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lassenfahrt Wien

Wien ist eine Reise wert!

- Abschlussklassenfahrt der Klasse 10b nach Wien-

Montag, 23.08.1999

Wir trafen uns um 0.00 Uhr am Busbahnhof des Schulzentrums Rockenhausen. Als dann so nach und nach alle Schüler und Lehrer eingetroffen waren, fuhr der Bus vor, der uns an unser Ziel bringen sollte. Frau Junge, unsere Klassenlehrerin, und Herr Denig begleiteten uns. Jeder suchte sich natürlich erst einmal den Platz aus, der für ihn am besten geeignet schien, danach wurden die Koffer in den Bauch des Busses verfrachtet.

Nachdem sich jeder von seinen Eltern verabschiedet hatte, ging die zehnstündige Fahrt los. Siewurde teilweise sehr unangenehm, da die einen schlafen wollten, andere aber durch ihr lautesVerhalten störten oder der Liegeplatz zum Schlafen so unbequem war. Wir machten zweimal Pause, was für die Blase und die Füße nicht schlecht war. Als wir morgens gegen 11.00 Uhr dieJugendherberge bei schönstem Wetter erreichten, erfuhren wir, dass wir unsere Zimmer erst ab16.00 Uhr beziehen könnten. Wir verstauten unser Gepäck in einem Nebenraum der Herberge undspazierten anschließend zu einem Park an der Oper vorbei und über einige Zebrasteifen. Der Park liegt zwischen dem Kunsthistorischen (links) und dem Naturhistorischen Museum (rechts). Er ist mit vielen hohen Sträuchern bepflanzt und viele Bänke um den Brunnen herum findet man auch. Aber auf der Achse der Welt, nämlich im Gras zu liegen, ist viel schöner. Wir teilten uns in mehrere kleine Gruppen auf und gingen in die Fußgängerzone. Ich persönlich konnte nicht so viel laufen, da mich mein Bauchweh ziemlich quälte.

Nachdem wir vom Laufen alle genug hatten, kehrten wir wieder begaben wir uns in ein Nachbarhaus zum Abendessen. Ich verzehrte ein vegetarisches Cilligericht, das wirklich gut gewürzt war. Bei den anderen Gerichten konnte man teilweise nicht definieren welche Zutaten darin enthalten waren. Nach dem Essen gingen wir alle in unsere Zimmer, unterhielten uns und schliefen nach einigen Stunden ein.

Dienstag, 24.08.1999

Etwa um 7.00 Uhr war die Nachtruhe beendet. Nachdem wir das Frühstück eingenommen hatten , füllten wir unsere Rucksäcke mit Proviant und besuchten den Stephansdom, dessen Baugeschichte schon im 12. Jahrhundert begann. Unser Führer war sehr nett und erklärte uns alles sehr genau.

Dann führte er uns in den verstecktesten Winkeln herum, die nicht gerade jedem Tourist zugänglich sind. Anschließend nutzten wir für einige Stunden die Gelegenheit unsere Freizeit in der Fußgängerzone zu verbringen. Frau Junge lud meine Zimmerkameradinnen und mich zu einer Tasse Cappucino in ein Café ein. Wer kann so einer Einladung schon widerstehen! Wir plauderten und genossen es den Menschen zuzusehen. Am Nachmittag fuhren wir mit der Straßenbahn zum Hundertwasserhaus. Dieses gefiel mir besonders gut, weil es so bunt ist und mit vielen ausgefallenen Mustern und Formen gestaltet und bestückt ist. In so einem Haus müßte man wohnen!

Nachdem wir sämtliche Postkarten und Poster gekauft hatten, ging unsere Tour weiter zum Kunsthaus, in dem Hundertwasser seine Bilder ausstellt. Es sind schon einige bewundernswerte Bilder dabei, wobei man sagen muß, dass man den Sinn von einigen erst nach längerem Hinsehen versteht. Danach schlenderten wir zurück zur Fußgängerzone. Wir stürzten uns zunächst erst einmal in den Supermarkt, um etwas Trink- und Essbares zu kaufen. Um 18.00 Uhr trafen wir uns alle beim Abendessen in der Herberge. Also, wenn meine Mutter zu Hause so kochen würde, wie der Koch in der Herberge, ginge ich jeden Tag essen. Diese Aussage kann ich mit vielen meiner Klassenkameraden teilen, da ihre Gesichter nach den ersten Bissen immer sehr verzerrt aussahen. Abends sahen wir uns im Sommertheater am Rathausplatz auf einer riesigen Leinwand "Hänsel und Gretel" in Operettenfassung an. So ging auch dieser Tag zu Ende.

