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rotokoll - Besuch im Schillerhain


Eindrücke und Erkenntnisse vom Heilpädagogium Schillerhain

Am 19.11.01 hat unsere Sozialpädagogikgruppe dem Heilpädagogium Schillerhain in Kibo einen Besuch abgestattet. Herr Dörr, aus der Heimleitung, holte uns um 10 Uhr vor dem Eingang ab und wir gingen gemeinsam zum Wirtschaftsgebäude, wo wir alle Platz nahmen und jede Menge Inforationen über das Heim bekamen.

Er erklärte uns, dass das Schillerhain eine heilpädagogische Einrichtung der evangelischen Kirche sei und für verhaltensauffällige- und seelisch Behinderte ein zu Hause ist. Es betreut 150 Kinder und Jugendliche, wovon es dort aber nur 12 Mädchen gibt, der Rest sind Jungs zwischen 6 und 16 Jahren. Sie wohnen in Tagesgruppen, Außenwohngruppen und Intensivgruppen.

In den Tagesgruppen werden die Kinder morgens gebracht und abends wieder abgeholt. Die Kinder gehen gemeinsam hier zur Schule und spielen miteinander. In den Außenwohngruppen leben sie mit ihrer Gruppe in einem Nachbarort.

In den „normalen“ Gruppen bleiben die Jugendlichen die ganze Woche dort und fahren nur jedes zweite Wochenende oder in den Ferien zu ihren Eltern. Das Heilpädagogium hat eine Schule, die Herman-Nohl-Schule, in die die Kinder gehen, die das Heim besuchen. Manche gehen aber auch in eine öffentliche Schule, diese werden morgens zur Schule gefahren und mittags wieder abgeholt. Nachmittags werden verschiedene Freizeitmöglichkeiten  angeboten wie z.B.: Reiten, Schwimmen, Tennis, Fußball, Basteln oder sie treffen sich einfach mit den Freunden. Diese Sache besprach Herr Dörr bis ca. 12 Uhr mit uns.

Danach wurden jeweils 2 Leute in eine Gruppe eingeteilt. Es gab die heilpädagogischen Gruppen, die seelisch Behinderten Gruppen und die Tagesgruppen, diese hatten alle bestimme Namen, wie z.B.: Morgenstern, Robin Hood, Schwalbe und Ameisenbär. Nina und ich waren in der Tagesgruppe „Morgenstern“ untergebracht. Wir wurden von zwei Betreuerinnen recht herzlich empfangen. Frau Kühner zeigte uns alle Räume, da die Kinder unserer Gruppe noch in der Schule waren. Sie waren zwischen 6 und 11 Jahre alt in der Gruppe waren insgesamt 8 Kinder, aber einer hatte einen Unfall und ein anderer war schon zu alt und wurde einer anderen Gruppe zugeteilt. So gegen 12.15 Uhr trudelten dann allmählich die Knirpse ein. Die Kinder betraten das Haus, zogen sich die Hausschuhe an, stellten den Ranzen ab, begrüßten die Erzieherinnen und gingen sich die Hände waschen. Als sie dann ins Esszimmer kamen und uns zwei sahen, machten sie erst mal große Augen und begannen uns gleich mit ihren Fragen zu löchern. Einige wollten wissen, ob wir die neuen Erzieherinnen sind, da sie die jetzigen langweilig fanden. Jeder hatte nun sein Amt zu erledigen, der eine musste Tischdienst machen, ein anderer hatte Spüldienst und der nächste Flurdienst.

Als dann nach einer halben Stunde das Essen gebracht wurde, saßen alle ganz leise am Tisch und gingen in sich, dann sagte eine Betreuerin leise: ,,Guten Appetit“ und jeder nahm sich, was er essen wollte. Heute gab es Kartoffelgratin mit Lauch und Pilzen, dazu Käsesoße und Salat und danach Joghurt. Nach dem Essen wurde gespült. In der Zwischenzeit war es schon 13.30 Uhr und die Kids gingen nun etwas spielen, Musik hören oder sich schlafen legen. Michael, der Älteste der Jungs fragte uns, ob wir gerne mit ihm „Uno“ spielen wollen. Klar waren wir damit einverstanden und spielten mit ihm eine halbe Stunde, denn um Punkt 14 Uhr ging es ans Hausaufgaben machen. Frau Kühner musste zu einer Besprechung, deshalb half die nette rothaarige Dame den Kindern beim Hausaufgaben machen. Gleichzeitig bastelte sie Weihnachtskarten mit einer Serviettentechnik. Nun war es 14.30 Uhr und wir mussten uns schweren Herzens von ihnen verabschieden. Es war echt ein gelungener Tag, denn man hat einen kleinen Einblick bekommen, wie das Leben im Heim wirklich ist. Man konnte sich einen richtigen Eindruck machen und so die meisten Vorurteile, die es über das Heim gibt, vergessen . Unserer Meinung nach sollte es solche Ausflüge öfter geben, denn sie sind eine willkommene Abwechslung zu den normalen Unterrichtsstunden!


Sarah Hörner, Nina Eisenbeiß, Kl. 9