlichst durchgelacht hatten, sind wir wieder nach Hause gefahren. Aber, so anstrengend es auch war, so schnell werden wir diesen Tag wohl nicht vergessen!

Barbara Hener,9a

  

Quelle: Wochenblatt, 09. Feb. 2006