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ürdesign - Pressebericht


Neue Farben und Türen

Im Rahmen der Projektwoche der neunten und zehnten Klassen der Realschule Rockenhausen gestalten die Schüler seit Montag die Türen zu ihren Klassenzimmern neu. Fachlich angeleitet werden die Realschüler dabei von acht Auszubildenden im Maler- und Lackierer-Handwerk, die an der Meisterschule für Handwerker (MHK) in Kaiserslautern ihr zweites Lehrjahr absolvieren.

Für die acht Maler- und Lackierer-Lehrlinge ist die Gestaltung der Türen ein Fächer übergreifendes Projekt. Die Auszubildenden entwarfen am Computer verschiedene Designs, die Schulleitung, Kollegen und Realschüler suchten sich das passende heraus. Künftig bestimmen blaue und grüne Farbtöne die 29 Türen zu den Klassenzimmern. Hell und Dunkel wechseln sich bei den Türen ab, die einzelnen Farbflächen werden in Schwammstoff- und Wickeltechnik aufgetragen" erläutert Stefan Zollver, Lehrer für Fachpraxis an der MHK. Die Farben wurden unter den Gesichtspunkten Emissions- und Lösungsmittelfreiheit ausgesucht, der Farbhersteller Caporol stellte die Farben im Wert von mehr als 1000 Mark kostenlos zur Verfügung. Die Fächer übergreifende Komponente verdeutlicht Zollver. Das maßstabsgerechte Aufzeichnen der Türflächen sei Inhalt des Faches "Technische Kommunikation", die Erstellung des Aufmaßes, die Ermittlung der Massen und des Materialbedarfs sowie die Kostenkalkulation gehören zur "Technischen Mathematik". Außerdem kommen noch die Fächer Gestaltung, Schriftgestaltung, Technologie, Fachpraxis und Deutsch dazu, wo die Lehrlinge einen Bericht über das Projekt erstellen werden.

"Es ist Zeit, dass nach mehr als 30 Jahren eine neue Farbkonzeption für die Schule erstellt wird", sagte Christiane Schönauer-Gragg, Konrektorin der Realschule. Die Kosten des Tür-Design-Projektes übernimmt der Schulträger. "Ohne Sponsor wäre es aber schwierig geworden", so Schönauer-Gragg. Ende Oktober 1999 hatte die Realschule bei der MHK angefragt, im November besuchte eine Gruppe der MHK die Realschule, letzte Woche waren dann die Realschüler in Kaiserslautern zu Gast. Die Kalkulation im Unterricht ergab, dass die Arbeiten insgesamt 4706 Mark kosten würden, "allerdings würden sie so nie ausgeführt werden", erklärt Zollver, "das kann man nur im Rahmen freiwilliger Leistungen machen".

Einen Vorteil des Projektes sieht Zollver neben den praktischen Erfahrungen auch darin, dass die Schüler "miteinander üben, dass die Teamfähigkeit gekitzelt wird". Zudem: "Für uns ist das lohnenswert und für die Realschule kommt etwas Schönes dabei heraus." Dass die Schüler mit Spaß bei der Sache sind, bestätigt Jasmin Wienkenhöver aus Rockenhausen, die zum ersten Mal mit Malerwerkzeug und Farbe hantiert. Zwar wurde an den ersten Tagen nur geschmirgelt und grundiert, aber "es macht tierisch Spaß, die MHKler sind locker drauf", erzählt sie.

Rheinpfalz, 26.01.2000