Eine Schülergruppe der Realschule Rockenhausen verbrachte 10 unvergessliche Tage in Ungarn. In Zalaegerszeg befindet sich die Partnerschule der Realschule, das Zrinyi-Miklos-Gymnasium, mit dem die Realschule seit sechs Jahren einen regelmäßigen Austausch durchführt. Auch in diesem Jahr war es wieder gelungen den seit Jahren erfolgreichen Austausch durchzuführen.
So konnten die deutschen Schüler zehn Tage im Land der Magyaren verbringen. Nach einer vierzehnstündigen Anreise erreichten wir bei strömendem Regen Zalaegerszeg. Natürlich war die Enttäuschung groß, denn nach tausend Kilometer Fahrt Richtung Südosten hatte man nicht erwartet ein kühles und regnerisches Wetter anzutreffen. Doch schon am Samstag und Sonntag, während der Familientage zeigte sich, dass die Regenperiode nur von kurzer Dauer gewesen war und strahlender Sonnenschein begleitete die Schüler, die mit ihren Austauschschülern an diesen Tagen entweder die Thermalquellen von Heviz besuchten, das Schloss von Kesthely oder die Burg von Szigliget mit ihren mittelalterlichen Spielen, aber auch weiter entfernte Ziele wie das Donauknie standen auf dem Programm.
Das Einleben in die ungarische Lebensweise und in die Partnerfamilien gelang allen problemlos, so dass man sich am Montag guter Dinge zu einer Tagesfahrt nach Budapest traf. Schon um 6 Uhr früh ging es los und als gegen 10 Uhr die Hauptstadt Ungarns erreicht war, hatte man kaum über alle Erlebnisse des Wochenendes berichtet. Zunächst ging es auf den Gellertberg um das phantastische Panorama zu genießen, dann war die Burg mit der Fischerbastei und der Matthiaskirche das Ziel. Nach einem ausgiebigen Rundgang ging es über die Kettenbrücke zur Stefanskirche und am späten Nachmittag in die Einkaufsmeile der Stadt. Was wäre ein Besuch Budapests ohne den Blick auf die beleuchtete Stadt - ein einmaliges Erlebnis. So war es dann fast 24 Uhr als wir Zalaegerszeg wieder erreichten. Der nächste Tag stand ganz im Zeichen der europäischen Begegnung.
Im Rahmen des Sokrates-Projekts, an dem beide Schulen mitarbeiten, wurde eine geologische Exkursion auf die Halbinsel Tihany unternommen. Eine Referentin der Naturschutzbehörde erläuterte die Bedeutung des Artenschutzes in diesem geologisch bedeutsamen Gebiet. Sie wies vor allem aus die zahlreichen vulkanischen Formationen , die als Folge von Geysirausbrüchen entstanden sind. Als Abschluß dieser anstrengenden Exkursion lud der Balaton zum Baden ein. Auch der nächste Tag stand ganz im Zeichen des Schulprogramms. Nach einer Besichtigung der Schule unter Führung von Direktor Horvath, wobei die Schüler vor allem von der neuen Mensa und dem hochmodern ausgerüsteten Computerlabor begeistert waren, ging es zum Unterricht. Zunächst hieß es ungarische Vokabeln pauken, bevor man sich beim Sportturnier bei Fußball und Volkstanz austoben konnte. Zum Abschluss des Tages standen das herrliche Freilichtmuseum und die Stadt Zalaegerszeg auf dem Programm.
Nach zwei sehr anstrengenden Tagen war der nächste Tag mehr der Erholung gewidmet. Am frühen Morgen brach die Gruppe auf um mit der Schmalspurbahn nach Kistolmaces zu fahren. Am dortigen Stausee wurde bei herrlichem Sonnenschein gebadet. Am Nachmittag wurden in der Werkstatt eines Töpfers unter dessen Anleitung die ersten Vasen und Schalen hergestelt. Der letzte Tag des offiziellen Programms führte die Gruppe in die Grenzstadt Köszeg, wo vor allem das Thekenmuseum die Aufmerksamkeit der Jugendlichen auf sich zog. Den Abschluss des Tages bildete eine Wanderung zu den Liebesquellen, wo unsere ungarischen Gastgeber eine herrliche Gulaschsuppe auf dem Lagerfeuer zubereiteten. Bis auf den letzten Tropfen wurde der Topf geleert.
