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ressebericht - 3. Feb. 2009
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Zeit für Fragen und Experimente
ROCKENHAUSEN: Zahlreiche Besucher bei Tag der offenen Tür der Realschule
Aufgedrehte Viertklässler, kritisch schauende Eltern - das kann nur eines bedeuten: Es ist Tag der offenen Tür an einer weiterführenden Schule. Am Samstag war es an der Realschule Rockenhausen wieder soweit. Bei Beratungsgesprächen, Ausstellungen und Mitmachaktionen haben sich viele Besucher über die Realschul-Angebote informiert.
Nein, Paul darf nicht rein. Michèle versperrt ihm den Weg. Die Tür zu ihrem Klassensaal bleibt zu. Basta. Nanu, eine verschlossene Tür am Tag der offenen Tür in der Realschule? Wie soll das denn zusammenpassen? Die Klasse 6c hatte dafür einen guten Grund: Sie veranstaltete ein "Gruselkabinett' - und in dem Moment, als Paul rein wollte, wurde gerade ein anderer Schüler durchgeführt. Die 25 Sechstklässler hatten sich einen Parcours ausgedacht, der nicht nur für Nervenkitzel sorgte, sondern bei dem auch verschiedene Sinne angesprochen werden.
Dann ist die Tür auch für Paul auf gegangen, der mit verbundenen Augen den dunklen Klassenraum betritt. Nebel hängt in der Luft, von hinten ist ein unheimliches Zischen zu hören. Michéle führt den 13-Jährigen zur ersten Station. Er muss Geschmacksrichtungen deuten, bekommt etwa Salz, sauer schmeckenden Zitronensaft oder bitteren Chicorée gereicht. An Station Zwei stinkt es zum Himmel. Knoblauch, Essig und "Stinkekäse' soll Paul am Geruch erkennen. Nichts für Weicheier auch die Fühlstation, bei der der Siebtklässler in schwabbelige Götterspeise oder in zähen Brei greifen muss. Kein Wunder, dass "hier viele schon ein bisschen erschrecken', wie Michèle schmunzelnd erzählt. Zumal den Besuchern am Ende noch von einem Skelett die Hand geschüttelt wird. Trotzdem: Paul bleibt cool. Seine Beine zittern nicht, als er das Gruselkabinett verlässt. Aber er hat richtig Spaß gehabt. "Die haben das gut gemacht', lobt er.
Viel Lob gab"s auch für die Experimente in den Physik-, Chemie- und Biologieräumen. Außerdem konnten die Besucher in einem Saal eine "spannende Reise durch die Welt der Naturwissenschaften' unternehmen. Zum Beispiel bei der Station von Jacqueline und Lorena, die beide die fünfte Klasse besuchen. Gerade haben sie dem achtjährigen Lucas erklärt, wie man mit einem einfachen Versuch herausfinden kann, welche Lebens- oder Haushaltsmittel sauer oder basisch sind. Jacqueline gibt in ein Reagenzglas blauen Rotkohlsaft und etwas Wasser. Danach tröpfelt sie ein bisschen Zitronensaft dazu. Die Lösung verfärbt sich in ein grelles Pink. Das Zeichen, dass es sich bei Zitronensaft um eine Säure handelt. Lucas staunt. "Man kann viel erfahren', sagt er und schiebt seine große Chemikerbrille zurecht. Wenn man hier oft solche Experimente macht, kann er sich "gut vorstellen, später auf die Realschule zu gehen', grinst der Drittklässler.
Ob Papierflieger basteln, Laubsägearbeiten oder kreative Brettspiele zum Thema Ägypten: Neben vielen Informationsveranstaltungen für die Eltern, war auch das erlebnisgeladene Angebot für die angehenden Grundschulabgänger groß. Dass die Realschule international orientiert ist, zeigte nicht nur die Ausstellung über die aktuellsten Schüleraustausche mit Ungarn und den USA, sondern auch die Mitmachaktion der Ethik-Schüler der neunten Klasse. Im Unterricht haben sie das Land Ruanda durchgenommen, nun haben sie einen Parcours zusammengestellt, um es am Tag der offenen Tür anschaulich vorzustellen. So konnten viele junge Besucher exotische Früchte essen, ein Quiz beantworten oder eine Wasserrallye machen. Die beiden Neuntklässlerinnen Aylin und Mira sind mit dem Zuspruch zufrieden: "Die Aktion ist mal was anderes - aber sie kommt gut an.'
Erfreut über den großen Besucherandrang und den Ablauf des Info-Tages zeigt sich auch Christiane Schönauer-Gragg, Leiterin der Realschule Rockenhausen: "Wir wollen unsere Schule so präsentieren, wie angehende Realschüler sie antreffen werden.' Ein Schwerpunkt ist der Ganztagsschulbereich, der in einigen Klassenstufen fester Bestandteil ist. "An einem Tag der offenen Tür können wir offene Fragen klären', betont Schönauer-Gragg und fügt schmunzelnd hinzu: "Und die werden nicht nur von Eltern, sondern auch von vielen Viertklässlern gestellt.' (cnp)
Quelle: Rheinpfalz, 3. Feb. 2009