"Wichtig ist, wo man hin will"

    Bei einer Feierstunde im Kreishaus überreichte Landrat Rainer Guth 30 Personen aus 16 Herkunftsländern ihre Einbürgerungsurkunden. Zuvor hatten sich alle gemeinsam zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung ihrer Wahlheimat bekannt.

    Der Landrat zeigte sich stolz darüber, dass der Donnersbergkreis die dritthöchste Einbürgerungsquote in Rheinland-Pfalz vorweisen kann. Er dankte dem zuständigen Sachbearbeiter Volker Schäfer, der "mit Sachverstand und Einfühlungsvermögen" auf dem Weg zur Einbürgerung unterstütze.

    Die Gesellschaft profitiere von Vielfalt und "Impulsen von außen", betonte Landrat Guth, "dadurch entwickelt sie sich weiter." Und er fügte hinzu: "Es ist unbedeutend, woher man kommt, wichtig ist nur, wo man hin will."

    Der neue deutsche Pass sei jedoch nur das äußere Zeichen dafür, dass man in der Pfalz angekommen sei. "Echte Integration gelingt nur über das Erlernen der deutschen Sprache, auch wenn Ihre Muttersprache immer die Sprache Ihres Herzens bleiben wird", so der Kreischef. Er empfahl den Anwesenden, guten Kontakt zu Deutschen zu pflegen, weil dadurch der Spracherwerb leichter falle. Mit der deutschen Staatsbürgerschaft sei nun Vieles einfacher, meinte Landrat Guth und nannte stellvertretend berufliche Chancen, aber auch die Reisefreiheit. Gleichzeitig appellierte er an die Neubürger, ihre Rechte und Pflichten als deutsche Staatsbürger wahrzunehmen und zur Wahl zu gehen. Nur so könne Extremismus und Rassismus Einhalt geboten werden.  

    Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung durch Gennadij Sidel von der Kreismusikschule. Er spielte zwei moderne Stücke auf dem Saxophon und begleitete, unterstützt von KMS-Leiterin Jolanthe Seidel-Zimmermann, das Singen der Nationalhymne.

    Von den 30 Neubürgern stammen 10 aus der Türkei, 4 aus Italien, je 2 aus Polen und dem Kosovo sowie je eine bzw. einer aus Bulgarien, Frankreich, Guinea, Kroatien, Marokko, Mazedonien, Pakistan, den Philippinen, Portugal, Rumänien, der Ukraine und Ungarn. 

    Stichwort: Einbürgerung

    In Deutschland eingebürgert werden können Menschen, die hier seit mindestens acht Jahren ihren rechtmäßigen Wohnsitz haben und einige weitere Kriterien erfüllen. Bei besonderen Integrationsleistungen – wie z. B. deutschen Schulabschlüssen mit Mindestnoten im Fach Deutsch, einer hier erfolgreich abgeschlossenen Berufsausbildung oder Sprachkenntnissen mit mind. B2-Niveau – kann eine Verkürzung auf sechs Jahre erfolgen. Auf jeden Fall müssen sich die Bewerber zur demokratischen Grundordnung bekennen, ihren Lebensunterhalt i. d. R. selbst bestreiten und genügende Deutschkenntnisse nachweisen können. Ein Ausschlussgrund wäre die Verurteilung aufgrund einer Straftat. EU-Bürger/innen dürfen ihre bisherige Staatsangehörigkeit beibehalten.

    Weitere Auskunft erteilt Volker Schäfer im Kreishaus (Zimmer 06) oder unter Tel. 06352 / 710-191.