Der nun folgende Familientag wurde zu einem letzten Einkaufsbummel in der Stadt genutzt, wie vor allem der ländliche Markt die Austauschschüler anlockte. Wer noch nicht am vorhergehenden Abend beim Fußballspiel der ersten Liga, Zalaegerszeg gegen Kispest war, der verfolgte am Samstagnachmittag das Pokalspiel der Basketballer in der ausverkauften Sporthalle.
Am Sonntag hieß es nach zehn erlebnisreichen Tagen Abschied nehmen von den Gastzeltern , die alle Schüler liebevoll umsorgt hatten. Beim Abschied versprach man sich ein "Viszontlatasra" im nächsten Jahr in Rockenhausen.
Hier der Bericht vom Austausch 1998 Meine Ungarnreise vom 4. 9. 98 -13. 9. 98 Von Bettina Schömbs, Kl. 9b Wir trafen uns alle um 6.30 Uhr am Busbahnhof des Schulzentrums in Rockenhausen. Unser Bus war für diese Uhrzeit bestellt, aber er traf zu unserer Unzufriedenheit erst um 7.15 Uhr ein. Dann kam noch hinzu, dass es im Bus sehr eng war und viele Mülleimer im Gang standen, über die wir fluchten, da man sehr oft über sie stolperte. Als das Gepäck verstaut war, warteten wir noch gespannt auf unseren zweiten Busfahrer, der aber nicht auftauchte. Also mussten wir die Fahrt nach Ungarn mit einem Busfahrer bewältigen. Dann endlich um 7.45 Uhr ging die Fahrt los. Wir freundeten uns so langsam mit den anderen Schülern an, und unser Busfahrer, Herr Schowalter, entpuppte sich als ein sehr lustiger Mensch. Auf der ganzen Fahrt wurde eigentlich nur gegessen, getrunken, gelesen, Musik gehört, gesprochen, und man tauschte sich gegenseitig die Informationen über das, was wir so antreffen würden, aus. Die zwei Grenzübergänge verliefen auch reibungslos, aber als plötzlich ein Grenzvorsteher mit einem Gewehr an der Hose in den Bus stieg, um unsere Ausweise zu kontrollieren, hatten alle etwas Bammel. Es wurde so ruhig, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören können. Als wir nach 16 Stunden Fahrt, also um 23.00 Uhr, in Zalaegerszeg ankamen, freuten wir uns sehr. Alle waren aufgeregt, was sie erwarten würde und froh, dass sie endlich nicht mehr sitzen mussten, da uns unsre Pos schon sehr weh taten. Ich wurde als Drittletzte aufgerufen, verabschiedete mich von den Zurückgebliebenen im Bus und stieg aus, wo mich mein Gastschüler freudig empfing. Wir räumten unsere Taschen aus dem Anhänger und jeder ging oder fuhr mit seiner Gastfamilie nach Hause. Mich holte mein Gastschüler, seine . anya'", das heißt Mama, und sein bester Freund ab. Wir mussten noch etwas zu Fuß laufen, aber das machte mir wenig aus, da mir das Laufen ganz gut tat und die Temperatur ganz angenehm warm war. Als ich bei Familie Vass in die Wohnung kam, stellte ich fest, dass sie zwar klein war, aber sehr gemütlich. Wir nutzten das gute Wetter und gingen noch etwas mit einem Hund spazieren, der dem Nachbarn von Nadim ( Jancsis bester Freund ) gehört. Zuerst hatte ich schon ein etwas komisches Gefühl, da man, wie jeder weiß, bei uns in Deutschland nicht so einfach ohne Angst mitten in der Nacht draußen herumlaufen kann. Aber meine Angst erwies sich nach kurzer Zeit als unbegründet, da hier in der Stadt nachts um diese Uhrzeit Hunderte von Menschen unterwegs waren. Ich fragte noch ,ob hier irgendwo ein Fest sei, weil so viele Menschen auf der Straße seien, aber ich bekam nur zur Antwort, nein, das ist hier immer so. Das Ganze erstaunte mich sehr. Zu Hause packte