ressebericht - 19. Aug. 2004 |
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ROCKENHAUSEN: Realschule verabschiedet Klaus Zimmer in den Ruhestand - Als Chorleiter in Nordpfalz einen Namen gemacht ¸¸Mit Pauken und Trompeten" wurde der in der Nordpfalz bekannte Rockenhausener Realschullehrer Klaus Zimmer vor den Sommerferien im Filmsaal der Donnersberghalle Rockenhausen aus dem aktiven Schuldienst verabschiedet. Doch nicht nur als Lehrer, auch und vor allem als Chorleiter hat sich Zimmer über viele Jahre in der Region - und darüber hinaus - einen (guten) Namen gemacht - Grund genug für einen Rückblick. In der Feierstunde zu seinem Abschied gratulierten der Schulchor, erstmals unter der Leitung von Evelyn Deutschle, die Big Band (Leitung Renate Bechter), eine Instrumental- und Gesangsgruppe des Lehrerkollegiums sowie etliche Schüler im Beisein der Familienmitglieder. Auch eine stattliche Zahl von ¸¸Überraschungsgästen", wie Schulleiterin Christiane Schönauer-Gragg in ihrer Abschiedsrede bemerkte, waren mit von der Partie. Neben den ehemaligen Schülern Alexandra Koch und Thorsten Kessler, die mit ihrem Klarinetten- und Trompetenspiel ihre Glückwünsche übermittelten, waren auch die Sänger des MGV Schönborn präsent, um ihren treuen Chorleiter mit Liedern - unter der Leitung seins Bruders Wolfgang - gesanglich in die Pensionszeit zu verabschieden. Dabei waren Sänger aus der ganzen Nordpfalz und allen vier ¸¸Zimmerchören". Vorstandsmitglied Torsten Schlemmer dankte Zimmer für die eben so lange Dirigenten- wie Schuldienstzeit im Namen des MGV Schönborn sowie der Sängerinnen und Sänger in der Nordpfalz und überreichte ein Präsent. Personalratsvorsitzende Beate Geminn und der Vorsitzende des Schulfördervereins, Joachim Bayer, dankten für die geleistete Arbeit und überreichten ein komponiertes Abschiedslied. Auch Zimmer hatte zum Schluss eine Überraschung parat: Gemeinsam erklang unter seiner Leitung, wie eine Art ¸¸Fischerchor der Nordpfalz", ¸¸Dona nobis pacem". Lehrerberuf in die Wiege gelegt Zimmer wurde 1939 in Münchweiler/Alsenz geboren. Schon sein Vater, der 1982 76-jährig verstarb, war Musiklehrer an der Realschule Rockenhausen und später am WEG Winnweiler. Die heute 92-jährige Mutter war Volksschullehrerin in Steinbach und Winnweiler. Neben Zimmers älterem Bruder, der auch an der Realschule Rockenhausen Musik unterrichtete und in der Freizeit als Chorleiter fungiert, gehören zwei Schwestern, die im Lehrerberuf sind. Musik und Gesang gehörten für die Zimmers zum Leben. 1961 wurde Klaus Zimmer zum Lehrer ernannt, kam an die Volkschule Rüssingen. Zwei Jahre später zog es ihn nach Finkenbach-Gersweiler, wo er als Leiter der Volksschule eingesetzt wurde und im Schulhaus wohnte. Hier unterrichtete er zusammen mit drei Kolleginnen über 80 Schüler aus acht Klassen in zwei Schulsälen. Nachdem er die Aufstiegsprüfung in Mainz im Bereich Musik, Chorleitung, Instrumentalspiel (Geige und Klavier) absolviert hatte, sollte Zimmer zur staatlichen Realschule Landstuhl wechseln. Dank des Engagements des Schulmitbegründers Adolf Rothley gelang jedoch am 1. August 1969 der Wechsel an die Realschule Rockenhausen. Hier unterrichtete Zimmer 35 Jahre lang Musik und ¸¸nebenbei" Erdkunde. Zimmer erzielte immer wieder große Erfolge mit dem Schulchor. Teilweise unterrichtete er 27 Stunden die Woche nur Musik - und dies mit großer Freude. Die Lehrerkollegen hatten sich daran gewöhnt, dass es ab und zu an der Tür ihres klopfte und Zimmer fragte: ¸¸Kann ich mal ein paar Schüler kriegen zum Singen?". Vier Schulleiterwechsel hat Zimmer an der Realschule miterlebt. Die letzten acht Jahre war er der dienstälteste Kollege und musste manchmal die Vertretung der Schulleitung übernehmen. Doch dies tat er gar nicht gerne, wie sich seine ¸¸Chefin" Christiane Schönauer-Gragg erinnert. Alle Kollegen bezeichneten Zimmer als vorbildhaften und zuverlässigen Kollegen. 