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Fachtag Frühe Hilfen: „Starke Gefühle bei Kleinstkindern – Eltern im Umgang mit ihren Kindern begleiten“
Frühe Hilfen wenden sich an Schwangere und Familien mit Kindern von 0-3 Jahren und werden sowohl von speziell ausgebildeten Fachkräften der Frühen Hilfen, als auch von Beratungsstellen, Kindertageseinrichtungen oder Krabbelgruppen angeboten. Thematisch widmete sich der Fachtag der Begleitung von Eltern und Kindern in emotional besonders herausfordernden Situationen. Gerade in den ersten Lebensjahren lernen Kinder vieles, was sie noch in späteren Jahren bis hin ins Erwachsenenalter prägt. Dabei werden auch die Weichen für ein selbstbestimmtes Handeln innerhalb unserer Gesellschaft gestellt. Meist geht dies einher mit dem Ausleben intensiver Gefühle wie Wut und Trotz. Einerseits gilt es dieses Streben nach Autonomie zu unterstützen, während es andererseits Eltern ebenso wie Fachkräfte sehr fordern kann, diese Gefühle auszuhalten und angemessen zu begleiten.
Die Referentin des Fachtags – Mechthild Hoehl – ging in ihrem Vortrag darauf ein, wie Fachkräfte Eltern in solchen Phasen unterstützen können. Dabei wurden entwicklungspsychologische Aspekte betrachtet und aktuelle Begrifflichkeiten wie High-Need-Baby und Neurodivergenz angerissen. Zusammenfassend ließ sich festhalten, dass die Fähigkeit Gefühle zu äußern und zu regulieren ein Prozess ist, den Kinder erst lernen müssen, und dass Eltern ebenso stets auf ihre Selbstregulation achten sollten, um ihre Kinder in diesen Phasen gut begleiten zu können. Fachkräfte können dabei mit wertschätzender Kommunikation wiederum die Eltern begleiten und unterstützen. Mechthild Hoehl ist selbst seit Jahren als Fachkraft in den Frühen Hilfen tätig, setzt sich dabei auch berufspolitisch ein und bietet u. a. Online-Veranstaltungen für Eltern und Fachkräfte zu verschiedenen Themen der frühen Kindheit an. Weitere Informationen zu ihrem Angebot sind unter www.kindergesundheit-trier.de zu finden.
Zum Abschluss des Fachtags berichtete Netzwerkkoordinatorin Elina Ratke über aktuelle Themen und Entwicklungen in den Netzwerken. Das Netzwerk Frühe Hilfen befasst sich derzeit u.a. mit dem Thema Öffentlichkeitsarbeit in Überschneidung mit dem Bereich der Familienbildung im Netzwerk. Eine weitere Kooperation der Familienbildung mit dem Netzwerk KipsE (Kinder psychisch und/ oder suchtkranker Eltern) arbeitet aktuell an der Umsetzung eines Präventionsprojekts an den weiterführenden Schulen im Donnersbergkreis. Das Netzwerk Kinderschutz befasst sich mit Konzepten und Handreichungen um das Thema Kinderschutz für Fachkräfte und Ehrenamtliche im Kreis präsenter zu machen und Orientierungshilfen zu bieten, wenn in der eigenen Institution oder im Verein Kinderschutzfälle oder Vermutungen aufkommen.
Alle Netzwerke bieten Fachkräften den Raum zum interdisziplinären Austausch und tragen somit zur Umsetzung passgenauer Angebote bei.
Begleitet wurde der Fachtag durch einen Markt der Möglichkeiten, bei dem die vielfältigen Organisationen und Einrichtungen im Kreis sich und ihre Arbeit an Ständen zum Austauschen und Mitmachen vorstellen konnten.
Bei Interesse, sich aktiv in eines der Netzwerke einzubringen oder in den allgemeinen Infoverteiler aufgenommen zu werden, kann gerne Netzwerkkoordinatorin Elina Ratke (eratke@donnersberg.de) kontaktiert werden.