ich zuerst meine Taschen aus und dann gingen wir auch ins Bett, aber ans Schlafen war noch nicht zu denken, da wir noch so vieles zu erzählen hatten. Nach einem sehr guten, ausgiebigen Frühstück trafen wir uns mit meiner ungarischen Freundin, Kata Néz, deren Vater ein Lehrer an dem Zrinyi Miklós Gymnasium ist. Wir gingen zusammen auf den großen Markt, da dort samstags immer viel los ist. Ich fand das alles sehr faszinierend, die Häuser, die Menschen, die Atmosphäre, einfach alles. Dann gingen wir zum Haus der Familie Néz, dort waren wir nämlich zum Mittagessen eingeladen. Nach dem Essen besuchten wir noch das Freilichtmuseum, das mir gut gefiel. Um 16.00 Uhr mussten wir aber wieder zu Hause sein, da wir bei meiner Gastfamilie vom vorigem Jahr zum Kaffee eingeladen waren. Wir plauderten viel und ich bekam noch Bilder von ihrer Tochter Zsuzsanna gezeigt, die gerade für 1 Jahr in Neuseeland lebt. Dann klingelte es, und zwei Mädchen traten herein. Ich bekam erklärt, dass sie Freunde der Familie sind und dass sie sich gerne etwas mit mir auf Deutsch unterhalten möchten. Die Wörter, die sie nicht verstanden, bekamen sie von meinem Übersetzer gesagt, dadurch konnten wir uns gut gegenseitig vermitteln. Ich freute mich sehr darüber und sie anscheinend auch. Aber eines hat mir an diesem Tag nicht so gut gefallen: Überall, wo ich zu Gast war, wurde ich mit Essen vollgestopft bis ich nicht mehr konnte. Am Abend haben wir nicht mehr viel unternommen. Wir unterhielten uns und surften noch etwas im Internet. Heute schliefen wir uns erst mal richtig aus. Dann fütterten wir alle Tiere. Diese Familie besitzt nämlich ein kleines Kätzchen namens Ziza, ein Meerschweinchen namens Bommel, den ich ihm gab, zwei Vögel, die meistens etwas verrückt waren, eine Schildkröte und ein großes Aquarium. Anschließden gingen wir zu einem Klassenkameraden von mir und seinem ung. Schüler. Sie wohnten nicht weit von uns entfernt. Wir verbrachten den halben Tag damit, zu dem in Zalaegerszeg liegenden Fernsehturm zu steigen. Steigen deshalb, da der Aufstieg ca. 2,5 Stunden dauerte. Erschöpft kamen wir auf dem Oberdeck des Turmes an, aber es lohnte sich, die Aussicht war herrlich. Als wir noch erschöpfter wieder zu Hause ankamen, erzählte uns Jancsis Mama, dass sie eigentlich mit uns dort hin fahren wollte. Auf diese Meldung mussten wir uns erst einmal setzen. Wir stärkten uns und gingen wieder an die frrische Luft. Wir statteten Nadim einen kleinen Besuch ab und Jancsi testete seine neuen Inlineskates. Am Abend gingen wir noch etwas Billard spielen. Es war ein sehr amüsanter Abend. Als ich mich dann fürs Bett fertig machte, stellte ich fest, dass sich in der Wand am Boden eine Maus befand, die aufgeregt hin und her lief und ab und zu an der Wand kratzte. Ich musste herzhaft lachen, da ich so etwas vorher noch nie erlebt hatte. Heute besuchten wir mit unseren Gastschülern die Schule. Der Morgen fing irgendwie schon lustig an, da Edith und ich versuchten, die schwere Schultür zu öffnen, aber es erst mit größter Kraft schafften. Wir traten in ein Schulhaus, also ich muss schon sagen, da ist unseres in Rockenhausen nichts dagegen. Wir trafen uns alle in einem Aufenthaltsraum, bei dem das Dach aus Glas ist. Die Schüler hatten sich untereinader so viel zu erzählen. Wir konnten gar nicht zu Ruhe kommen. Dann begrüßte uns der Direktor, und