Mittwoch, 25.08.1999

An diesem Tag standen die Besichtigung des Schlosses Schönbrunn, der Besuch des Praters und die Rückfahrt über Kadenberg, um die Stadt "Wien bei Nacht" zu erleben, auf unserem Plan. Jeder von uns bekam nach dem Frühstück eine U-Bahnkarte ausgehändigt , mit der wir überall hinfahren konnten. Als erstes besuchten wir das Schloss, in dem fünfzig Zimmer zur Besichtigung hergerichtet sind. Wo einst Kaiser Matthias den "Schönen Brunnen" entdeckt haben soll, stoßen wir heute auf der Suche nach dem "Quell des Schönen" auf Schloss Schönbrunn.

Unsere eineinhalb- stündige Führung durch diese fünfzig Zimmer begann um 10.00 Uhr. Zuerst kamen wir in das Schreibzimmer von Kaiser Franz Joseph I, danach folgte das Schlafgemach seiner kaiserlichen Hoheit und seiner Gemahlin Kaiserin Elisabeth. Weiter ging es durch das Frühstückszimmer zum Spiegelsaal, in dem Mozart schon auf dem Flügel gespielt hatte. Ein sehr prachtvolles Zimmer ist das runde chinesische Kabinett, von dem aus man die große Galerie erreichen kann. Der Zeremoniensaal beinhaltet an einer Wand ein Bild mit Mozart in einer Menschenmenge worauf der Kopf eines anderen mit seinem einfach ausgetauscht wurde, weil Kaiserin Elisabeths Begeisterung ihm gegenüber sehr groß war. Weiter ging's zum Rösselzimmer und zum blauen chinesischen Salon. Das Vieux-Laque-Zimmer ist mit sehr aufwendigen, indischen Lackarbeiten und Tapeten verziert. Im Napoleon-Zimmer findet man heute noch eine Haubenlerche im Glaskäfig, welcher Napoleons Lieblingsvogel und geliebter Freund war. Man sagt, sie wäre kurz nach seinem Tod auch verstorben. Danach folgte das Gedenkzimmer des Herzogs von Reichstadt, das Porzellanzimmer und das Miniaturenkabinett. Ein weiteres Zimmer war das Millionenzimmer. Die Ausstattung des wertvollsten Zimmers soll eine Million Gulden gekostet haben. Die Wände des Gobelinzimmers sind mit wertvollen Wandteppichen verkleidet. Unser Weg führte weiter zu einem vakuumverglasten Raum, in dem das Paradebett der Kaiserin Maria Theresia steht.


















































Zum Schluss unserer Führung kamen wir noch durch die "Bergl" - Zimmer. Bergl, ein böhmischer Barockmaler, verstand es, in den vier Gartenzimmern des Erdgeschosses Maria Theresias Vorliebe für exotische Kunst Ausdruck zu verleihen. Diese Besichtigung haben für mich große Eindrücke von Reichtum, Kunst und Schönheit hinterlassen.

Nach der Führung verzehrten wir im Park den Inhalt unserer Lunchpakete. Anschließend fuhren meine Freundin und ich mit der U-Bahn zum Lipizzanermuseum an der Hofburg, das übrigens die Winteresidenz der kaiserlichen Familie war. Das Museum ist zwar ziemlich klein, aber sehr aufschlussreich.

