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Stand: Juli 2005
Streitschlichtung durch Schülerinnen und Schüler ist für uns Teil des schulischen Erziehungsauftrags: Im Rahmen unseres BORIS-Schulprofils übernehmen Schülerinnen und Schüler einen Teil der Verantwortung für das friedliche Zusammenleben bzw. für Konfliktregelung selbst . Neu ist also, dass eine Schule mit einem Streitschlichterkonzept sich insofern von anderen unterscheidet, als sie die Verantwortung für Konfliktregelung nicht nur bei Erwachsenen, sondern auch bei Schülern selbt sieht. Hier soll die stufenweise Entwicklung unseres Konzepts dargestellt werden:
1. Ab August 2001 beginnt die Streitschlichter-AG (Foto hier) mit Ihrer Arbeit. Sie setzt sich aus den ausgebildeten Lehrerinnen und SchülerInnen zusammen und trifft sich in einem Rhythmus von 14 Tagen (2 Unterrichtsstunden). Die beiden Lehrkräfte wechseln sich alle 14 Tage ab, so dass jede jeweils einen Arbeitsgemeinschaftstermin im Monat leitet. Inhalt der Arbeitsgemeinschaftssitzungen sollen neben Fort- und Weiterbildung die Besprechung der aktuell anliegenden Fälle sein. Die abgeschlossene Ausbildung wird honoriert durch ein Zertifikat - überreicht durch Landrat Werner.
2. An einer Infowand in der Nähe des Lehrerzimmers soll über die Personen der Streitschlichter und über die Sprechzeiten informiert werden. In jeder ersten Pause haben Konfliktparteien die Möglichkeit, ihr Anliegen vorzutragen und einen Termin zur weiteren Bearbeitung zu vereinbaren. Auch hier werden abwechselnd die ausgebildeten Lehrkräfte anwesend sein.
3. Die Streitschlichter benötigen für ihre Arbeit einen entsprechend nutzbaren Raum.
4. Zu Beginn des neuen Schuljahres sollen die Eltern in einem Elternbrief über die neue "Dienstleistung" der Schule informiert werden.
5. Die Streitschlichter werden sich in den ersten Wochen des neuen Schuljahres den einzelnen Klassen vorstellen. Insbesondere die SchülerInnen der 5. Klassen sollen in der Zeit der "Lerntage" auch die Methode der Streitschlichtung und die Ansprechpartner dazu kennen lernen.
6. Die ausgebildeten Lehrkräfte sollen für ihre Arbeit mit der Arbeitsgemeinschaft und als Ausgleich für die Pausen bzw. die Streitschlichtungstermine am Nachmittag pro Woche 1 Entlastungs- oder AG-Stunde erhalten.
7. Während der Projektwoche bilden die Lehrkräfte gemeinsam mit den Streitschlichter-SchülerInnen neue Streitschlichter aus. Frau Kless wird unterstützend mitarbeiten. (Hier ein Foto der "3. Generation")
8. Nach einer Evaluation der Testphase soll im Februar 2002 ein endgültiges Konzept für die Arbeit der Streitschlichter erstellt werden.
9. Nach erfolgreicher Implementierung der Streitschlichtung erhalten (und gestalten) die Streitschlichter einen Raum mit festen Zeiten (2. große Pause), in den Schüler zum Schlichten kommen können. Im Sinne der Nachhaltigkeit werden Plakate im Schulgebäude und in den Klassenräumen aufgehängt, auch in Konferenzen muss immer wieder darauf hingewiesen werden etc...
10. Wegen zu geringer Pausennachfrage werden zumindest die Pausenzeiten zugunsten von individuellen Streitschlichterterminen (meist nachmittags) getauscht. Die Streitschlichtung ist allerdings im Qualitätsprogramm der Realschule Rockenhausen integraler Bestandteil des Teilschwerpunktes "Selbstwirksamkeit von SchülerInnen".
11. Für das Jahr 2004 ist die Vernetzung aller selbstwirksamer SchülerInnen (z. B. Schüleraufsichten in der Nachmittagsbetreuung, Schülerladen "Flotter Euter", Schülermultiplikatoren in Suchtprävention etc.) durch Lehrer- und Schülerfortbildung geplant. Die Finanzierung erfolgt durch das von Vodafone gesponserte Projekt BUDDY .
12. Aufgrund der geringen Nachfrage steht den StreitschlichterInnen im Schuljahr 2004/2005 kein eigener Raum mehr zur Verfügung. Bei Bedarf können SchülerInnen die Streitschlichtung jedoch zu flexibel wählbaren Zeiten in Anspruch nehmen.