Herr Lörincs übersetzte es für uns ins Deutsche. Wir gingen ohne unsere Gastschüler zu unserem Bus und machten eine kleine Stadtbesichtigung mit einem Abstecher zur hiesigen Ölraffinerie, wobei es sehr stank. Danach schloss sich ein ungarischer Sprachkurs in der Schule an, der uns alle viel Spaß machte. In der Pause durften wir uns nach draußen begeben. Es kam uns allen etwas komisch vor, als dort keine ungarischen Schüler zu sehen waren. Hatten sie vielleicht das Klingelzeichen überhört? Von unseren Gastschülern erfuhren wir aber später, dass sie nur 10 Minuten Pause hätten, aber nicht nach draußen dürften. Das war für uns unvorstellbar, da wir von unserer Schule wissen, wenn es zur Pause klingelt, dass wir dann alle auf den Schulhof dürfen. Als die Pause zu Ende war, erlebten wir, wie Victor, einer unserer Schüler, aus dem Mädchenklo rauskam. Alle lachten, vor allem die ungarischen Schüler, die vorbeigingen. Den Schildern konnte man nicht entnehmen, was ein Jungen- oder Mädchenklo ist. Ja, und wie das Schicksal es so will, ging unser Victor in die falsche Tür. Um 13.00 Uhr holten uns unsere Gastschüler im Aufenthaltsraum ab, und wir gingen nach Hause. Am Nachmittag hatten wir Freizeit und so trafen wir uns vor dem Mc Donald's oder machten einen Stadtbummel. Am Abend ging ich mit Jancsi in ein typisches, kleines, gemütliches, ungarisches Restaurant, um eine Pizza zu essen, was aber gar nicht so einfach war. Die Speisekarte war auf Ungarisch geschrieben, und er musste mir erst einmal alles übersetzen. Die Kellnerin musste dreimal kommen, bis wir uns dann endlich entschlossen hatten. Die Pizza schmeckte aber vorzüglich. Heute mussten wir schon um 6.00 Uhr an der Synagoge sein, da unsere Fahrt ca. 3 Stunden dauerte. Wir verabschiedeten uns von unseren Gastschülern, von denen die meisten noch eine . nullte" Stunde in der Schule absolvieren mussten. Fällt an einem Tag eine Unterrichtsstunde aus, muss diese an einem anderen Tag vor dem regulären Unterrichtsbeginn nachgeholt werden. Wir fuhren aber heute nur mit 18 Schülern, da 2 von unserer Truppe wegen Heimweh und Erkrankung am vorigen Abend abgeholt worden waren. Na ja, jetzt hatten wir ja unsere . Volljährigkeitzahl" erreicht. Die dreistündige Fahrt verlief eigentlich sehr ruhig, da alle ziemlich müde waren. Unser erstes Ziel war das Milleniumsdenkmal. Dann sind wir zum Ausguckplatz gefahren, von wo aus wir die ganze Stadt überblicken konnten. Sagenhaft, was dort für Häuserbauten stehen. Wir fuhren über die älteste Brücke, die Kettenbrücke, die mit je zwei Löwen, einer links und einer rechts, geziert ist. Jetzt fuhren wir zur Fischerbastei, auf der wir z.B. das Reiterstandbild des ersten Königs von Ungarn bewundern konnten, oder die Mathiaskirche, die in ihrer ganzen Schönheit glänzte. In unsrer Freizeit wollten wir uns noch etwas Eis holen, was sich aber als ein kleines Problem entpuppte, da wir den Namen des ungarischen Eises und die Bedienung (natürlich!) das deutsche Wort nicht kannte. Als wir mit . Händen und Füßen" uns zu vermitteln versuchten, schafften wir es, dass jeder seine zwei gewünschten Bällchen Eis bekam. Unser nächstes Ziel war die Innenstadt von Budapest. Wir bekamen Freizeit, um uns in den Geschäften der . reichen und armen" Einwohner Budapests umzusehen. Der Besuch beim hiesigen Mc Donald's durfte auch nicht fehlen. Wir