Um 18.00 Uhr trafen wir uns alle zum Abendessen in der Jugendherberge. Danach fuhren wir über den Kadenberg, um "Wien bei Nacht" zu erleben. Dieses Ereignis ist nicht zu vergleichen mit "Budapest bei Nacht", das ich im vergangen Jahr beim Schüleraustausch erleben durfte. Ein Freund von mir hatte eine Brille mit roten Gläsern dabei, die jetzt gut zum Einsatz kam. Dadurch sah man alle Lichter dementsprechend schillern. Weiter ging's dann zum Prater, wo wir uns bis Mitternacht aufhielten. Was mir wohl ewig ein Rätsel bleiben wird, ist die Tatsache, wie manche Leute auf so einem Platz mit den schnellsten und zugleich waghalsigsten Fahr- und Schleudergeräten ihren Spaß haben können, ohne dass es ihnen schlecht wird! Da blieb ich doch lieber mit beiden Beinen auf dem Boden und sah zu.

Donnerstag, 26.08.1999

Auch an diesem Morgen nahmen wir nach dem Frühstück unsere Verpflegung an der Rezeption der Jugendherberge entgegen. Mit kleinen Augen und wenig Kraft liefen wir zur Hofburg, um uns die Schatzkammer anzusehen. Wirklich sehr lehrreich und bewunderswert, was man da alles sehen konnte. Zepter, Kronen, Schwerter, Schmuck, Taufgewänder von Kindern, Krönungsgewänder u.v.m. Am Nachmittag fuhren wir zur Seegrotte nach Mödling. Das einst größte Bergwerk ist vor vielen Jahren überschwemmt worden und ist der größte Höhlensee von Europa.. Die Führung und Bootsfahrt waren sehr aufschlussreich. In dieser Seegrotte wurden sogar vor einigen Jahren Dreh- arbeiten zu dem Film "Die drei Musketiere" durchgeführt. Anschließend fuhren wir zur Donauinsel, wo wir spazieren gehen konnten , oder uns einfach nur auf die Wiese zum Ausruhen oder Relaxen legten.

Zum Abendessen trafen wir pünktlich in der Jugendherberge ein. Am Abend teilten wir uns in zwei Gruppen auf. Die einen gingen in eine Bar und die anderen blieben in der Herberge und unternahmen dort etwas. Dieser Abend wurde noch sehr lange und aufregend!

Freitag, , 27.08.1999

An unserem letzten Tag besuchten wir das Naturhistorische Museum. Dieses hat mich sehr beeindruckt. Es ist ein zweistöckig gebautes Haus und fast doppelt so groß wie unser Schulhof. Es beinhaltet Tausende von Steinen, Insekten und Tieren aller Art. Eine gigantische Errungenschaft. Am Nachmittag hatten wir noch einige Stunden Freizeit, wobei die einen im Park im Gras lagen, andere bummeln gingen oder manche ihren Hunger im Mc Donaldīs oder Pizza Hut stillten. Am Abend verstauten wir wieder unser Gepäck im Bus und traten die Heimreise an. Hierzu muss ich sagen, dass die meisten so müde waren und fast die ganze Fahrzeit über schliefen. Man mußte nur die Füße auf die benachbarte Bank über den Flur legen und schon lag man bequem und konnte einschlafen. Um ca. 4.00 Uhr trafen wir wohlbehalten am Busbahnhof an der Schule ein. Unsere Eltern wurden durch eine "Telefonkette" aus dem Schlaf gerissen und holten uns ab. Wir luden unser Gepäck in die Autos um und verabschiedeten uns. Nach den Strapazen dieser Woche waren alle froh wieder im eigenen Bett zu schlafen und das sehr ausgiebig.

Im Allgemeinen war die Fahrt ganz gut und erlebnisreich. Hauptsächlich sammelten wir alle Erfahrungen im Umgang untereinander. Jeder von uns hatte die Gelegenheit, seine Mitschüler und Lehrer einmal von einer ganz anderen Seite zu erleben. Nur eins haben wir uns geschworen: nie wieder in diese Jugendherberge zu gehen. Also unser Tipp, wenn Sie mal Wien besuchten möchten und eine Unterkunft suchen, machen sie einen großen Bogen um die Jugendherberge in der Myrthengasse/Neustiftgasse. Ansonsten lohnt sich der Besuch wirklich. Nur eine Woche allerdings ist zu kurz, um die Stadt kennenzulernen und ausgiebige Eindrücke dieser interessanten und geschichtsträchtigen Sehenswürdigkeiten zu sammeln.

Von Bettina Schömbs