ressemitteilung - Sep. 2004 |
Schon im Mai hatten
die jungen Ungarn ihre Partnerschüler in Rockenhausen besucht, wo sie zehn
Tage in Gastfamilien untergebracht waren. Nachdem in den Ferien viele
Telefonate stattfanden und E-Mails ausgetauscht wurden, fand nun der
Gegenbesuch statt.
Das diesjährige Austauschprogramm der Realschule
Rockenhausen mit ihrer Partnerschule, dem Zrinyi-Miklos-Gymnasium in
Zalaegerszeg, stand unter dem Motto "Ungarn - ein Besuch bei Freunden".
Zehn Tage verbrachten 30 Schülerinnen und Schüler der Realschule aus den
Klassen 7 bis 9 und ihre Begleitlehrer Beate Geminn und Albert Schneider
in der Schule, um den Partner besser kennen zu lernen.
Voller Erwartungen startete man in Rockenhausen in das
1000km entfernte Zalaegerszeg, wo man freundschaftlich empfangen wurde.
Gleich am ersten Schultag galt es eifrig Vokabeln zu büffeln, wollte man
sich mit den Gasteltern verständigen. Nach der Begrüßung durch den
Schulleiter war ein deutsch-ungarisches Fußballspiel angesagt. Für die
Deutschen galt es Revanche zu nehmen für die Niederlage der
Nationalmannschaft in Kaiserslautern. Tatsächlich gelang dies auch sehr
überzeugend mit 8 : 4. Trotz der körperlichen Überlegenheit der
ungarischen Spieler konnten die Gastschüler, dank spieltechnischer
Überlegenheit, den Sieg für sich verbuchen.
Nach dem anstrengenden
Schultag mit vielen neuen Eindrücken, waren zwei Familientage angesagt. In
der folgenden Woche galt es nun, auch das Land näher kennen zu lernen.
Dazu fanden Fahrten in die Umgebung von Zalaegerszeg statt. Höhepunkt der
Reise war aber zweifelsohne die gemeinsame Fahrt nach Budapest und die
Schifffahrt auf dem Plattensee.
Mehr denn je wurde in diesem Jahr
deutlich, dass das neue Europa zusammenwächst. Die Jugendlichen haben bei
zahlreichen Programmpunkten erfahren, dass wir eine gemeinsame Geschichte
haben. Besonders deutlich wurde dies beim Besuch des "Europicknickplatzes"
an der ungarisch-österreichischen Grenze bei Sopron. Zum ersten Mal war im
September 1989 der eiserne Vorhang einen spaltbreit geöffnet worden, als
die ungarische Regierung es zuließ, dass ausreisewillige Deutsche aus der
DDR die Grenze zu Österreich passieren konnten - damals der Weg in die
Freiheit. Und nun, 15 Jahre später, sahen die Jugendlichen, dass nur noch
als Erinnerung ein Stück Stacheldraht vorhanden war und dass stattdessen
eine geöffnete Tür, durch die man gefahrlos schreiten konnte, den Weg
zueinander symbolisiert. Es fiel allen schwer, wieder Abschied zu nehmen
von den neu gewonnen Freunden und man verabschiedete sich mit dem
Versprechen, sich bald wieder zu sehen, denn im nächsten Jahr wird der
Schüleraustausch zwischen der Realschule und dem Zrinyi-Miklos Gymnasium
sein zehnjähriges Bestehen feiern.
Die Realschule Rockenhausen und das
Gymnasium in Zalaegerszeg möchten mit ihrem Schüleraustausch einen
nachhaltigen Beitrag zum friedlichen Zusammenwachsen Europas beitragen.