fanden ihn alle sehr . tökjo"(cool), da wir so einen großen und hochmodernen hier am wenigsten erwartet hatten. Nach 2 Stunden trafen wir uns zu unserer Schifffahrt auf der Donau.Wir waren alle sehr beeindruckt über das Parlament, an dem wir vorbeifuhren, und an den ungarischen Menschen, die wir durch Zuwinken zum Zurückwinken bewegen konnten. Zu unserem größten Spaß entdeckten wir am Ufer der Donau an einem breiten Rohr, aus dem Wasser herausfloss, dass dort 2 nackte Männer darin saßen. Ja, ja, die Ungarn.! Nach der zweistündigen Schifffahrt hatten wir noch viel Freizeit. Meine Freundin und ich besuchten eines der . reichen" Kaufhäuser in der Váci utca. Wir sind gleich negativ aufgefallen, da wir beim Eintreten den Teppich mit den Füßen mitgenommen hatten. Wegen der Sprachprobleme ging man verständnisvoll mit uns um. Um ca. 19.00 Uhr fuhren wir mit unseren deutschen und ungarischen Lehrern und unserem . Buslenker" noch einmal zum Ausguckplatz, um . Budapest bei Nacht" zu bewundern. So etwas Gigantisches haben die meisten von uns noch nie gesehen. Die Heimfahrt verlief einigermaßen ruhig, da viele sehr müde waren. Um 23.00 Uhr sind wir dann in Zalaegerszeg angekommen und wurden von unseren müden Gastschülern abgeholt. An diesem Abend habe ich nicht mehr viel gemacht.. Ich berichtete nur noch, was wir alles erlebt hatten, und dann schliefen wir mit der Katze an meiner Seite ein. Sie war irgendwie sehr vernarrt in mich, denn überall, wo ich mich aufhielt, folgte sie mir. Wir trafen uns heute um 8.00 Uhr an der Sporthalle in alter Frische, was man aber nicht von allen behaupten konnte. Die Lehrer natürlich, wie man sich schon denken kann, waren alle fit. Herr Lörincz erzählte uns zur Aufheiterung bei der einstündigen Busfahrt einige Witze, über die aber irgendwie niemand außer den Lehrern lachen konnte. Dann traten wir unsere für 8 km geplante Wanderung zur Burgruine Rezi an, die sich aber dann zur 15 km langen qualvollen Wanderung ausdehnte, da unser lieber Herr Lörincz behauptete, eine Abkürzung zu kennen, die wir aber wieder ganz zurück laufen und den . normalen Weg"weiter laufen mussten. Unterwegs konnten die meisten nicht mehr und blieben einfach sitzen. Ja und wie das dann so ist, standen Edith und ich auf einmal ganz allein im Wald. Es wurde uns schon etwas mulmig, aber dann hörten wir ein paar Stimmen und fanden die anderen Lehrer und Schüler, die weiter gelaufen waren. Zum Bus zurück gekehrt, fuhren wir alle erschöpft nach Tapolca zum Höhlenteich, um eine Bootsfahrt zu machen. Es war dort unten sehr eng. Wir mussten uns mit 5 kleinen Booten dicht hintereinander durchzwängen und aufpassen, dass wir uns nicht die Köpfe an den Felsen anschlugen. Aber plötzlich ging vor uns das Licht aus, und einige Mädchen hinter uns fingen laut an zu schreien. Als dann unser Frederic noch mit seinem Boot an unseres stieß, wurde es uns doch etwas unheimlich. Als das Licht wieder anging und wir wieder angelegt hatten, liefen wir so schnell wie möglich nach oben an die frische Luft. Die Busfahrt ging aber noch weiter zum Plattensee, wobei wir uns erst einmal zu akklimatisieren versuchten. Am Eingang standen einige Spielautomaten, an denen unsere Jungs natürlich großen Spaß fanden. Als wir die Heimfahrt antreten wollten, stellten wir fest, dass noch 3 Schüler fehlten. Herr Schneider suchte sie und wenig