43 Jahre Chorleiter Selbst in der Freizeit hieß es für Zimmer nicht rasten. Mit dem Schuldienst begann vor 43 Jahren auch seine Chorleitertätigkeit beim Gemischten Chor Rüssingen. Nach dem Schulwechsel nach Finkenbach wurde er bald auch dort als Dirigent engagiert. Diesen Chor leitet er seit 1963 mit großem Geschick. Heute gehören dem Verein wieder über 30 Sängerinnen und Sänger an. Auch im Gesangverein ¸¸Concordia" Dörnbach 1874, der seit 1964 unter der Leitung Zimmers steht, musste der Dirigent einen Wandel miterleben. 1974 feierte man - letztmals als MGV - dort mit 29 Sängern glanzvoll das 100-jährige Vereinsjubiläum. Bereits im Oktober 1974 konnte der neue Chor seine erste Singstunde als Gemischter Chor unter der bewährten Leitung von Zimmer abhalten. Der Chor hatte eine positive Entwicklung und zählte schon nach kurzer Zeit 40 Aktive. 1975 wurde ihm die ¸¸Zelter Plakette", verliehen, die auch die anderen drei ¸¸Zimmerchöre" besitzen. Ebenso wie in Dörnbach und Finkenbach-Gersweiler erging es Zimmer in Schiersfeld. Der Männerchor musste 1975 seinen Singbetrieb wegen Sängermangels einstellen und rief unter der Regie von Wilfried Schneider einen Gemischten Chor ins Leben. 1977 war der Verein schließlich ohne Dirigent, Zimmer wurde gefragt und sagte zu. Nun ging es auch mit dem Schiersfelder Chor wieder bergauf. Lediglich der Gesangverein Männerchor 1882 Schönborn, bei dem Zimmer seit Dezember 1973 den Dirigentenstab schwingt, blieb als reiner Männerchor erhalten. Doch auch hier ging es auf und ab. Auf der Mitgliederversammlung im April 1999, kurz vor dem Niedergang, entschloss sich der Verein, den Fortbestand des Männergesangvereins für mindestens drei weitere Jahre zu sichern. Selbst mit dieser kleinen Truppe gelang es noch bei Liederabenden als ¸¸kleinster Männerchor der Nordpfalz" Erfolge zu erzielen. Dann gelang es, auch durch das große Engagement Zimmers, weitere neue und ehemalige Sänger aus zehn Gemeinden zu gewinnen. 2003 erhielt Zimmer für vier Jahrzehnte Chorarbeit in Finkenbach-Gersweiler die Ehrennadel des Deutschen Sängerbundes. Klaus Zimmer ist für alle nicht nur ein Dirigent, sondern ein Sangesbruder, langjähriger Freund und Kamerad, dem für die großen Verdienste um den Chorgesang größtes Lob gebührt - auch wenn er kein Freund von Lobeshymnen ist. In seiner Pensionszeit wird er sich hauptsächlich als Hausmann betätigen. Hierfür hatte er bereits in der Altersteilzeit ausreichend Gelegenheit zum Üben. Neben der Familie werden in der Freizeit auch Konzert- und Theaterbesuche für Abwechslung sorgen. Der klassischen Musik gehört neben dem Chorgesang sein Interesse. Auch Fußball wird er weiterhin einmal in der Woche mit den ehemaligen Kollegen spielen und Spaziergänge und Urlaubsreisen unternehmen. Doch wer Zimmer kennt, der weiß: Richtig Ruhe wird er nie finden. (tnt)RON - RHEINPFALZ ONLINE, 19. August 2004
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