Lehrer-Evaluation


Bewertung der durchführenden Lehrerin, Frau Marx:

Die Seminarinhalte bewirkten durch ihre Anschaulichkeit und ihren Abwechslungsreichtum bei den teilnehmenden Jugendlichen eine hohe Motivation. Die Erwartung der Teilnehmenden, das Seminar als Drogenfachkraft und als Therapeut zu verlassen, wich mit dem zunehmenden Verständnis dafür, was Vorbeugung bedeutet. Das war sehr wichtig, da die Jugendlichen dieser Altersgruppe besonders stark dazu neigen, sich persönlich dafür die Schuld zu geben, "wenn sie es nicht schaffen, einen Freund oder eine Freundin von den Drogen wegzubringen." Ihre Aufgabe ist es aber, Zeichen zu setzen als Mitglied einer Gruppe, Vorbild zu sein, in dem man sein Leben aktiv und genussvoll, aber suchtfrei gestaltet und dazu auch in der Gemeinschaft steht.

Die eigentliche Multiplikatorenarbeit, also das Weitergeben von Seminarinhalten in den 9. und 10. Klassen (beim zweiten Durchgang in den 8. und 9. Klassen...) stellt hohe Anforderungen an die SchülerInnen. Sie müssen wissen, dass die Arbeit ihrerseits einer guten Vorbereitung bedarf.

Die Klassen empfanden es als wohltuend, in einem anderen Rahmen und in einer anderen Atmosphäre ein gemeinschaftliches Erlebnis zu einem Thema zu haben, an dem allseits starkes Interesse besteht. Die Visualisierung von Sucht durch das Tankmodell wird bei den SchülerInnen einen bleibenden Eindruck hinterlassen . Dennoch erhebt das Modell nicht den Anspruch, jegliche Entstehung von Sucht vermeiden zu können. Natürlich gibt es auch einige SchülerInnen, die schon die Inhalte ablehnen. Dabei gehe ich davon aus, dass die Betroffenen sich Gedanken zu dem Thema machen, aber nach außen ein gewisses Bild aufrecht erhalten wollen. Gerade da ist die Stärke der Multiplikatoren besonders wichtig, damit sie sich nicht dieser Haltung unterordnen, sondern ein positives Gegenbild dazu setzen, was besonders für sogenannte "Mitläufer-Typen" eine Chance zur Orientierung bietet. Diese Multiplikatorenarbeit kann über den schulischen Bereich hinaus noch in Vereine und Cliquen getragen werden.

Das Schülermultiplikatorenseminar ist im Rahmen des Suchtpräventionskonzeptes der Realschule Rockenhausen ein gelungenes Projekt, getragen von der Gesamtkonferenz, die ebenfalls eine "Vorführung" durch SchülerInnen erlebte. Eine Wiederholung im zweijährigem Turnus ist dringend zu empfehlen, kann aber nur mit finanzieller Unterstützung durchgeführt werden.

Ich schließe meine Bewertung mit einem kürzlich gemachten Schülerkommentar, der mir persönlich viel bedeutet: " Es waren auch Tipps dabei, die mir schon im eigenen Leben geholfen haben."

 

Realschullehrerin Petra Marx, Beauftragte für Suchtprävention, RS Rockenhausen

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