spätern konnten wir endlich losfahren. Um 17.00 Uhr trafen wir an der Sporthalle ein, wo ich von meinem Gastschüler und dessen Freund mit den Inlineskates abgeholt wurde. Am Abend trafen sich dann einige deutsche und ungarische Schüler am Disz-Platz (Schmuckplatz), von dem ich ca. 100 m entfernt wohnte. Wir plauderten ein wenig miteinander. Anschließend ging ich mit Jancsi nach Hause. Dort aßen wir noch etwas Köstliches zu Abend. Frau Vass ist eine hervorragende Köchin. Ich wurde sehr verwöhnt von ihr. Nach dem Abendessen zogen wir uns ins Zimmer zurück und plauderten mit seiner Schwester. Je länger ich in meiner Gastfamilie war, um so mehr viel mir auf, dass sie und überhaupt die Ungarn sehr liebe, gastfreundliche und ganz andere Menschen wie unsere im Deutschland sind. Ich fühlte mich von Tag zu Tag wohler, wie ich es meiner Familie in Deutschland begeistert berichtete. An diesem Ausflug konnte ich leider nicht teilnehmen, da es mir an diesem Morgen gar nicht gut ging. Mir war es sehr schlecht und mein Kopf und mein Hals taten fürchterlich weh. Also fuhr Jancsi um 6.00 Uhr morgens mit dem Fahrrad zum Bus und erklärte alles den Lehrern. Alle erkundigten sich nach meinem Wohlbefinden und wünschten mir gute Besserung. Als er nach Hause kam, legte er sich wieder ins Bett und schlief weiter. Als es dann schon auf 7.30 Uhr zuging, sagte ich, dass er sich beeilen müsse, sonst käme er zu spät zur Schule. Ich bekam mit einem Lachen im Gesicht zur Antwort: . Herr Néz hat gesagt, dass ich heute nicht in die Schule muss, da du nicht allein zu Hause bleiben sollst." Ist das nicht eine fürsorgliche Einstellung gewesen?! Ich ließ mich den ganzen Tag von ihm verwöhnen. Ja, und so ging auch dieser Tag vorbei. Heute ging es mit wieder besser, aber mein Hals tat noch weh. Ich wurde morgens am Bus mit offenen Armen begrüßt. Dann holten wir unsere 4 anderen deutschen Lehrer vom Hotel ab. Frau Brüchert, Herr Knapp, Herr Kinner und Herr Denig, die extra für das morgige Fußballspiel angereist waren. Sie wurden jubelnd empfangen. Wir fuhren heute mit einem großen Bus, da die restlichen ungarischen Schüler, die keinen Gastschüler bekommen hatten, mitfahren durften. Die Fahrt ging los zum Naturschutzgebiet, durch das wir 2 Stunden lang kurvten. Man konnte viele Vögel beobachten und allerlei interessante Dinge über die Naturverhältnisse erfahren. Anschließend besichtigten wir das Schloß Festetics, in dem wir Filzpantoffeln tragen mussten. Es war sehr amüsant, da unsere Füße darin wie die von Donald Duck aussahen. Im Schloß hingen viele Gemälde, auf denen wir die Könige und den königlichen Hof begutachten konnten. Es stellte sich nun die Frage, wie kamen die Damen mit ihren Reifröcken durch manche schmale Tür? Herr Lörincz entpuppte sich in den letzten Tagen als ein hervorragender Reiseführer. Anschließend hatten wir noch Zeit, um uns in den Geschäften umzusehen. Weiter ging es dann nach Keszthely. Dort durften wir auf den großen Markt, auf dem ich mir Paprika und Paprikapulver kaufte. Ich kam die ganze Woche über schon auf den Geschmack der manchmal scharfen Paprikabrötchen, die ich von Frau Vass mitbekam. Ich wollte den Geschmack meinen Eltern auch gönnen. Um 17.00 Uhr kamen wir wieder in Zalaegerszeg an, wo wir uns mit Edith verabredeten, um Billard spielen zu gehen. Wir 4 fanden den Abend sehr lustig, da Edith vom