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Drei Landkreise, ein Projekt: Staatssekretär Alt übergibt Förderbescheid über 210.000 Euro für „Kommunalen Betreuungsverein Rheinhessen-Nahe-Pfalz e.V.“
Zur Umsetzung des Projekts „Kommunaler Betreuungsverein Rheinhessen-Nahe-Pfalz e.V.“ hat Staatssekretär Denis Alt dem Landkreis Alzey-Worms als federführende Kommune im Kooperationsverbund mit dem Donnersbergkreis und dem Landkreis Bad Kreuznach einen Förderbescheid in Höhe von 210.000 Euro übergeben. Die Mittel werden im Rahmen der Pilotförderung „Interkommunale Zusammenarbeit“ bereitgestellt.
Mit dem Projekt „Kommunaler Betreuungsverein Rheinhessen-Nahe-Pfalz e.V.“ setzen die beteiligten Kommunen auf eine stärkere Zusammenarbeit bei der Wahrnehmung kommunaler Aufgaben und bündeln dafür ihre personellen und sachlichen Ressourcen. Im Mittelpunkt steht die Bündelung der Aufgaben im Betreuungswesen in einem gemeinsamen Verein. Der Verein soll rechtliche Betreuungen übernehmen, die Qualität der Betreuungsarbeit stärken und die Aufgabenerfüllung langfristig absichern. Hierfür stellt jeder Landkreis eine sozialpädagogische Fachkraft, ergänzend ist eine gemeinsam finanzierte Verwaltungskraft vorgesehen.
„Interkommunale Zusammenarbeit eröffnet neue Handlungsspielräume: Wenn Kommunen ihre Kompetenzen bündeln, Ressourcen effizient nutzen und gemeinsam Lösungen für Herausforderungen vor Ort entwickeln, stärken sie ihre Leistungsfähigkeit. Der ‚Kommunale Betreuungsverein Rheinhessen-Nahe-Pfalz e.V.‘ macht dies beispielhaft deutlich: Durch die Nutzung von Synergien werden Fachkräfte gezielt eingesetzt, die Qualität der Betreuung gestärkt und Kosten reduziert. So schaffen die Landkreise gemeinsam eine verlässliche und professionelle Struktur für Menschen, die auf rechtliche Betreuung angewiesen sind“, so Staatssekretär Alt.
„Durch die gemeinsame Organisation sollen insbesondere gegenseitige Vertretungen bei Urlaubs- und Krankheitsausfällen ermöglicht, regelmäßige Fallbesprechungen etabliert und parallele Verwaltungsstrukturen abgebaut werden. Zugleich soll die Querschnittsarbeit stärker in den Mittelpunkt rücken: Dazu zählen die Gewinnung und Unterstützung ehrenamtlicher Betreuerinnen und Betreuer sowie die Beratung zu Vollmachten und Patientenverfügungen. Dabei sollen auch neue Wege beschritten werden, etwa durch digitale Grundkurse für ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer. Mit der Landesförderung werden insbesondere zusätzliche Personal- und Sachausgaben für den Aufbau der gemeinsamen Strukturen unterstützt“ so Judith Mattern-Denzer, Abteilungsleiterin der Abteilung Soziales und Ausländerbehörde der Kreisverwaltung Donnersbergkreis.
Wie dringlich die Situation ist, zeigen die Zahlen aus dem Landkreis Alzey-Worms: Während im Jahr 2023 für 110 neue Betreuungen oder Betreuerwechsel berufliche Betreuerinnen und Betreuer eingesetzt werden mussten, waren es 2024 bereits 196 Fälle. Gleichzeitig gestaltet sich die Gewinnung von Nachwuchskräften schwierig.
„Menschen, die auf rechtliche Betreuung angewiesen sind, brauchen verlässliche Unterstützung. Gleichzeitig stoßen unsere Betreuungsbehörden angesichts steigender Fallzahlen und des Fachkräftemangels zunehmend an ihre Grenzen. Mit dem gemeinsamen Betreuungsverein schaffen wir eine tragfähige Grundlage, um dieser Entwicklung aktiv zu begegnen und die Betreuung in unserer Region langfristig zu sichern“, betont Landrat Heiko Sippel.
Das Projekt ist ein weiteres Beispiel dafür, wie die Landesregierung mit der Förderung der Interkommunalen Zusammenarbeit Kommunen dabei unterstützt, ihre Leistungsfähigkeit zu stärken, vorhandene Ressourcen effizient einzusetzen und kommunale Aufgaben dauerhaft zukunftsfähig zu organisieren.