Billardspiel keine Ahnung hatte. Wir brachten es ihr aber mit Mühe und Not bei. Mit Erfolg, das muss man sagen. Später brachten wir sie nach Hause. Als wir in der Wohnung waren, hörten wir noch etwas Musik und spielten am Computer. Am Morgen mussten wir schon um 9.30 Uhr in der Schule sein. Etwas unangenehm aufgefallen war, dass die Ungarn sehr fein angezogen waren und einige deutsche Schüler im Trainingsanzug und Bomberjacke erschienen sind. Die Feier war lustig und unterhaltsam. Danach mussten wir im strömenden Regen nach Hause zum Mittagessen laufen. Wir hatten die ganze Woche über schönes Wetter gehabt. Nach dem Essen gingen wir zu einer . Road Show" auf dem . Schmuckplatz". Am Nachmittag sahen wir uns das Fußballspiel der Lehrer an, wobei unsere Lehrer natürlich gegen das Gymnasium gewonnen hatten. Danach gingen wir zum Basketballspiel in die Sporthalle, wo die ungarische Mannschaft . ZTE" spielte. So etwas habe ich auch noch nicht erlebt. Die Zuschauer jubelten bei jedem Korb so laut und sprangen von ihren Sitzen hoch. Sie hätten am liebsten die Schiedsrichter verschlagen, wenn sie nach ihrer Meinung nach nicht richtig entschieden haben. Dann liefen da auch immer zwei kleine Jungen mit Wischmops durch die Gegend und fegten über den ganzen Platz. Nach dem Spiel gingen wir nach Hause, um uns trockene Kleider anzuziehen, aßen etwas und ruhten uns aus. Um 20.30 Uhr gingen wir zum Ball in der Schule. Es spielten zwei Bands. Die Musik von . Republic" gefiel uns sehr. Wir tanzten und amüsierten uns richtig gut. Je später der Abend, desto weniger Erwachsene waren anwesend. Ich glaube, um 3.00 Uhr sind wir dann gegangen. Aber müde waren wir noch lange nicht. Ich packte meine Taschen ein und wir unterhielten uns noch etwas. Um 7.00 Uhr mussten wir am Bus sein, und als ich mich von meiner Gastfamilie verabschiedete, kullerten uns allen die Tränen herunter. Wir luden die Koffer ein und ich sah, dass alle weinten. Die Trennung fiel uns allen schwer. Am liebsten wären wir noch dageblieben, es war so schön. Aber jede Reise hat leider auch mal ein Ende. Im Nachhinein hat mir dieser Austausch viele neue Freunde vermittelt - nicht nur deutsche. Es wird bestimmt nicht meine letzte Reise dorthin, da meine Eltern und ich die nächsten Sommerferien in Ungarn verbringen werden. Die Menschen dort sind so anders wie bei uns. Die ungarische Küche muss man auch probiert haben. Natürlich, es gab auch einige komische Erfahrungen, aber die wurden durch die vielen schönen in den Hintergrund getrieben. Ich kann nur jedem Schüler und Erwachsenen empfehlen, sich dieses Land einmal anzusehen. Es ist faszinierend und beeindruckend, die Gebäude, die Landschaft und die Sitten in diesem Land. Es machte auch viel Spaß mit dem Mitschülern. Wenn man sich aber in der Gastfamilie nicht wohlfühlt, dürfte es schwer sein, sich zu freuen. Ich hatte mit allem großes Glück und bin froh darüber, dass ich die Gelegenheit hatte, diese Erfahrungen zu machen. Also, alles in allem fand ich diese Reise super. Bettina Schömbs, 9b
Freitag / Abfahrt:
Samstag / Familientag:
Sonntag / Familientag:
Montag / Schulbesuch und Stadtführung:
Dienstag / Fahrt nach Budapest:
Mittwoch / Wanderung zur Burgruine und Plattensee:
Donnerstag / Fahrt nach Pécs:
Freitag / Fahrt nach Héviz und Keszthely:
Samstag / Einweihung der Sporthalle:
Sonntag / Heimreise: